überdrang,
der
;-(e)s/–
.– Gehäuft obd.; seit E. des 15. Jhs.
1.
›Bedrängnis, Beeinträchtigung, Schaden, Unrecht als Widerfahrnis, das j. jm. mit Worten, Taten, durch wirtschaftliche Auflagen, sozialen Druck, durch Grausamkeit u. Ä. zufügt oder (seltener) das jm. durch unbeeinflussbare Ereignisse zustößt‹; Syntagmen:
ü. dulden / leiden, hinlegen, j. jm. ü. beweisen / tun
(z. B. dem volke, den untertanen
) / zufügen
(z. B. den geschlechten
); jm. ü., viel überdranges geschehen
; j. überdranges leiden
; j. durch ü. rauben, jn. mit ü. beschweren, um einen ü. gnade begeren, sich von wegen überdranges entschliessen
[+ Infinitivsatz mit zu
]; der ü. des alters, der bosheit
; der ü. mit worten, vom adel
; der grosse
(mehrfach) / hochbeschwerliche / unbilliche / unleidenliche ü
.Belegblock:
Gewalt. Vbertrang, Notzwang. Vergweltigung.
Leg hin all dein krafft, sterck und macht, | Dein hochmut, ubermut und bracht, | Dein uberdrang und schinderey, | Dein grausamkeyt und tyranney.
ein gottloser lebet lang | In seiner boßheit ubertrang.
vur des alters ubertrang | Hab wir dir künstlich regel geben.
Wann er sich bsorget grosses zwangs / | vil leiden müst des überdrangs / | der jm auch bgegnet gwaltigklich.
daß die von Niderchaam ihnen großen schaden und übertrang thäten in ihren holtz und güteren mit ihren schwinen.
darab [ab einem schloss] denen von Zúrich grosser schad und vil úbertrangs geschach.
da wirstu gnad von den bruodern begeren umm den grossen übertrang so du innen bewyssen hast.
Vbertrang (der) Alles das wider billichs vñ rächt beschicht / Vnbill / Schaden. [...]. Vbertrang mit worten. Inuectio. [...]. Allen Vbertrang vnnd vnbill oder muͤysaͤligkeit deß manns leyden vnnd dulden. [...]. Durch unbillichen gewalt vnd Vbertrang rauben.
Vbertrang / oberlast / da man einem leydts abthut.
wie gesein moͤcht das sich die menschen vnd’einander selbs nit also beschedigten. Saget er wo sÿ mit schmach vnd übertrang nit wurden beschwaͤrt die sy leiden.
in duser zeyt, [...], hielte sich der adel gantz fraintlich und cristenlich in allen dingen, theten ach niemetz kain ubertrang.
daß wir [...] von wegen unserer armen leut und underthanen hochbeschwerlichen übertrangs lasts und vergweltigung uns ainhellig mitainander entschlossen [...] haben, [...].
‒
Vgl. ferner s. v. .2.
›militärische Übermacht, Ansturm, Angriff von Seiten eines Feindes‹; vgl. 2.
Belegblock:
Doch ir sich lang auffhalten kund, | [...] | Und wehrt sich irem ubertrang | Gantz ritterlich.
welche [botschaft] da anbracht die [...] beschaͤdigung des Tuͤrken und uberdrang des kuͤng von Frankrichs.
Das römisch kriegsvolk [...] wolten ain schlacht lifern den Baiern, aber es mocht nit bestên vor dem überdrang der Baiern.