röten,
V.
1.
›eine rote, rötliche Farbe annehmen‹; vereinzelt speziell: ›rosten‹; ›etw. (Tuch, Stoff) mit Hilfe eines Farbstoffs (z. B. Färberkrapp) rot färben‹; wohl auch: ›etw. bräunen‹ (von Brot); Belegblock:
Wolde sij das is [brot] alse wiseclich | Geroedet
[laut Hrsg. könnte eine Verschreibung für
gerondet vorliegen]
wuͤrde und so subtileclich | Das is scheine kleine sin | Und doch yeclichem genuglich moͤchte sin. Ailheit nagelaissen wedewe wilne meister Heynrych des roeders hait gesacht in alre maissen bi irre [...] treuwen gelich Heynrich ind Gertgyn [...] gesacht haint.
Were sache, dat einich man ein doich dede roeden, id en were dan gereckt ind geblijet, der gilt eine m. zo boissen.
Roten rubritzierñ. rubricare.
sy brachten den tabernackel [...] vnd alles hausgerete: die vingerlin
.
die tafeln .
die stangen .
[...] daz bedecksal .
von den geroͤten [nd. Bibel 1478:
roden, 1484:
rodghevarweden;
rotlaͤchtenFroschauer
1531: ;
rotgeferbtenEck
1537: ;
rötlichtenLuther
1545, 2. Mose 39, 33: ]
fellen der wider. Vnser Stein / scilicet Sol vel Luna, dissoluiert sich in Spiritum Mercurij, vn mit dem selbigen congelirt er sich selbs / er schwertzt sich selbs / er weißt vnd röth sich selb
(letzter Schritt der alchemistischen Zubereitung des Steins der Weisen). roͤteln / roth machen.
Rubiginare rusteren [...] rusten [...] röten.
Sez [khuppffer wasser] in ain gluet, laß drei stundt dar innen steen, biß es rotlet.
2.
›etw. / jn. rot färben (durch Blut)‹; ›jm. blutende Wunden zufügen; herbeiführen, dass j. von Blut gerötet, überströmt wird‹; auch refl.: ›(von Blut) rot werden‹ (von Plätzen gesagt); Belegblock:
di rode da mete sine hut | gerotet wart, herzliche trut, | was daz blut daz uz sime libe gink.
Des chom er vor nie mer zue sölichen nöten; | des schlueg er ors unnd lewte vil, | davon der plan mit pluet sich gunde rötten.
3.
›etw. (z. B. die Haut) rot, entzündet werden lassen‹; refl.: ›sich röten‹ (von krankhaften Veränderungen am Körper); Belegblock:
ist ez, daz daz blut brvn ist oder swartz, daz bedutet hytzige fuchtikeit vnd vil kratzens vnd roden.
alle scheden die da hizig seind, brennen, feuren, röten sich und nach den adern auflaufen und richten.
mit hiz und ganzer art geschwelt dasselbig glid
[in das sich die
krankheit setzt]
auf und rötets wie ein kreps.4.
›erröten, eine rötliche Hautfarbe (im Gesicht) annehmen (aufgrund emotionaler Erregung)‹; vereinzelt trans.: ›jn. erröten, rot werden lassen‹; in 1 Beleg: ›etw. (im Beleg: die Lippen) künstlich rot färben‹; Belegblock:
Do begunden sie von zorne roten | und giengen alle heim zu hus.
Doch wolt die schom nit roten | Den dip den er erpiten det.
Denn tuͦnt sú [die valschen minnerin] loͤse oͮgenblicke, denn roͤtent sú den bleichen munt, denn faͤrwent sú die ungestalten wengel.
Belegblock:
Und des morgins [sprechit ir]: huͦte wirt ungewiter, wan der truͦrige himel rôtet
[
roͤtteMentel
1466: ;
ist rot vnd trübeFroschauer
1531 / Eck
1537 / Luther
1545: ].