ödrecht,
das
.
›Rechtsverhältnis, dem eine
öde
1; 2 unterliegt‹; metonymisch: ›dem
ödrecht
unterliegendes Gut‹ (Fläche oder Haus); vgl. (
die
) 1; 2, (
das
) 5.
Oobd.; im mittleren Frnhd. auslaufend; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
ö. haben
; [ein Betrag]
auf / zu ö. liegen, ein gut zu ö. bestehen, jm. ein gut / urfar zu ö. lassen
.

Belegblock:

Fuchs, Urb. Göttweig
320, 23
(
moobd.
,
1321
):
in Pernhartsdorf 10½ beneficia, quorum decem sunt instituta colonis, medium vero ödrecht.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
167, 34
(
moobd.
,
1344
):
swenn dieselben vrbar furbaz pavfellich vnd oͤd werden von vnfrid oder prunst [...], daz si ze oͤdrecht hin werdent lazzen, in denselben jaren vnd avch frist sullent si chein schatzstivͤr noͤch vogtstivͤr geben.
UB ob der Enns (
moobd.
,
1380
):
Albrecht cholb [...] hat ze lehen einen hof [...], geacht fuͤr drew phünt gelts, vnd ze Harawͤ auf oͤdrecht fuͤnfczig phuͤnt geltes.
Hör, Urk. St. Veit
234, 27
(
moobd.
,
1447
):
Notandum, daz wir dem Lieblen zu Pruklo daz gut czu odrecht haben lazzen drew jar.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
15. Jh.
):
wer auch ödrecht hiet oder abprunn, do gott vor sei, der schol zimerholz nemen in unsers herren holz.
Fuchs, Kart. Aggsbach ;