stützig,
vereinzelt
stüzlich
,
Adj.
charakterisiert die Haltung des Widerstandes gegen Kooperation: ›trotzig, aufsässig, widerborstig, widerspenstig, verstockt, bockig‹; sowohl von Personen wie (oft im Vergleich) von Tieren (vom Bock, Hund, Pferd) gesagt; vgl. (V.) 2; II, 2.
Gegensätze:
, 2, 1, 1; 2. Das Feld bedeutungsverwandter und gegensätzlicher Wörter ähnelt literarischen Lasterkatalogen, sein Umfang ergibt sich großenteils aus Reimzwängen sowie aus phonästhetischen Spielereien (oft Zweisilbigkeit; Vokaldoppelungen); semantisch geht es weniger um klare notative Unterscheidungen als generell um Abwertung / Ironisierung; einige Bildungen sind spontaner Art.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Obstinatus. Halßstarrig hartbendig frech / hartbänig harthelsig vnzuͤgig halßstarck steinhertzig verstockt zämloß stuͤrzig widerpoͤrstig starrig hartneckig verharrig verhärtet frat.
Mieder, Lehmann. Flor.
905, 6
(
Lübeck
1639
):
Wenn die Roß stutzig werden / vnd nicht ziehen wollen / so kan der Fuhrmann auch nicht fahren.
Luther, WA (
1530
):
Das ist das grosse ergernis, welchs gar viel leut stutzig und uns abfellig machet, ia auch die Propheten und heilige leut hat fur den kopff gestossen.
Sachs (
Nürnb.
1534
):
Jugend sprach: Du bist als ein bock | Aygensinnig, köppig und stützig.
Ebd. (
1563
):
Daß er [gaul] nit sey reudig noch rützig, | Auch nit haarschlecht, stetig noch stützig.
Ebd. (
1563
):
Sein kriegsvolck wurd seins kriegs urdrützig, | Gen im hemisch, untrew und stützig.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Uf dis antwort, wie wol die 8 ort darab, und insunders ab der stuͤtzlichen und truzlichen abmanung ein gross beduren hatten, [...], wurdens einraͤtig.
Jörg, Salat. Reformationschr.
552, 28
(
halem.
,
1534
/
5
):
Nach solchem umryten / wurdend nun aber die secter vil baͤniger / stütziger/ kutzlig / unlydig / und fiengend an sich mit gar trutzlichen troͤwungen und verachtlichen worten mercken lan.