rümpfen,
V.;
auch rimpfen
.1.
›runzlig, faltig werden, sein (durch Trockenheit, Alter)‹; im Einzelnen auch: ›verdorren, schrumpfen (z. B. von Obst)‹; ›brüchig, rissig werden‹ (von der Singstimme); intrans. und refl.Syntagmen:
die schlange
(Subj.) r
. (absolut); das fel des menschen sich r., die pfirsiche sich auf den bäumen r
.; subst.: js. tenor mit rümpfen wolbedekt sein
.Belegblock:
Wann sich die pferschingen uff den beumen rumpfen und abfallen.
Wie ich [...] | [...] | Hab behenckt meinen Jungen Leib | Mit so eim altn heßlichen Weib, | Ist Runzelt, alt vnd vngeschaffn, | Schmalbacket, rumpffet, wie die affn.
Der slange, so er bevindet das er beginnet alten und rimpfen und stinken, [...] sloiffet er sich vil enge
[durch zwei Steine],
also daz ime die alte hut zuͦmole abeget. sô des menschen vel beraubet wirt des pluotes, sô rimpft ez sich.
mein tenor ist mit rümpfen wolbedacht.
2.
›sich zusammenziehen, krümmen (z. B. vor Schmerzen, Trauer)‹; speziell auch: ›sich (ver)beugen, verneigen‹; in Verbindungen mit Partien des Gesichts wie nase, stirn, maul
›das Gesicht verzerren bzw. eine Partie des Gesichts in Falten ziehen, runzeln‹; dann meist bildlich als körpersprachlicher Ausdruck z. B. der Betroffenheit, Trauer, Missbilligung, Verachtung, des Unwillens u. Ä.: ›etw. missbilligen, verachten‹.Syntagmen:
j. sich r., sich
[wann, wo, wie], ab etw., vor jm. r., etw
. (Subj., z. B. der leib, die nase
) sich r., der leib sich ab etw., das blut / fleisch
(Subj.) sich ab dem kreuz r., etw
. (Subj.) sich als ein wurm r., j. die stirn (ab etw.), das angesicht / maul r., die nase über etw. r
.; subst.: kein rümpfen
(Subj.) [wann, wo, wie] helfen
; als part. Adj.: die gerümpfte stirn
.Wortbildungen:
rümpfung
Belegblock:
flöhe [...] die stuͦdfaulen mägde inn der predig auffwecketen und [...] geben offt einer einen stich in die seitten, das sie sich rumpffte und krupffte.
Du must mir hie nicht die schultern zihen vnd das maul rumphen vnd geg sagen.
Dan der Christ ist sein [Christi] gliedtmas, ehr nimpt sich ihrer an undt rumpfft die Nasen drueber, gleich als were es ihm widerfharen.
Wenn auff eine Zee getretten wird, So kruͤmmet und ruͤmpffet sich der gantze Leib.
Wer gen ym
[Graf von Savoyen]
saß, der must sych vor im rimpffen. Wir rumpffen die stirn, [...] schelten auff alles, was nur ein wenig vberzwerch gehet.
mit anderr leibes lüste | soln sy nit sein zu wüste | dar ab ir leib sich rimpf.
Rympffung des leffs von gelechters wegen.
Doran ich gantz kein zweyfel hab, | Das mancher rympfft sein stirn dorab.
hett ich eins koten lauff so schnel, | ich möcht mich darab ruͤmpffen.
In Burgunnen sind si komen, | mit einem harten sturm | hand si Lila gewunnen, | es rumpft sich als ein wurm.
Lass gan den stichling, bringts dir schmerz! | [...] | Da hillfftt kein rümpfen, grynen, zennen.
3.
›sich (ungehalten, unwillig) abwenden‹; ›sich winden, sträuben, weigern‹; auch: ›sich jm. gegenüber abfällig, höhnisch verhalten‹.Belegblock:
Denn wer da alt geporn ist, der rümpfft und weret sich und sihet hin und her und speret die vernufft auff, wie sie sich weren woͤlle.
daß sich keiner des kleinen vnachtparn / vnd von vns verworffen heufflins / deren so weißheit vnd erbarkeit nachstellen / gegen euch ruͤmpffen oder mufftzen doͤrffe.
etlich Cardinal seind zu ym
[Papst Hadrian]
kumen die begeret haben / von ym bistume [...] hat er gesprochen / es sey zu vil / vnnd sich darab gerumpfft. [der man] ließ holen [...] | [...] | Ein geringen, sauren covent, | Der nicht vil gutes in im het. | Darob sein fraw sich rümpffen thet.
[Der bruͦder] sah das gifft im sacrament. | Des rümpfft er sich vnd wolt sin nit.
4.
›sich kümmern, sorgen‹.Phraseme:
sich nicht um ein har rümpfen
›sich gar nicht kümmern‹.Belegblock:
Wir haben allen funt vnd list | Dem entendieb vor zuͦ gerist, | Schmachbüchlin geschrieben aller hab: | Der boͤßwicht ruͦmpfft sich nit darab.
(Ich sterb in sünden, ists nit wor!) | Sy rümpfften sich nit umb ein hor.
5.
›ein bestimmtes Kartenspiel spielen‹.Wortbildungen:
Belegblock:
Macht euch ein weil selb kurtzweil viel | Mit würffel oder karten-spiel! | Thut bocken, flossen oder rümpffen!
Zart fraw, ich will | Mit euch ein spiel, das heist man rümpfen
(hier wohl doppeldeutig als erotische Metapher). doctors son, [hat] mit ainem jungen, [...] ob der Herrenstuben auf dem rumpffspil entragen, daß ainer den andern [...] in das maul geschlagen.
so facht das spill an. Da rumpft man uf ein stunde oder zwo.