mäslich,
Adj.
(vereinzelt) /
Adv.,
in letzterem Gebrauch auch
mäslichen
.
1.
s.
1
(
die
) 11.
2.
›in Haltung und Verhalten kontrolliert, angemessen, abgewogen, wohl überlegt, verantwortlich, das Extreme meidend; sparsam (mit Bezug auf den Gebrauch von Speise)‹; vgl.
1
(
die
) 13; 14.
Gewisse Beleghäufung für Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , (Adj.), 7; 8, , , ; vgl. , 1, 2, (Adj.) 3, 3, , , , (Adj.), (Adj.),
1
, 5, 2,
1
, 1.
Syntagmen:
j. m. sein
;
m. essen / leben / zeren, sich m. halten, die kost m. nützen, die tugenden mäslichen niessen, die speise mäslichen nemen, mit jm. m. zu schaffen haben, m. zwischen etw
. (z. B.
zwischen irrungen
)
ausgehen
;
die mäsliche speise
;
mäslich
(Gradadv.)
wol
.
Wortbildungen:
mäslichkeit
›gebotene Sparsamkeit‹ (hinsichtlich der
speise
); ›Gebührlichkeit (des Verhaltens gegenüber Gott)‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Als da man labet siechen | Mit meselicher spize.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Durch daz sollen wir in dissen dagen [...] etwaz irmeren an sunderlichem gebede, an mezlichkeide der spisen, daz ein ieclich suster ubir die mazze die ir gesatzit ist etwaz unseme herren opfere.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Alsust Elyphas ouch achtet | Daz Job alle mezlichkeit | Ken Gote hette hin geleit | Und sich zu aller bosheit gab | Sunder der rechten maze stab.
Neumann, Rothe. Keuschh.
3467
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
wanne unser licham ist der sele knecht, | in messlicher spise ist her gerecht.
Ebd.
3521
:
dinstu ym [god] wislich unnd kuschlich, | du bist geduldig unnd messlich, | gerecht unnd auch gehorsam.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
239v, 10
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Und heist / meßlich sich haldenn vnd verpeüt / inn alle grobe speyßen.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Hat ain frow ain eman, | Mit dem mag si mæslich ze schaffen han | Bis das si ain kind tuot uffhaben.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
381, 29
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz wir zwo gegengesast irrunge behüeten sülen, mezziclichen zwischen iewederm der usgande.
Klein, Oswald
4, 44
(
oobd.
,
1421
):
Fleisch, weines tunst | teglichen meid, mässlichen nim die speise, | das er den hunger zimlich büss.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1625
):
Es soll auch ain ieder vorster wissen, was ainer bedarf, es sei schindl, zaunholz, zimerpämb [...], nach derselben seiner notdurft soll er ime mäßlich zaigen ze schlagen.
Gille u. a., M. Beheim
188, 68
;
Morgan u. a., a. a. O.
192, 13
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ;
Primisser, Suchenwirt ;
Niewöhner, Teichner
592, 129
;
Drescher, Hartlieb. Caes. ;
Winter, Nöst. Weist. .
3.
›leicht ausführbar, mäßig, geringfügig‹; eng an 2 anschließbar.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz wol an deme schechere schein, | Dem her liez allen sinen mein | Durch eine mezeliche bicht.
Wen du mezelichen tugent has | Und mines wortes nicht enlas | [...] | Dar umme gab ich vor dich | Eine tur wit uf getan.
Durch diz cleine gebot | Liez marteren sich Got | Und gienc mit noten vorladen | Durch also mezelichen schaden | Als an einem obze lac!