röslecht,
roslecht,
Adj.;
auch ohne Umlaut:
roslecht
; Schreibvarianz im Ableitungssuffix (z. B.
rösacht, rösicht, rösocht
); zur variablen Form der Ableitung (
rös|lecht
vs.
rösl|echt
) s. .
– Zur Sache:
Jones, Hist. Lex. dt. Farbbezeichnungen
4, 2210
.
1.
›rötlich, rosafarben (leuchtend, schimmernd)‹ (reife Äpfel, insbesondere Flüssigkeiten, z. B. Roséwein oder den blutigen Schweiß Jesu farblich charakterisierend);
vgl. 1.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, (Adj.), (Adj.) 1; 2, (Adj.) 1; 4, ; vgl. , 1; 3, 1, 2.
Gegensätze:
(Adj.) 1.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
da flussen hinweg | Die oͤpffel schoͤn, roͤßlicht vnd gelb.
Strauss, A. v. Villanova dt.
149v, 15
(
obd.
, Hs.
1421
):
[der beste wyn sey] eyn wenig roßlech das ist goldfar vnd doch lauter vnd nicht treube.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
[din zarter lip] mit den bluͦtigen abrinnenden sweisstropfen wurd begossen, – sich an die unordenhaften angst [...] mins hertzen und salb es mit den selben roͤselechten tropfen.
Wiessner, Wittenw. Ring
4325
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Wie schol aver sein daz gtranch? | [...] | In dem sumer weiss und clar | Oder rosenlecht, nicht swar.
2.
›von gesunder, rosiger Gesichtsfarbe‹ (als Zeichen für Schönheit und Lebendigkeit); auch schmückend vom Mund der / des Geliebten (häufig als erotisches Signalelement): ›rosenrot‹;
vgl. 1.
Gehäuft Dichtung; gebundene Form.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , 1, , ; vgl. 2, 2.
Gegensätze:
1, 1.

Belegblock:

Bell, G. Hager
629, 3, 6
(
nobd.
,
1598
):
weil sie Elich det leben, | war sie gesund, | Röslet al stund.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Wie er [zorn] entstell das angesicht, | Das vor war freundlich und rößlicht, | Wird gelb und bleich, wie ein dot leich.
Ebd. (
1545
):
auch die schönen frawen | Anflewg ich mit verlangen, | Kües ir röslichte wangen.
Gereke, Seifrits Alex.
8965
(
oobd.
, Hs.
1466
):
er [Allexander] was zu allen zeitten gar | gar rosalat und wol gevar.
Niewöhner, Teichner
112, 76
(
moobd.
,
1360
/
70
):
also wıͤrt dw lieb gemeret | durich dw augen in hertzen grund | von dem roͤselaten mund.
Strauss, A. v. Villanova dt.
153r, 9
;
Bihlmeyer, Seuse ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Vgl. ferner s. v. 1.
3.
›sommersprossig‹.

Belegblock:

Schweiz. Id. (a. 
1596
).