gerümpel,
gerümmel,
das
;-s/–
.1.
›Lärm, Krach natürlicher oder durch Menschen verursachter Art, über das Normalmaß hinausgehendes und deshalb störendes, auf ein unerwartetes, beunruhigendes Ereignis hindeutendes Geräusch; Donner‹.Obd.; gehäuft literarische sowie berichtende Texte.
Syntagmen:
ein g. machen / hören
(jeweils mehrfach) / trechen, mit ketten ein g. machen
; ein / das g. kommen /
[wo] sein / werden, hin sein
; dem g. zuhören
; jn. mit g. eren
; das g. in der müle
; das gräusliche / greuliche / grosse g
.Belegblock:
Da machet man ein gerümpel, als ob es donner und ein ungstümm wetter sey.
von stund an horttend sy ein groß grŭmmell und gros thonnerkläpff in pallast, das es glich also was, als ob alle die blytzg und thonnerkläpff, die inn lŭfften sind, im schloß werend.
so sy etwas grümpels hoͤrend / meine͂d sy das vnghür sye hinden an jnen.
Wie zuͦ sant Ulrich in der kirchen bei der nacht, [...], ain gros gerümpel was.
Do ward so ain grosz gerümpel vnd geschray in dem hausz, als ob der hymel präch.
Si êren mich vergebens mit menschentand, und nur weit von mir mit irem grumpel und tumpel.
so man sich mit den feinden schlueg, spanten si über die wägen [...] heute und schluegen hert und stätig drauf, das ein groß greulich gerümpel den feinden macht.
Da ich also pat, do kam ain grosser ludem vnd geruͤmppel, als vil mit harnasch an der tuer wêren.
2.
›Knurren, hörbares Geräusch des Verdauungstraktes‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. .Belegblock:
Darumb fris uns, [...], Aber bald soltu [Teuffel] sehen [...], was du gemacht hast, und wollen dir widder ein gerumpel jm bauch anrichten.
Der schotten macht im in seim pauch gerümpel groß.
Die [purgatz] den bawrn macht ein grümpl im bauch. | Die ich zu aller kranckheit brauch.
3.
›Auflauf, mit Lärm verbundene aufstandsähnliche Unruhe, Tumult‹; mit Übergang zu ›Schlachtgetümmel‹.Belegblock:
geproͤschel gethemmer getuͤmmel geruͤmmel geträppel rhuͦmor gemurmel geschrey geruͤff.
wo des Weibes Samen ist oder hin kömpt, da bringet er ein gerümpel und rumorn mit sich.
do sach sy, das ess glinserte in deme vinsterne von den isenhuten unnd wopen, unnd horte ouch das gerumpele des volkes.
und ain grosser uffloff ward, och Hanß von Cappel, dozemal burgermaister zu Costentz, gestossen und in dem gerümel geschlagen. Das ward nur alles gericht.
und lüffend in die schiff und fuͦrend gen Zürich und warend hön, und da sy in die statt komend, ward es ein wiltz grümbel.
weil er an dem Osterabend,
als das gerumppel hie gewesen ist, ettlich gut genomen hatte, ins Gefängnis geworfen [...] worden war
. Da hueb sich ain gedösse | auff disem anger weitt, | ein gerümel unnd gestösse.
An ainem morgen früe, do die Römer auf solchs nit sorg hetten, fiel er hinden in si mit gewalt; do ward ain gros g’rümel und tümel.
4.
›Gerümpel, wertloses altes Zeug‹.Wortbildungen:
gerümpelmarkt
gerümpelwerk
Belegblock:
alt gut gerumel.
Wie were daz múglich, daz alles daz gerúnbel, daz sich zwenzeg jar an ein stat semnot, daz sich daz als bald lass us stossen? [...] Heilig betrahtunge, andechtig gebet [...], daz wirt helfende.
vnd nempt war ein grosses gerumpel des parates.
alt Gerümpel von kleydern / geschir oder haußraht.
Ain alt weib saß dort wie der tod | Am grümpelmarkt, hat wolfail war.
5.
›Gefühls- und Gedankenwirrwarr, Orientierungslosigkeit; Unordnung; leeres gottesdienstliches Ritual‹ (mit letzterer Nuance offen zu 1); auch: ›Orientierungslosigkeit als gärende Unruhe, Voraussetzung für darauf folgende Läuterung‹.Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Belegblock:
da mus wol fallen das vertrawen und rhuͤmen auff eigen heiligkeit, [...], und alles geruͤmpel des Bepstischen selberweleten Gauckelwercks und menschentands.
er [teufel] nun hinein komen und der sachen gewis war, brach und reis er aus zu allen seyten, richt ein solch geruͤmpel ynn der schrifft an.
do mitte ir daz gnodenriche lieht des heilgen geistes vertunckelent und vermittelent, daz es in úch geschinen nút enmag noch in kein ungeruͦwig verbildet hertze, daz also gar foul gerümels stecket und einen gantzen jermercket in ime treit.
e man es wenet, so enwisset ir nút me darumbe und louffent denne eime andern noch und wissent weder jens noch dis und kerent uz, und ist des leiden gerummels also vil. Wir sint rechte wispelechter naturen.
der sin vinster ellende umbekentnisse also Got fúr leit, denne verstot er das Job sprach: ,der geist der gieng vor im‘. Von disem vorgange des geistes So wirt ein michel gerúmel in dem menschen. So der vorgang klarer und worer und blosser ist, so das werk und die trift und die umbekerunge des menschen.
so ist des vill, das in im [mensch] ist, und keert das eyn her, das ander dar, nuͦ susz, nu so, und ist da vil gerumpels in.