räudig,
Adj.
›von Räude befallen‹ (von Tieren, überwiegend von Schafen gesagt); ›von juckendem Ausschlag, Ekzemen, Flechte befallen‹ (von Menschen bzw. einzelnen Körperpartien gesagt); mit Bezugsgrößenverschiebung: ›juckend, kratzend‹; generalisierend: ›krank; infiziert; verpestet‹; dies auch ütr. zur abwertenden Beschreibung von Personengruppen und deren Gesinnungen;
zu .
Syntagmen:
j., das schaf r. sein, j. auf dem hals r. sein
; j. / etw
. (Subj.) den stal, das haus r. machen, das vieh r. erkennen
; der räudige gaul / grind / haufe / mensch / sünder, die räudige haut, das räudige pferd / schaf / vieh / volk, die räudigen leute
.Belegblock:
so sol man ein soͤlch Schaf nemen, [...] das da nicht hincket, eineugig, schebicht oder reudig were.
Keine ruddige schaf sollen hieselbst in Deurener herlichkeit gestattet werden.
schmieren die rudick hut mit dissem wasser.
sein Sohn hab In Zu dieser Duberej bracht, vnd wie ein Reudig schaff, sein haus Reudig gemacht.
Domit [schurff-salb] salb den reudigen menschen durch wol.
Juckt und kratzt, samb er reudig wer, | Auch fischt stets nach den leusen er.
Ein reudig schaff | Ein ganzen stal vol reudig macht.
Ach helferinne, hilf und tawe mit deinen genâden auf uns räudig sünder.
man koͤnd sy [richter] nit zuͦ wegen bringen [...]. Die imm
[Luther]
und seinem losen rüdigen hauffen gefielen. Ebd.
52, 16
: kumbst du meer uff bann
[›trittst du häufiger öffentlich auf‹],
ich wil dir dein ruͤdigen grind anders anngreiffen. dan so kumbt ain grosse anzall volks zusamen, rüzigs und reudigs [...] und ist kem der halb tail geschickt zum kriege.