Aggredi. Anfallen stuͤrmen angreiffen.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Dâ wart ein sturmin und ein slân | in sô swindir vreise, | das iz [...].
Christus wortt stuͤrmet mit nyemant leyplich, es verkundigt aber stuͤrmen leyplich den tyrannen unnd loͤßet senfftlich die seelen von yhren banden, das sie verachtet werden, wilchs ist das aller best stuͤrmen. Denn was vorachtet wirtt, darff nit viel stuͤrmens.
Es [hertz] hat nu keine not mehr, es kome, tod, Teuffel, welt oder helle, so wil ich nicht verderben, Las her gehen, stossen und stuͤrmen, was da stossen oder schrecken kan, [...], Ob ich gleich von meinen feinden und aller welt gedruckt, verfolgt und veriagt würde, so hab ich einen Herrn.
der [Teuffel] kan solches bekentnuß [Evangelium] nicht leyden, denn es bricht jm sein Reich unnd gewalt, Darumb versucht er sich dran unnd stürmet getrost dawider.
Er wil überal mit seinem Euangelio hin kommen und regieren und dem Teuffel sein Reich stürmen und schwechen.
Fischer, Brun v. Schoneb.
(
md.
, Hs.
um 1400
):
von golde von silbir von wormen, | mit den drien wil ich stormen, | biz ich si brenge uf ir recht.
Wyss, Limb. Chron.
(
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
17.
/
18. Jh.
):
unde stormeten vur Embecke unde lagen nun dage in dem lande zu Sassen.
Die gemeinde [...] | [...] | heren Bruyn Hardevuyst sturmen begonde | ind wonnen eme syn huys ane.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
15, 23
(
Frankf./M.
1626
):
daß Saladinus endtlich mit grosser Kriegesmacht gar fuͤr Jerusalem ruͤckte / belagerte vnd stuͤrmete dieselbe 30. Tage.
Deß Morgens fruͤe schickten sie ein Hauffen gegen der Sonnen Auffgang / vnd Stuͤrmeten die Stadt an zweyen enden.
Sturmen oder streyten in worten.
Sturmen verspotten. inuadere. insultare.
Des selben nahtes na der meti waz im vor in einer gesiht, wie ein groͤssú schar michels gefúgels kem fúr sin celle stúrmend.
so die schoͤnen wingarten beginnent bluͤgen, daz uͮch denne die bremen und die leiden kaͤfer beginnent stúrmen.
und (werent wir) dem túfel eine burg werden, die er stúrmen wil also Job, [...] Nein, mine lieben, nein!
als nun min heren mit irem zúg [...] gewerchtent, das das hus sturmbar wart, also leitent min heren [...] einen sturm an.
Kurz, Murner. Luth. Narr
(
Straßb.
1522
):
so stürmpt vnd greiffen an, | Laßt nit ein stein an kirchen stan.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 73, 21
(
halem.
,
1489
):
im letsten uffloͧff, als man gestürmpt hab, sye er gen Zug geloffen.
Stürmen / Mit einem sturm oder mit gewalt gewünnen. [...]. Ein thor Stürmen / anstossen / anbütschen. [...]. Stett Stürmen / vnd eynnemmen. [...] ¶ Daruon Stürmen / Eylents dauõ lauffen. Præcipitare uiam. [...] Stürmer / Der mit dem sturm vnnd stryten eroberet / siget vnnd gewünnt.
also kam hertzog Ludwig mit allem seinem zeug, mit büchsen, laitern und andern sturmdingen.
an sollichem allem die neuen rottengaister, hailigen⸗ und kirchenschender und stimeren, die neulerigen predicanten schuldig worden.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 8, 13
([
Augsb.
]
1524
):
wie man die Christen von des Euangeli wegen stürmet / faͤcht / verbrennet / verdreybt.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
(
Ulm
1486
):
Merk die ordnung ainß krigs. am ersten die stürmung der maur, darnach widernemung deß entwerten guͦtz.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
23, 166
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
er [Jesus] stürmet sie [vorhell] mit clarem schein, | die vormals litten laid und pein, | die nam er mit gewalt.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
185, 45
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wenn der pöz geist peginnet cze stüermen dy vest vnsers gemüets, mag er dye nicht gewinnen mit gemayner vnd gewönleicher anweig, als mit vnchëwsch vnd mit hochfart vnd mit anderen gemayn tödsünden, so scheüsst er in das haws vnsers gemüets widerczäm vnd lëppisch gedänkchen.