erfrören,
V.;
Faktitivum zu (V.).
1.
›jn. / etw. mit Kälte, Frost heimsuchen, durch Kälte schädigen, verderben, töten‹; auch: ›jn. / etw. (durch Kälteeinwirkung) leiden, (ab)sterben lassen‹ (häufig bildlich); gelegentlich refl.: ›sich verkühlen, einen Kälteschaden, eine Erkältung bekommen‹; vgl. (V.) 1; 2.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): (V.) 2, 1, ; vgl. 1.
Syntagmen:
jn. / sich / etw
. (z. B.
den wein, die sele, das korn, die blühen / weinstöcke
)
e
.;
etw
. (Subj., z. B.
die sele
)
erfrört sein / werden
.

Belegblock:

Keil, Peter v. Ulm
194
(
nobd.
,
1453
/
4
):
wer sich erfrört hat, dem hilff also: [...].
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
Wie ain reiff den wein erfrört.
Klein, Oswald
18, 64
(
oobd.
,
1416
):
seid hat mein leib mit leid vortreib vil mangen strauss | gelitten, und ist halb mein freud erfröret.
Ebd.
58, 4
(
1402
):
von ersten jenner ich nicht spar, | der mich dick keltet und erfröret.
2.
›etw. (zu Eis) gefrieren, durch Kälte, Frost hart, fest und starr werden lassen‹; auch ütr.: ›etw. (z. B. das Herz) hart, gefühllos werden lassen‹; zu (V.) 3.
Bedeutungsverwandte:
3.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1557
):
O du grewlicher kalter winter, | [...] | Der du erfrörest laub und graß.
Ebd. (
1565
):
In dir hört man wolff hewlen, | Erfrorest wun und waid.
Goedeke, Fischart. Flöh Haz
3226
(
Straßb.
1594
):
[Jupiter] gschaffen hat den merzen, | Der euch erfrört im leib die herzen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz in [Snê] diu kelten zehant durchgê und derfrœr und mach in hert.
wan diu gar grôz kelten erfrœret daz saf in dem paum.