rätlich,
ratlich,
Adj.;
vereinzelt
rätenlich
.
1.
›jn. beratend, unterstützend; jm. Hilfe und Rat gebend‹; zu (
der
) 1.
Bedeutungsverwandte:
1, 2, 3, , 5, , ; vgl. 1.

Belegblock:

Luther, WA (
1529
):
die Fursten auch nichts sorgen noch dencken, das sie fur Gott hoͤchlich schuldig und verpflichtet sind, mit leib und gut dem keiser hierynn rethlich und huͤlfflich zu sein.
Schottenloher, Flugschrr.
33, 14
(
Mainz
1523
):
Herwiderumb soll keyner under uns dem nithaltenden theyl des spruchs hilfflich oder raͤtlich sein.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
das ir den burgern oder pawrn, so wider ir oberkaiten uffrurig gewest oder noch sein werden, mit nichten mer anhengig, hilflich, rätlich, furderlich oder beystendig sein wöllt.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
sich ein mensch auch sol erbarmen | Der elenden verlassen armen, | Den hülfflich und rhätlich zu sein, | Sos in trew kehren zu in ein.
Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1491
):
sin gnad sich ouch also zuͦ uns verpflicht [...] und versprochen hat, getruw, holt und rätlich ze sin, unseren und unserer gemein stat nútz und frommen ze fúrderen.
Schade, Sat. u. Pasqu. ;
Baumann, a. a. O. ;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen ;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
47
;
2.
›(nach eingehender Beratung) einig, überein; zu einem Entschluss gekommen‹; vgl. (
der
) 3; 6; 11.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Adj.) 5, 2.

Belegblock:

Roder, Hugs Vill. Chron. (
önalem.
,
1522
):
Allso ward der raut rettlich und leit den millern gemainlich ain strauff uff.
Ebd. (
1524
):
Allso hies man sy abston und gab ina zuͦ antwart, ain raut wollte mit der zitt beraten [...]; und ward ain raut rettlich ainer antwart.
3.
›überlegt; besonnen, klug‹; vgl. (
der
) 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Adj.) 2, (Adj.), 2.

Belegblock:

Dierauer, Chron. Zürich
239, 24
(
halem.
,
15. Jh.
):
die von Zúrich, Ure (und) Underwalden [...] viengen vast bald an ze schießen und bruchten ir zúg ratlich und vast.
Enders, Eberlin (o. O.
1523
):
vil priester seynd anderer laster ledig, vnnd weren erlich, nutz, radtlich leudt, wa sie ein weyb mit got vnnd eeren haben moͤchten.
Voc. Teut.-Lat.
aa viijr
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 386
.
4.
›reichlich; ausgiebig‹; zu (
der
) 12.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 1; 2, (Adj.).

Belegblock:

Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Er zoch widerumb heimb und loͤset sein Huß und Hof, Silbergeschir und was versetzt was [...] und hielt gar ratlich Hauß wie vor, mit Verwunderung aller Menschen.
Leidinger, A. v. Regensb. (
oobd.
,
um 1430
):
Albertus und Ockarius [...] habent auch manig ander kirchen auf aygem gruntt gepawet und dy mit heyltum und auch irem gut rätenlich begabt.
Luipoldus [...] starb in Passawär pyet und ward gepracht in das münster [...], das sein vater [...] gestift und rätenlich gereychet het.
Koller, Ref. Siegmunds ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 134
.
5.
›von einem Rat ausgehend, verabschiedet‹; vgl. (
der
) 5; 8.

Belegblock: