röte,
die
.
1.
›rote Farbe, Färbung‹; ›roter Farbeindruck, den eine Bezugsgröße erzeugt‹;
vgl. 1; 7; 11.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
172, 18
(
Frankf.
1535
):
der [Saphirus] ist aber der aller best der da finstere wolckenn hat / die sich auff roͤte ziehen.
Sudhoff, Paracelsus (
1528
):
nim sein [vitriol] colcathar und zeuch im die röte aus mit regenwasser.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Alabandra ist ain edel stain [...] und ist an der varb geleich ainem granâten, ân daz sein rœten vaizter ist wan des granâten, nâhent sam ains rubîns.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
36, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Recht alls die sunne überscheint | alls annders gestyrn, so sy durch rött her glentzet, | dem gleich und eben masse | ist Venus.
2.
›krankhafte, Beschwerden verursachende Rotfärbung am Körper (z. B. im Bereich der Augen)‹;
vgl. 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
die r. benemen / weren
;
die r
. (Subj.)
sich meren, jm. vergehen
;
etw
. (Subj.)
der r. weren
;
die r. der augen
;
die r. in / unter den augen
.
Wortbildungen:
röteln
(
die
; pl. t.) ›Krankheit, bei der sich rote Flecken auf der Haut bilden‹ (wohl ›Masern‹).

Belegblock:

Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
234v, 7
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Ist aber das dy colera [...] czu samen get [...] in ein aus wenig gelit, so macht / sy herisypolam dy rechte, vnd das / ist ein seiche, das dy rote sich mehet / mit der gelle.
J. W. von Cube. Hortus
96, 5
(
Mainz
1485
):
diß wasser dyenet fast woͤl den augen dar vmb gestrichen vnd benympt die rode dar inne.
Broszinski, Minner. Chir. Parva
83v, 7
(
halem.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die vierd cura ist meister Arnoldi, das trúcknet die trächen vnd wërt der röti der ougen.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
61, 10
(
oobd.
,
15. Jh.
):
Es [Schelkrawt wasser] wert auch die röt vnd pricht die platern in den augen.
Qu. Brassó
5, 378, 38
(
siebenb.
,
1601
):
In diesem Jahr 1601 [...] ist ein Sterben angangen ohn den Pocken und Redlen, und solches ist geschehen in ganz Siebenbürgen.
Keil, Peter v. Ulm
96
;
Eis u. a., a. a. O.
33, 17
;
3.
›(durch emotionale Erregung verursachte) Rötung der Haut‹; speziell: ›Schamröte‹; auch als Schönheitsmerkmal, z. B. von der roten Farbe der Lippen; zu 4;
vgl. 4.
Bedeutungsverwandte:
1.
Syntagmen:
der apfel r. geben
;
die r
. (Subj.)
anmutig / schön sein, eine r. auf etw. liegen
;
js. mund in r. erhaben stehen, j. mit r. die lezte stat behalten, vor r. an sich halten
;
die kleine / schamhafte r
.;
die r. der lippen
.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
wen der apfel mala punica | entzwei gebrochin wirt mit note, | so gebit he ruch und rote.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
Gip disme di stat, und denne beginnes du mit rôte
[
Mentel
1466 /
Eck
1537 /
Luther
1545:
scham
]
di letste stat behalden.
v. Ingen, Zesen. Ged.
384, 16
(
Breslau
1641
):
Es ist auch wol schoͤne und anmuthig die Roͤthe der Lippen / welche mit dem Silber⸗farben Tau befeuchtet.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Dar uff [Sin hut] ain klainú roͤti lag | Von der sunnen schin gesprait | Wa er blos was an klait.
Perez, Dietzin
2, 290, 10
;
Jahr, H. v. Mügeln
1001
;
4.
›roter Farbstoff (z. B. zur Textilfärbung)‹; speziell: ›Färberröte, Krapp (Rubia tinctorum L.)‹;
vgl. 1; 6; 9.
Zur Sache:
Marzell
3, 1446
.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , .
Syntagmen:
die r. einkaufen / kaufen, jm. verkaufen
;
die r
. (Subj.)
farbkraut sein, in Schlesien wachsen
;
etw. mit. r. färben, j. von r. pfundzol geben
;
ein bal r
.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 51, 26
(
md.
,
1354
):
Ok schal nyment Roede kopen, sy en werde em geantwerdert to des verwers Hüs, dar de waghen synt.
Ebd.
2, 34, 14
(
1534
):
Die Tuchmacher sollen alaun, Rothe, kupferwasser, weinstein, vd
[sic!]
Gallus eintzekauffen haben vor yr handtwerg allein.
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
446, 15
(
rib.
/
westf.
,
1597
):
ein bal röde, so farbkraut ist und in der Slesien heuffig wechst.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
um 1435
):
Spangruͤn, roti vnd sust jeglicherley farw, gilt I zentner IIII ß nota vel III ß.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1423
):
von röte, daz ist värbe, da git man auch pfunt zol von.
5.
eine Pflanzenkrankheit, die rötliche Ablagerungen verursacht; wohl eine Art ›Getreidebrand‹ oder eine durch Rostpilze verursachte Schädigung des Getreides;
vgl. 1; 6.
Bedeutungsverwandte:
3.

Belegblock:

Argovia (
halem.
,
1606
):
Man wil ouch die zechenden keinem lîchen sú vngewechsd, roͤty, regen, oder andre derglîchen, allein hindan gesetzt, das gott alezît woͤlle wenden.
Maaler (
Zürich
1561
):
Die Roͤte oder der brenner im korn.
6.
›Blut des angeschossenen Wildes; Schweiß‹.

Belegblock:

Rwb (a. 
1528
).