röslecht,
roslecht,
Adj.;
auch ohne Umlaut: roslecht
; Schreibvarianz im Ableitungssuffix (z. B. rösacht, rösicht, rösocht
); zur variablen Form der Ableitung (rös|lecht
vs. rösl|echt
) s. . – Zur Sache:
Jones, Hist. Lex. dt. Farbbezeichnungen
.4, 2210
1.
›rötlich, rosafarben (leuchtend, schimmernd)‹ (reife Äpfel, insbesondere Flüssigkeiten, z. B. Roséwein oder den blutigen Schweiß Jesu farblich charakterisierend); Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, (Adj.), (Adj.) 1; 2, (Adj.) 1; 4, ; vgl. , 1; 3, 1, 2.Belegblock:
da flussen hinweg | Die oͤpffel schoͤn, roͤßlicht vnd gelb.
[der beste wyn sey] eyn wenig roßlech das ist goldfar vnd doch lauter vnd nicht treube.
[din zarter lip] mit den bluͦtigen abrinnenden sweisstropfen wurd begossen, – sich an die unordenhaften angst [...] mins hertzen und salb es mit den selben roͤselechten tropfen.
Wie schol aver sein daz gtranch? | [...] | In dem sumer weiss und clar | Oder rosenlecht, nicht swar.
2.
›von gesunder, rosiger Gesichtsfarbe‹ (als Zeichen für Schönheit und Lebendigkeit); auch schmückend vom Mund der / des Geliebten (häufig als erotisches Signalelement): ›rosenrot‹; Gehäuft Dichtung; gebundene Form.
Belegblock:
weil sie Elich det leben, | war sie gesund, | Röslet al stund.
Wie er [zorn] entstell das angesicht, | Das vor war freundlich und rößlicht, | Wird gelb und bleich, wie ein dot leich.
auch die schönen frawen | Anflewg ich mit verlangen, | Kües ir röslichte wangen.
er [Allexander] was zu allen zeitten gar | gar rosalat und wol gevar.
also wıͤrt dw lieb gemeret | durich dw augen in hertzen grund | von dem roͤselaten mund.
Strauss, A. v. Villanova dt.
153r, 9
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