ölbaum,
Syntagmen:
ölbäume pflanzen
; ölbäume
(Subj.) [wo] wachsen, öl geben, unfruchtbar werden
; dem ö. ein königreich anbieten
; in den ölbäumen feuer brennen, schwämme unter den ölbäumen wachsen
; der fruchtbare / milde ö
.; die zelgen des ölbaumes, der berg der ölbäume
; der zwei(g) von einem ö
.Wortbildungen:
ölbäumen
ölbäumereis
ölbaumholz
ölbaumzwei(g)
öl(baum[en])holz
: ˹, , , , , , ˺.
ölapfel
ölberbaum
ölbone
ölfrucht
ölholz
ölnus
ölreis
Belegblock:
ouch wib, begurt mit lynin, sitczin an dem wege und burnin oleyboymeczwige
[
die paumen der olbaumMentel
1466: ; nd. Bibel 1478:
twygen van olyuen; 1522:
de telghen der oleybome;
obs zum opfferLuther
1545: ].
Jotham sagt auch den buͤrgern zu Sichem ein gantz gesprech / wie die beum dem Oelbaum / feigenbaum vnd weinstock jhr koͤnigreich angebotten / vnd endlich den dornbusch gewehlet haben / aus deme ein fewr entstanden / vnd sie alle verbrant habe.
Und sulden in demute wis | Mit palmen und olboume ris | Begeinen Alexandro drat | Mit allem volke vur di stat.
Idoch wil ich machen kunt | Den olboum in dirre stunt, | Wand er aller mildest ist, | Gibet ol zu siner vrist | Von edlekeit des stammis.
unde [die tube] brachte eyn bluninges oley riss in orem | munde.
die ebreischen kindere begeinten ime mit olebumes celgen.
gegen mittag soll man pflanzen allerlei fruchtbare beume und sonderlich ohl-, mandelbeume.
Das fewr in den ölpamen und | dem stro so ser prinnen begund, | Daz [...].
O müeter aller gnaden, | Dw ymer gruendes olpäum zwey, | Lüst, schmack der pesten speczerey.
do ihesus [...] waz kumen ze bethfage an den berg der olbaum
[Var. um 1475-1518:
ölberg;
berge OlivêtiBeheim
1343: ;
OlebergLuther
1545: ].
Vnd macht in dem bethaus zwey cherubin von olbaum holcz
[1. Kön. 6, 28]
x daum elen in die hoͤch. in dem eingang des bethaus macht er ij turlein von olpaum holcze
[Var. um 1470-80:
olholtze].
Drupa, Ein œlnuß / oder ein beer.
Baumgarten (der) Arboretum. [...] Ein vile fruchtbarer boͤumen bey einanderen / als oͤlboͤum / haselnuß stauden / mandelboͤum.
Oelbaum (der) oder oͤlbeerbaum. Olea, oliua. Wilder oelbaum. Oleaster. Oelbaͤumin. Oleaginus. Oelbon (die) Oliuæ bacca.
dar umb haisset er [berg] Olivet das vil oͤlboͤm da wachssent.
2.
›Ölbaum‹, wie er unter Aspekten der zeitgenössischen Religion von 5; 6 her als ,Arznei, Heilung, sakramentale Heiligung, Erlösung‘ motiviert und mit , 1; 2; 3; 4; 5, 4, 1; 2; 3, in eine assoziative (tropische, allegorische, bildhafte) Beziehung gebracht wird; auch auf die Mutter Gottes bezogen; zu weiteren theologischen Assoziationen s. z. B. LThK
; 7, 1986, 1138
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Wortbildungen:
ölbaumkern
ölbaumzwei(g)
Belegblock:
Ich aber steh on grawen | In meines Gottes hause raum, | Wie ein gruͤn fruchtbar oͤlebaum, | Ich thuͦ mit festem trawen | Auff dein gnad immer bawen, | Die freundligkeit vnd guͤte dein | Soll ewiglich mein hoffnung sein.
Olboum, dine mildekeit | Was dem cranken ie bereit.
die balmenris und des oleboumes zelge soltu vor unsern herren gote werfen, daz ist inneclichen gebet und bruderliche liebe [...]. ensin dine werk des niht wert daz sie heizen palmen und oleboume, doch mach man heizen sie palmenris und oleboumes celgen.
O müeter aller gnaden, | Dw ymer gruendes olpaüm zwey, | Lüst, schmack der pesten speczerey.
solt du bluͦmen und gras und oͤle bomes zwiger engegen dem hymelschen kúng spraiten. [...]. des oͤlbomes zwiger ist miltekait und senftekait, die du dinen bruͦdern solt ôgen.
Also das ich [Adam] muͦs sterben, | Ich muge denne erwerben | Von dem paradyse | Inetlicher wise | Dar us aines olei boͮmes ast: | Der benimet mir des todes last.
oͤl vnd Mandelbaͤum / Sebesten, deren frücht in vnsern Apotecken / auch vnder disem Namen zufinden.
Cegolitus ist ain stain, der geleicht ainem ölpaumkern. wenn man den entlæzt in wazzer, sô ist er guot zuo dem niernstain.
Ditz ist die durchwurzet gar | zelle der erzneie, | [...] | so ist nu des ölpawmes zeit | und der gerten blüete [Virga ferens florem].
3.
›Ölbaum‹ als Gegenstand von Möglichkeiten, die Realität durch Zauber in seinem Sinne zu beeinflussen; Belegblock:
Am Walpurgisabend stecke zweiglein von ohlbaum uf den misthaufen, sol fur der unholden zauberei helfen.