stufe,
die
;
–/-n
;
im
Mhd.
() mit 2 Stichwörtern, im
Dwb
(10, 4, 291; 2; 310) mit 4 Stichwörtern angesetzt; dies wird in den etymologischen Wörterbüchern zur Gegenwartsprache nicht nachvollzogen; vgl. jeweils z. B.
Kluge/S.
2002, 893
;
Pfeifer
2000, 1386
;
.
1.
›Treppenstufe; Treppe; Stufe zu einem erhöhten Platz‹; mehrfach ütr.: ›Rangstufe‹; ›als Stufe gedachtes Hindernis auf dem Weg nach Höherem‹; ›Grad einer Kreiseinteilung‹ (z. B. einer Art Sonnenuhr).
Bedeutungsverwandte:
5, 1; 3,
1
1; 5,
1
1, 1; vgl. 2 (zur Ütr.).
Wortbildungen:
stufenholz
›Holz für Treppenstufen‹,
stüfer
›Gräber von Pflanzlöchern im Weinberg‹ (dazu Orientierungsfeld: , ; hier anschließbar die im eigenen Material nicht belegte Bedeutung ›Fußabtritt‹; s. dazu).

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1402
):
3 firdung an 8 pfenge den bretsnydern vor sthuffenholz zu treppen zu snyden.
Luther, WA (
1527
):
Gebe unns Got seine goͤtliche gnade, das wir die zway und viertzig stuffeln froͤlich überwandern und mit dem Herren Christo geboren werden in ain newes leben.
Ebd. (
1530
):
Solt ein Cartheuser nicht mehr verdienen und ein hoͤher stuffe jm himel haben den ein schlechter leye odder eine ehefraw?
Ders. Hl. Schrifft.
2. Mose 20, 26
(
Wittenb.
1545
):
Du solt auch nicht auff stuffen
[
Mentel
1466 /
Froschauer
1530:
staffeln
; nd. Bibel um 1478:
trappen
;
Dietenberger
1534:
grad oder linien
;
Eck
1537:
linien
]
zu meinem Altar steigen / das nicht deine Schame auffgedeckt werde.
Ebd.
2. Kön. 20, 9
:
Sol der schatten zehen stuffen forder gehen / oder zehen stuffen
[
Mentel
1466:
staffeln
; nd. Bibel 1478:
lynien
]
zu rücke gehen? [...]. Vnd der schatte gieng hinder sich zurücke zehen stuffen / am zeiger Ahas.
Ebd.
1. Tim. 3, 13
:
Welche aber wol dienen / die erwerben jnen selbs eine gute stuffen
[
Mentel
1466:
wirdigkeit
; nd. Bibel 1478:
grade
;
Dietenberger
1534:
staffeln
;
Eck
1537:
ertzstaffel
].
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Di verdruckten werden rufen | Untz hin uf ver Gotes stufen | Nach hulfe und nach rache sam.
Schmitt, Ordo rerum
54, 18
(
omd.
,
1466
):
Gradus treppe [...] stuffe oder stige [...] staffel.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1005
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
Van dem helffenbeine trone Salmonis [...] ses stuffen di dar zu uff gingen, | di waren gegossen unnd alle messinge.
Mylius (
Görlitz
1577
):
Gradus Stuffe / Stiege / Treppe.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
90, 33
(
nobd.
,
1376
/
87
):
Eym entruͤmer 15 wiße ₰. Eym stuͤffer 15 wiße ₰. Eyner reberin 6 wiße ₰. Eynem mistreger 5 wiße ₰.
Stuff / ein loch / das man macht / pflantzkraut darein zu stecken [...], Strobs.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Erhabne baͤnck / eine stuffen.
Rechn. Kronstadt (
siebenb.
,
1533
):
pro elevatione ianuae stuffe consistorii asp. 4.
Karsten, a. a. O. .
2.
›deutliche, teils arbeitsaufwendige, vom
bergmeister
1, einem
geschworenen
, einem
steiger
2 oder
stufenschläger
ins Gebirge eingeschlagene Markierung mit Zeichenwert für die genaue Ortung der Markscheide unter Tage, für die Orientierung bei Rechtsstreitigkeiten, für die Kennzeichnung von Gedinggrenzen‹.
Rechts- und Wirtschaftstexte (speziell zum osächs. Bergbau).
Wortbildungen:
stufengeld
›Betrag für die Anbringung einer
stufe
2‹ (Gw zu ,
das
, 4),
stufenschläger
›Abgabe an den die
stufe
2 Anbringenden‹.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 74, 28
(
md.
,
1328
):
Der bercmeister sol ouch nicht gestatin, daz keyn man stuphinsleger si, her wizzin denne als getruwe, daz er uf in geswern muge.
Ebd.
119, 19
:
wu auch auff fundigen ader andern gruben tzudingenn, ann den geschwornen gesonnen wirdt, die sollen sich ane wegerunge dar tzu begeben vnd allein ires stuffen geldes gewartten.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
129, 8
(
omd.
,
um 1559
):
auf den fall ist er dem stoln, unter ader uber des stollens stufen er obberurter maßen ercz hauet, das gancze neunthe zu geben schuldigk.
Ebd.
137, 18
(
1544
):
Wie er [...] den wehrzugk furgenommen und damit ein gancze woche zugebracht und drey stufen geschlagen.
Ermisch, Sächs. Bergr. (
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
Wen eyn man zcwer ober teyl geclayt, zcu dem drytten mal mus er synen stufensleger myt ym brengen
(dazu Anm., o. J.:
Stuffenschläger das ist der steyger, der do pfleget die stuffen zu slan, wenn man verdingt
).
Ebd. (
Leipzig
1509
):
sollen dieselben geswornen stuffen slahen und das gedinge darnach, so es uffgefarn, wider abnemen, davon sie alleine ires gesatzten stuffenngeldes auch sunst keyns andernn genieß sollen gewarten.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
140, 15
(
osächs.
,
1548
):
das sich idlichs port sol halden der stuffen noch, di der bergmeister geschlagen hott in der gruben.
Ebd.
147, 12
:
Verner haben sie zu brechen von der stuffen iiiij lochter minus 3 querfinger an der Tanner schnur.
Ebd.
220, 5
(
1551
):
an der stuffe sol man den seger anhalden, und wie der seger weist.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 66, 11
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
tar ich rufen: | ein zit, ein stunde die truc ir [der keiser, bischof ...] leben uf des todes stufen.
Löscher, a. a. O.
125, 17
;
Ermisch, a. a. O. ; ; ;
Weizsäcker, a. a. O.
54, 18
;
149, 14
;
Veith, Bwb. .
3.
›Erz- oder Metallstück‹.
Bedeutungsverwandte:
2.

Belegblock:

Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1300
/
50
, Hs.
15. Jh.
):
es sol chain gruebmaister, schaffer noch arbaiter dhainen stuef, es sei werch oder ärzt, von perg haim tragen ân der gruebmaister willen.