römer
I
der
;
–/-Ø
.
1.
›Bewohner des Imperium Romanum‹; meist im Plural gebraucht, dann auch (metonymisch): ›das Römische Reich (z. B. als Kriegspartei)‹; ›die römische Besatzungsmacht‹; ›das römische Volk‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
j. die römer anfechten, einen r. zu einem dictator erwälen
;
die römer
(Subj.)
herwieder antworten, in einer einigen stat ausschliefen, etw. bauen, etw. gewar werden, ämpter haben, das blut der heiligen vergiessen, abgötterei aus der ganzen welt sammeln
;
j. den römern gleichkommen
;
apostulus zu den römern sprechen
;
der junge r., die alten / heidnischen / werten römer
;
der abgot / glaube / senator, die dankbarkeit / freundschaft der römer
.
Wortbildungen:
römerin
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
625, 13
(
Lübeck
1639
):
Die Roͤmische Recht / haben die Heydnische Roͤmer [...] auff die leisten jhres gemeynen nutzen [...] gericht.
Luther, WA (
1546
):
die Roͤmer samleten aus der gantzen Welt allerley Abgoͤtterey, [...], namen an, was sie nur bey andern hoͤreten.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
560
(
mrhein.
,
um 1335
):
daz volg gleubet an in [marien suͦn] gar, | Werdent die romer daz gewar, | sie virdribent vns von dem land.
Thür. Chron.
10v, 1
(
Mühlh.
1599
):
es war ein Junger Roͤmer [...] ganz frech vnzuͤchtig vnd vnordentlich [...] zu einem Dictator erwehlet.
Reichert, Gesamtausl. Messe
86, 5
(
Nürnb.
um 1480
):
als Apostolus zun Roemernn am ersten spricht: „Der gerecht lebt auß dem gelauben.“
Wiessner, Wittenw. Ring
7432
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Ich han von reken streit gehört, | Von Alexanders hie und dört, | Der Trojaner gantz und gar | Mit den Kriechen hin und dar | Und der Römer dort und hie.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
die werd Römerin hat soliche tröstung zu abtilgung des ir angelegten lasters nicht für gnugsam haben mögen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Nun sollen die Teutschen / wie auch die Roͤmer und Gallier von den Trojanern herkommen.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
hunz di auslendigen volker, als di Ostergoten, Longabardi, di Römer anvechten wurden.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Wart von den Römern herwider geantwort: ,wir sein die Römer, der ganzen welt und aller ding herren‘.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
7, 3
(
tir.
,
1464
):
er [Eusebÿ] schreibt dem selligen Domasium, pischolfen zu Portuensem, und dem christenleichisten Theodonium, senator der römer.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth ; ;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 99
.
Vgl. ferner s. v. 4, , 4.
2.
›Bewohner der Stadt Rom‹; bei
Luther
auch: ›Anhänger der römischen Kirche‹.
Wortbildungen:
römerfart
(dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
dar nach besaz konigh Karl de Romere vnde wan den strit in an.
Luther, WA (
1521
):
Martinus. [...] Die Behmen sollen nit ketzer, noch speltige genennet werden, sondern die Roͤmer.
Ebd. (
1545
):
in Christo sind alle Kirchen gleich. Hie ist kein Grieche noch ungrieche, kein Man, kein Weib, kein Roͤmer noch Antiocher, kein Leibeigen noch Freyer.
Ebd.
312, 2
(
1545
):
Waren die Roͤmer jn grosser angst, Denn sie musten sich foͤrchten fur dem Bapst und auch fuͤr dem Keyser.
Ebd.
329, 17
:
[ward] auch zum Babst erwelet Octavianus, ein geborner Roͤmer.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
darnach ober ein jar da dit sterben, dise geiselerfart, romerfart unde judenslacht [...] ein ende hatte, da hup di wernt wider an zu leben unde frolich zu sin.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 204, 15
(
halem.
,
n. 1529
):
da dannen er [Papst] mit sampt etlichen cardinaͤlen, bischofen, praͤlaten, hofluͤten und Roͤmeren in sin veste Engelburg [...] durch heimliche gaͤng kum entlief.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
dem [babst] tetten die Römer vil schmacheit auf.
Vgl. ferner s. v. 2, 26.