überfrüchtig,
Adj.
›fruchtbar‹ (von Personen und Sachen gesagt); jeweils im ütr. Sinne, dann z. B.: ›überaus tugendhaft‹; ›reichen Fruchtertrag bringend‹ (z. B. von einem Erntejahr), ›überreich tragend‹ (von Weinreben); vgl. (Präp.) 10.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1; 2.
Wortbildungen:
überfruchtbärig
›übereifrig, höchst bemüht‹.

Belegblock:

Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Hett aine nun lob vnd Er, | Das sy für all frawen wär | Schön, hübsch vnd wolgestalt, | An aller tugent v̈berfrüchtig.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
ob du denn [harn des menschen] den winreben oder oͤpfelbomen zuͦtuͦst; dann die frucht wiertt mit kainem andern mer úberfrúchtig sin.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
sô ain überfrühtig jâr ist mit pluomen [...], sô habent si [peinen] sô grôzen vleiz honig ze samnend, daz [...].
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
121, 47
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wann ewann etleich muͤnich, dew do uberfruchtpaͤrig sint gewesen in den werchen der hailigen tuͦgend, [...], so les wir, daz sew gar snell sein petrogen.
Schmitt, Ordo rerum
473, 14
.