öde,
die
;
–/-n
, auch
öd
(mit
e
-Apokope).
1.
›wirtschaftlich nicht oder nur extensiv genutztes, tendenziell aber wieder nutzbares Gut, Stück Land; Ödland‹; zu (Adj.) 1; 2.
Nahezu ausschließlich obd. belegt; gewisse Beleghäufung für Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
1
1, .
Syntagmen:
eine ö. aufnemen / aufrichten / bauen
;
etw. öden heissen
(doppelter Akk.);
ein hun auf die ö. fliegen, aus einer ö. x pfennig dienen
;
die ö. der welt, am weinberg
;
ein haus mitsamt der ö
.
Wortbildungen:
ödland
,
ödreute
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
daz got den son vorlieze | in der werlde ode.
Maaler (
Zürich
1561
):
Oede (die) Vastitas, Desertum.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Was aber zulehen warn, die man an etlichen ennden öden hayst, das nicht hawser oder hawswiert darauff gesessen sindt, [...], soltn geben 9 ß phennig.
Hör, Urk. St. Veit
119, 34
(
moobd.
,
1377
):
die obgenanten guͤter, hueben, oͤed, wismad vnd wald, [...], gepawt vnd vngepawt.
UB ob der Enns
10, 799, 7
(
moobd.
,
1380
):
Chunrat Czineinspan hat ze lehen: [...] vnd drew rewtter vnd drew ödrewt gelegen in Florenwein.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1391
, Hs.
15.-17. Jh.
):
ob si ainen fuegleichern weg erfinden kunden, damit die oden aufgericht und paut wurden.
Fuchs, Kart. Aggsbach (
moobd.
,
1430
):
Andre Ruedl dint siben pfenning und aber von ainer oͤd vıͤr phenning.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1527
):
welicher ain öden hat aufgenomen und ainer kämb und wolt ain agker darauß machen, der [...].
Es ist ain ieder hausgesesner [...] dem herrn ain hain das auf ain öden fliegen mag schuldig zu zehent geben.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
,deserta Boiorum‘, das ist die ,baierischen haiden, wildnus und öden‘ genant.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
133, 5
(
mslow. inseldt.
,
1577
):
das der Peter Muśdorffer, [...], Vom Foder ein Stuek ödland Zue einer keer gekauft hat.
Hör, a. a. O.
119, 16
;
UB ob der Enns
10, 730, 9
;
Staub, Qu. Wien ;
Winter, a. a. O. ;
Bischoff u. a., a. a. O. ;
Mell u. a., Steir. Taid. ;
2.
s. (Adj.) 2.
3.
›Leere‹ (z. B. des Magens); ›Aushöhlung e. S.‹; vgl. (Adj.) 3.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
45, 93
(
Nürnb.
1432
):
doch sol man weder hunger noch durst leiden, sunder die mittelmaß hallten, wan die lang ödi des magen macht in an sich zyhen die pösen feuchten.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Hoͤle / oͤde. Concavitas.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
204r, 10
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Dem sin hirn ze kalt sig ab / oͤdi, der mali kenlum vnd mache kúggelli mit simelmelw vnd waissen vnd essi es.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Hoͤle / oͤde. Concavitas.