überein,
Adv.
1.
›mit anderen einig, einer Meinung‹; meist von Personen mit dem Blick auf andere gesagt, seltener die Meinung von Gruppen kennzeichnend.Syntagmen:
ü. halten
›sich einig sein‹, j
. (z. B. beide, das hofgesinde
) ü. sein
(z. B. wol
), j. mit jm. ü. sein
(z. B. eines rates
), j
. (z. B. durch frieden / gnade, mit einander
), ein bund ü. werden
, j. e. S
. (z. B. eines zuges
) ü. werden, mit einem pfleger ü. werden
›sich einig werden, dass ein Pfleger eingesetzt wird‹.Wortbildungen
(jeweils unfest): übereinen
übereingehen
übereintreten
Belegblock:
Unnd haben nicht gemerckt, das der heylige geyst mit vleyß geordentt hatt, das keyn Euangelist mit dem andern ynn den selbigen wortten ubereyn trifft: die doch mehr hetten sollen und muessen ubereyn treffen, odder sie hetten mehr denn wyr ynn die form des sacraments gesundiget.
Ebd.
560, 6
: Darumb sihestu, das die kirche gantz und gar ynn der bedeuttung mit der Synagog ubereyntrit, und wie wenig yhr sind, die fur dißem yrthum unnd verterben erhalden werden.
aus heilger schrifft | Man urtheiln kan / was da ubr ein mit trifft.
Als euer erber botschaft nehst hie am lantfrid gewesen ist und man do eins czugs uberein ist worden.
das du wöllest aim rat in allen iren zimlichen gebotten und verpotten geharsam sein, auch was sich der merer taile des rats uberaint und zu rat werden, dasselbig [...] volpringen.
haltet beede vberein | Vnd theilet das Reich vnter euch.
ob yndert einer nit wolt zuͦziehen daz der so bald wurd gestraft von den andern die geleich mit einander vberein giengent.
der pund von den steten ward uberain.
sie wurden uberain mit namen, | sie wollten auf gelückes kraft | laisten guot gesellschaft.
Ebd.
23, 14
: wenn man wol überain wär | und man gieng auf rechtem pfat, | davon geschach niemant schat.
Eneas all sein frew̃nde | und Anthenor, der si da manigen hatten, | mit den sie waren des rats gar überaine.
Ich pin des v̈ber aine | mit all den meinen, zwar, | das ich euch zinse claine | nw für an gib.
so soll er hinwider gëen ob er lenger hinfuer die freiung haben wil und dann mit ainem phleger überain werden und im umb die freiung thuen als [...].
Pfeiffer, a. a. O.
265, 19
; Bastian u. a., Regensb. UB
461, 9
; Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
636
; Munz, a. a. O.
122, 4
; 2.
›übereinstimmend, in Übereinstimmung miteinander‹; über Personen und Sachen gesagt, deren Sein und Handeln zusammenstimmt.Wortbildungen:
übereins
übereintreffen
Belegblock:
Denn die Erfarung trifft jmerdar mit der heiligen Schrifft uberein.
das Lehren vnnd das Lehrnen (welche vbereins beysammen seyn sollen vnnd müssen / so was gutes darauß soll werden).
und das die nach vns sein / Von uns mit stettem rhum erzehlten v̈berein.
3.
›allesamt, gemeinsam; zusammen‹ (auf das Handeln von Personen bezogen); ›insgesamt‹ (auf Abgaben sowie abgabepflichtige Güter bezogen).Wortbildungen:
übereintreffen
Belegblock:
Nu vornemet uber ein: | Daz Got der hoch gerichte | Des menschen sune glichte.
So nun beidte marscheder gezogen undt nicht ubereintreffen, auch die parteyen sich [...].
das sy all und jeklicher geben súllend, als im [...] bescheiden ist, das ist úberein sechstalbstes fiertel kernen gelttes.
und schlagen ihn
[einen Zins]
auf hus und hoffstat und husmatten úberein. bkannt er / das er das vennlj darumm haben tragen ob sj doch übereyn gen Frowenfaͤld zien.
Der herr sprach zu Abraham. gang auß deiner erden. [...] Du muͦst überain außgeen unnd dich entledigen / von allem dem daz nit got ist.
Mein freund, die hassen mich überain | an schuld.
4.
›durchaus, bestimmt, tatsächlich‹; aussageverstärkend gebraucht; mit (unentscheidbarer) Tendenz zu ›sofort, auf der Stelle‹.Syntagmen:
etw
. (Subj.) ü. js. werk sein, ü. nicht schmecken, ü. nicht sein mögen, j. ü. ˹heim, ein spieler sein, etw. nicht tun, sich eines friedens nicht halten, jn. aus seinem munde speien˺ wollen, eine jungfrau ü. keinen heiden wollen, j. jm. ü. etw. sagen
.Belegblock:
wen du la bist zwischen zwein, | So begin ich dich ober ein | Uze mineme munde spin.
Daz wir beheftet sin alsus, | Daz ist sin werc ubir ein.
sant Gregôrius: wære got tœtlich gewesen und sölte er sich ir als lange hân entzogen, überein im wære sîn herze gebrochen.
Das wolten die von Bern nit lossen geschechen, und wolten úbereyn heym.
Da der Vatter sahe, das er uͤberein ein Spiler wolt sein, da verdinckt er in zuͦ den besten Spilern.
Ob aber das vberein nit sin moͤchte, [...], so bitten wir v́ch aber, das ir [...].
Darumb trag ich sy
[eine
kappe mit dem Bild einer nackten Frau]
an gewandt. | Also hab ich dir v̈berain | Gesaget, was das pilde main.