ströen,
ströern,
Adj.
1.
›aus Stroh hergestellt, bestehend‹; teils positiv konnotiert, dann mit Tendenz zu: ›einfach, schlicht, echt‹; Belegblock:
2 alt rauffen, 2 vihetroge, 6 strohen hunernest, 1 trag.
Ein ströen bet, ein kleyen brot, | Ein wasserkrug, vil angst und not.
Vil besser ist ein ringe nahrung | [...] | Unter einem ströen obdach, | Denn köstlicher tisch.
Culmen, Ein stroͤwen tach.
Der furet vff eym strowen dach | Der vff der welt ruͦm / setzt syn sach | [...] | Dem [...].
Ein strohern heußlin von ehren gebawet / weret lenger / dann ein groß flasern hauß.
mit etwas geflochtener oder gezeünter stroiner subtiler arbeit.
2.
charakterisiert (meist als Adjektivattribut) Größen unterschiedlicher Art in durchgehend negativer Weise; im Einzelnen jeweils die gegenteilige Qualität / Eigenschaft dessen meinend, was man e. S. / e. P. unter positiver Perspektive zuschreibt; die Angabe eines verlässlichen tertium comparationis ist kaum möglich; die folgenden Verständnishinweise sind deshalb nur als Vorschläge zu verstehen: ›unmöglich und insofern auf Betrug weisend‹ (bei z. B. ströe[r]ne kolen, stroener bart / kranz / helm
); ›warnend‹ (z. B. hinsichtlich eines kranzes
); ›untauglich‹ (von einem argument
, metaphorisch: einem spies
); ›verführerisch, feurig‹ (vom ars
der Venus); ›erfolglos, illusorisch‹ (von einem anschlag
); ›untüchtig, nutzlos‹ (von einem könig, man, reiter, ritter
); die jeweiligen Ausdrücke sind teils ansatzweise phrasematisiert; an 1 anschließbar; Belegblock:
Das der Antichrist also verordenet hat | Und dreet Christo mit seinen namen ein stroern bart.
Was sol ich aber hie antwortten, denn eben das sanct Augustinus seinen Pelagianis antwort, die auch mit dem stroern spiesz auff yhn stochen.
On das der Bapst zu Rom mit seinen Procession und Litanien [...] den Koͤnigen und Herrn gerne wolte eine Nase drehen, und stroͤern Bart flechten, das sie gleuben sollen, er sey [...].
zuletst kamen 16 auf die pan, die waren mit grünen kitteln und mit heu ausgefült angetan und hetten stroen helm auf und stachen mit krucken mit einander.
ich mein, ir seit nit klug, | Das ir solch unvernust facht an, | Und ist doch ie ein man ein man, | Und wenn er schon gleich stroen wer, | Noch solt er euch so nit unmer | Gehalten sein.
So sagt mir, frau, seit ir es doch, | Frau Fenus mit dem stroem loch, | Von der ich so vil han vernumen.
Nach dem
[
reich, gewaltig, groß zu sein]
thut fleisch und blut stez streben | Und macht manchen ströen anschlag. waz sol ein stroͤwine riter und ein tuͤchine man? Gross verwegenheit han in liebe und denn verzagen in leide.
Der selb ein stroen bart gott flecht, | Der an im nit wachsen kan.
Frow Venus mit dem stroͤwen ars | Byn nit die mynnst jm narren fars.
wie si dan in vormals ouch einist mit erobretem sig und enthouptung des stroͤwinen kuͤngs, [...], hat riterlich erloͤst.
was bringtt der für ein stroͤwin argument / was hillft der tannt / das jst ein schlechter gegenwurff.
Uz Burgraff der dhete denen stroinen reiter vil plagen an; also hat man zu ieder zeit solcher ritter ain menige.