rätsel,
das
;
–/-Ø
.
›Denkaufgabe; verschlüsselte Botschaft (die zu deuten ist)‹; ›schriftliche oder mündliche sprachliche Äußerung, die ein Geheimnis, einen verborgenen Sinn enthält‹;
zu 5.
Bedeutungsverwandte:
, 3, , 4, 2, , (
das
); vgl. .
Wortbildungen:
rätseln
rätsel
erdenken‹ (dazu bdv.: , ).

Belegblock:

Luther, WA (
1525
):
Johannes heyst solche tunckel verbrochne rede ,sprichwort‘, wie wol es die deutsche sprache nicht so nennet, sondern ,retzel‘ odder ,verdackte rede‘.
Ebd. (
1527
):
das Gott hie widder sich selbs redet, das ist ein retzlin, das niemand raten kan denn der heilige geist.
Ders. Hl. Schrifft.
Ri. 14, 12
(
Wittenb.
1545
):
Simson aber sprach zu jnen / Ich will euch ein Retzel
[
Mentel
1466:
geleichsam
; nd. Bibel 1478:
entraetsel
/ 1522:
radelse
;
Froschauer
1530 /
Eck
1537:
raͤtersch
]
auffgeben.
Ebd.
Weish. 8, 8
:
[Weisheit] verstehet sich auff verdeckte wort / vnd weis die Retzel
[
Mentel
1466:
verporgen
; Var. 1475
2
:
gleichnuß einer frag
; nd. Bibel 1478:
argument
]
auffzulösen.
Gerhard, Hist. alde e
4570
(
omd.
,
um 1340
):
Zorobabel des nicht wart blas, | Wan er entsloz sunder pine | Daz rotsel van dem wine.
Mylius (
Görlitz
1577
):
Aenigma Retzel.
Voc. Teut.-Lat.
aa vv
(
Nürnb.
1482
):
Retzelñ retschẽ rederschẽ beispilẽ odʼ furlegẽ. probleumatizare.
Sachs (
Nürnb.
1552
):
[Die königin von Arabia] versuchen möcht also | Den weisen könig Salomo, | Mit rätzelen da zuerfragen, | Ir die außlegen und zu sagen.
Kurz, Waldis. Esopus ;
Gerhard, a. a. O.
1683
;