substanzlich,
Adj.
›der 1 wesenhaft eigen, sie qualitativ ausmachend, alles Zufällige (Akzidentielle) begründend und dessen Seinszustand bestimmend, damit von ihm qualitativ unterschieden‹; extensional wird diese Qualität nur Gott (in der Dreifaltigkeit der drei Personen und jeder dieser Personen sowie ihren tropischen Fassungen, z. B. dem
höchsten gut
) zugeschrieben; die Adjektive, mit denen man diese Qualität zu fassen versucht, finden sich unter Bdv. in Auswahl aufgelistet; man beachte die Besonderheiten ihrer Bildung (Präfixe
gleich-, mit-, selb-, über-, un-, unter-
; Suffixe
-lich, -los
; oft Hapax legomena).
Wobd. / oobd.; Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld; in Auswahl): 9, 3, 1, 2, , , , , 1, (unter der Voraussetzung hierher,
erhöht
zu sein), 3, , 3, , , 2, , , , , .
Gegensätze:
, .

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Von disem got und herren haben wir wol so vil kundsami, daz er ist ein substanzlich wesen, und daz er ist ewig, ane vor und ane na, einvaltig, unwandelber, ein unliplicher, weslicher geist, dez wesen sin leben und wuͤrken ist, dez istigú vernunftkeit ellú ding erkennet in im selb mit im selb, dez wesen grundlose lust und froͤd in im selben ist, der sin selbs und aller der, die daz selb in schoͤwlicher wise niessen son, ein uͤbernatúrlichú, unsprechlichú, wunnenberndú selikait ist.
Nu muͦss daz sin von not, daz daz obrest guͦt die hoͤhsten und die nehsten entgiessung hab sin selbs, und daz mag nit sin, si sie denn in einr gegenwúrtekeit und sie inrlich, substanzlich, persoͤnlich, natúrlich und in unbezwungenlicher wise noturfklich, und sie endlos und volkomen.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
7, 23
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
zesamensetzunge oder orden oder figure, dü ensint niht ein substentzlich forme, sunder ein zuovellich. Unde also so volget daz dar nah, daz die einunge der infleischunge niht substentzlich were, sunder daz si were zuovellich: unde daz were valsche.
Ebd.
148, 3
:
Ez ist zemerken, daz ez einveltiklich zesprechen ist, daz daz sacramente unsers herren lichamen mehtiger si denne die andern sacramente, daz an dem offenbar ist, wan in im wirt gehalten Christus substentilichen.
Höver, Bonaventura. Itin. B
390
(
moobd.
,
1440
/
60
):
Nun seid das gut aus aigner natur sich selbs jn gemainsamender weise ausgiessent ist, so ist auch das aller hoͤchst gut aller hoͤchistleich sich gemainsamen vnd aus giessen. Nun die aller hochst ausgiessung mag nicht gesein, sy sey denn wurckleich, jnner, mit wesenleich wurckig jnnigleich, substanczleich, vnderstendigkleich oder selbstendigkleich, naturleich, willig, freymuͤtig, liederleich, nottúrftig, vnprechafft vnd gancz volkomen.
Ebd.
474
:
wann nu sy substanczleich vnd gleichwesenleich ains sind, dar vmb muͦs sein vnd ist not, das da sey warhait jn wesung vnd jn form vnd jn ainigkait vnd jn wirdigkait vvnd jn ewigkait vnd jn selbstendigkait vnd jn vnbegreiffleichait.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
Des prots vnd weins accidentia werden erhoecht vber alle andere accidentia, dann sy nemen an sich materliche oder substantzliche krafft.