übereinzig,
Adj.
/
Adv.;
zum Problem der etymologischen Einordnung s. ; semantisch entsprechend und zu
einzig
1; 2 zu stellen;
vgl. hinsichtlich des Verhältnisses von
-e-
und
-ei-
auch: , § L 19.
›von einer größeren Menge übrig, übrig geblieben, noch resthaft vorhanden; einzig, einzeln‹ (daher frei für je besondere Verwendungszwecke und entsprechende rechtliche Regelungen); speziell: ›abgetragen‹ (von Kleidern); vgl. (Adj.) 3.
Wmd. / wobd.
Phraseme:
ein übereinziges tun
›ein Übriges tun‹.
Bedeutungsverwandte:
, 1.
Wortbildungen:
übereinzigkeit
›besonderer Wunsch‹.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
RELIQVVM. Vberig vberentzig hinderstellig furhanden.
Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
2, 1, 77, 26
(
rib.
,
1533
):
Das men dem custer us der kirchen renten, so innen des iedwas oeverenzichs were, mit deilen.
Ebd.
2, 255, 13
(
1578
):
ungever 6 o. g., wilche bisher gewent zum noeitbauwe dero capellen und so etwais uberentzig zu begrebnis dero haus armen.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Es enist kein boser verreders messer | Dan das uberentzige morsel.
Kollnig, Weist. Schriesh.
138, 42
(
rhfrk.
, o. J.):
wann ein faß 15 eimer helt, solches sonderlich und die uberenzigen eimer auch uffzeichnen.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
die sichen sollen myrken daz man in dienet durch godes ere, und insollen die sustere die in dinent nit besweren mit keiner uberenzikeide.
Bobertag, Schwänke (o. O.
1555
):
wann es einer oder zehen weren, wolt ich ein überentzigs thuͦn; wo wolt ich aber [...].
Ebd. (
1575
):
ein armer lantsknecht [...] hette nit vberäntziger kleider an dem begegnet ein alter barfüsser münch der trug vil tuͦchs.
Wickram
4, 24, 30
(
Straßb.
1556
):
Also ward die überentzig zeit mit zimlichen freuden vertriben.
Redlich, a. a. O.
2, 1, 51, 30
;
Brinkmann, Bad. Weist. ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .