sünung,
die
;
-Ø/–
.
1.
›Versöhnung, Aussöhnung, gerichtliche Einigung‹ (zwischen zwei Personen); ›Vergleich, Waffenstillstand‹ (zwischen zwei Herrschaftsträgern); als Metonymie: ›mit einer Versöhnung verbundene Verzeihung‹;
zu 1.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 3, I, 3, 4, 9; 11; 12 (dies zur Metonymie); vgl. (
der
) 3, 2, , .
Syntagmen:
eine s. machen
;
die s. wo geschehen
;
jn. in eine s. aufnemen, zu einer s. dringen
;
der sünung frommen
.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
Wyrt eyne sunnunge vnd eyne berichtungen tzwyschen luten vnd eyne rechte werunge vorrichtet.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Durch der sununge vrumen | Gienc er vur jenes cellentur, | Der liez in blieben alda vur.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Dar noch czech lantgrafe frederich wedder in doringen wedder dy von erffort [...] unnd drang sy zu einer sununge.
Piirainen, Stadtr. Sillein
76a, 26
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Von svnung dy do gemacht wirt UO ein svnung gemachet wirt auz dem gedinge.
Ebd.
77a, 9
:
Von der svnunge wor umb NV Hoͤrt wo ein sununge ge sichicht
[sic!]
vor gericht odir ein vn werde daz gezevget der man mit dem richter vnd mit den schepfen.
Gille u. a., M. Beheim
126, 50
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 449
.
2.
›Strafe, Buße‹ (für ein begangenes Unrecht);
vgl. 2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
2, 7,
1
2, 2, 2, 2; 4.

Belegblock:

Piirainen, Stadtr. Sillein
77a, 19
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Von sununge wor umb iz sei NV hoͤrt wo ein svnuge
[sic!]
geschicht an boͤzzen dinge.
Qu. Brassó
5, 581, 5
(
siebenb.
,
1617
):
wenn Einer den Andern erausser begehrt, so soll derjenige, so gefoddert, nit folgen und solches ungekränket seiner Ehrn, sondern solches dem Gericht anmelden. so soll der Ausruefer halbe Söhnung buessen, nempe fl. 20.
Ebd.
12
:
dass, so derjenige, so ausgeruefen, den Ausruefer, weil er nit folget, umb halbe Söhnung bringt.