röten,
V.
1.
›eine rote, rötliche Farbe annehmen‹; vereinzelt speziell: ›rosten‹; ›etw. (Tuch, Stoff) mit Hilfe eines Farbstoffs (z. B. Färberkrapp) rot färben‹; wohl auch: ›etw. bräunen‹ (von Brot);
vgl. 1; 8.
Bedeutungsverwandte:
1; 2, , .
Wortbildungen:
röteln
(V.),
röter
›Rotfärber‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Wolde sij das is [brot] alse wiseclich | Geroedet
[laut Hrsg. könnte eine Verschreibung für
gerondet
vorliegen]
wuͤrde und so subtileclich | Das is scheine kleine sin | Und doch yeclichem genuglich moͤchte sin.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1490
):
Ailheit nagelaissen wedewe wilne meister Heynrych des roeders hait gesacht in alre maissen bi irre [...] treuwen gelich Heynrich ind Gertgyn [...] gesacht haint.
Ebd. (
um 1400
):
Were sache, dat einich man ein doich dede roeden, id en were dan gereckt ind geblijet, der gilt eine m. zo boissen.
Voc. Teut.-Lat.
bb iijr
(
Nürnb.
1482
):
Roten rubritzierñ. rubricare.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
sy brachten den tabernackel [...] vnd alles hausgerete: die vingerlin
.
die tafeln
.
die stangen
.
[...] daz bedecksal
.
von den geroͤten
[nd. Bibel 1478:
roden
, 1484:
rodghevarweden
;
Froschauer
1531:
rotlaͤchten
;
Eck
1537:
rotgeferbten
;
Luther
1545, 2. Mose 39, 33:
rötlichten
]
fellen der wider.
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 32
(
Straßb.
1574
):
Vnser Stein / scilicet Sol vel Luna, dissoluiert sich in Spiritum Mercurij, vn mit dem selbigen congelirt er sich selbs / er schwertzt sich selbs / er weißt vnd röth sich selb
(letzter Schritt der alchemistischen Zubereitung des Steins der Weisen).
roͤteln / roth machen.
Schmitt, Ordo rerum
700, 21
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Rubiginare rusteren [...] rusten [...] röten.
Deinhardt, Ross Artzney
159
(
oobd.
,
1598
):
Sez [khuppffer wasser] in ain gluet, laß drei stundt dar innen steen, biß es rotlet.
2.
›etw. / jn. rot färben (durch Blut)‹; ›jm. blutende Wunden zufügen; herbeiführen, dass j. von Blut gerötet, überströmt wird‹; auch refl.: ›(von Blut) rot werden‹ (von Plätzen gesagt);
zu 2.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
di rode da mete sine hut | gerotet wart, herzliche trut, | was daz blut daz uz sime libe gink.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
365, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Des chom er vor nie mer zue sölichen nöten; | des schlueg er ors unnd lewte vil, | davon der plan mit pluet sich gunde rötten.
Kummer, Erlauer Sp. (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
was si vinden junger chind, | [...] | di hat er all hoissen toͤtten | und mit ıͤrm pluͦt roͤtten.
Fischer, a. a. O. ;
Gille u. a., M. Beheim
328, 181
.
3.
›etw. (z. B. die Haut) rot, entzündet werden lassen‹; refl.: ›sich röten‹ (von krankhaften Veränderungen am Körper);
zu 3.

Belegblock:

Strauss, A. v. Villanova dt.
168r, 32
(
obd.
, Hs.
1421
):
ist ez, daz daz blut brvn ist oder swartz, daz bedutet hytzige fuchtikeit vnd vil kratzens vnd roden.
Sudhoff, Paracelsus (
1529
):
alle scheden die da hizig seind, brennen, feuren, röten sich und nach den adern auflaufen und richten.
Ebd. (
1536
):
mit hiz und ganzer art geschwelt dasselbig glid
[in das sich die
krankheit
setzt]
auf und rötets wie ein kreps.
4.
›erröten, eine rötliche Hautfarbe (im Gesicht) annehmen (aufgrund emotionaler Erregung)‹; vereinzelt trans.: ›jn. erröten, rot werden lassen‹; in 1 Beleg: ›etw. (im Beleg: die Lippen) künstlich rot färben‹;
zu 4.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 2, 2.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Do begunden sie von zorne roten | und giengen alle heim zu hus.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Doch wolt die schom nit roten | Den dip den er erpiten det.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Denn tuͦnt sú [die valschen minnerin] loͤse oͮgenblicke, denn roͤtent sú den bleichen munt, denn faͤrwent sú die ungestalten wengel.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Paris rötten do began | Do in dü magtt lobesan | Also flechlichen batt.
5.
›rötlich leuchten, strahlen‹; ›einen rötlichen Ton, Glanz, Schimmer zeigen‹;
zu 11.

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
Und des morgins [sprechit ir]: huͦte wirt ungewiter, wan der truͦrige himel rôtet
[
Mentel
1466:
roͤtte
;
Froschauer
1531 /
Eck
1537 /
Luther
1545:
ist rot vnd trübe
].
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Dar nach daz dorf mit vewr rot, | Daz es hoch in di luften pran.