studium,
das
,
vereinzelt auch
die
;
lat. Flexion;
vereinzelt ungrammatische Formen.
1.
›anhaltende, ernsthafte, zweckgerichtete Befassung e. P. mit einem Gegenstand in einem gesellschaftsrelevanten Handlungsbereich‹;
vgl. 1.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 5, (
der
) 5, ,
1
8, 6,
1
1, 3.

Belegblock:

Luther, WA (
1521
/
2
):
Aber ynn dem buch der Mystica Theologia ist er schedlich, mehr Platonisch denn Christlich, unnd in Ecclesiastica Hierarchia spielet er mit Allegorien, wilchs ist eyn studium der mussigen menschen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
in latein hab wir vns geflissen mit hitzigem fleiß oder studium gar nahent als wir seind gelegen in der wiegen.
Rot
353
(
Augsb.
1571
):
Studium, Embsigkeyt / fleiß / begir / lust / lieb / ernst / heftiger anlaß zu etwas / gunst vnnd vbung.
2.
›Studium als von jungen Männern an Universitäten (auch: an höheren Lehranstalten) vollzogene Einarbeitung in Gegenstände, die im Wertesystem der Zeit als hoch relevant eingeschätzt und wissenschaftlicher Befassung für würdig befunden werden; Einrichtung, die wissenschaftliche Tätigkeit, Forschung ausübt und in der Lehre an Studierende vermittelt; Universität‹;
vgl. 2; 3.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
8, 255
–257.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
2
1; 2, 1; 2; vgl. 1.
Syntagmen:
das s. regieren
›leiten‹ /
aufschürzen / privilegieren / verlassen / suspendieren
, [wohin] (z. B.
gegen den Culmen
›nach Kulm‹)
legen, einer stat das s. zusagen
;
das s
. (Subj.)
sich meren, gegen Paris kommen, zu Köln werden
›gegründet werden‹;
etw. auf die studia verwenden, j. in studiis liegen / stehen, jn. mit dem s. reich machen, über die studio
[sic!]
has / verachtung sein, j. zu s. liegen / geld zu den studio
[sic!]
im lande bleiben
;
das s. der künste, der weisheit, das s. zu Paris / Prag
;
der artikel vom studio
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
2, 213, 28
(
preuß.
, Hs.
14. Jh.
):
hat unser herre homeister der stat vom colmen czugesaget das studium und hat en ouch gloubet dy bulle methczugeben.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
meister Johannes Buridanus, der zu Paris daz studium hatte geregiret me dan virzig jar.
in diser zit da wart ein studium zu Collen, daz was geprivilegiret.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1564
):
den augst durch sint alle bursen und studia suspendeirt, uffgeschorzt.
Perez, Dietzin
1, 322, 23
(
Frankf.
1626
):
welcher an einen seiner guten Freunde der die Studia verlassen vñ die Wuͤhrtshaͤusser taͤglichẽ besucht.
Euling, Kl. mhd. Erz. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
Präg
[›Prag‹]
die stund in hohen ern | dy weyl die studium sich tet mern.
Fastnachtsp. (
nürnb.
,
15. Jh.
):
Der ist so ferr in fremden landen | Ain lange weil in studis gestanden.
Koller, Ref. Siegmunds (
um 1448
/
52
):
und solt nymant nachdyenende phrunde haben, es wer dan eyn ziit, daz eynner redlich zu studium lege.
Grundmann u. a., A. v. Roes
203, 13
(
alem.
,
15. Jh.
):
Wie dz studium gon Paris kam.
Ebd.
20
:
das die Roͤmer als die eltern mit der priesterlichen ere, aber die Francken [...] mit dem gewalte und die Frantzosen odder Walhen alß die durchlúhtenden mit (dem studium) der kúnste riche gemaht wúrdent.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
derumb mahte er ein studium und schuͦle zuͦ Proge und gap den vil friheite.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
was man hat sollen uf die studia verwendten, das ist alles zuvil gewest, [...]. Es ist auch der zeit ein solicher hass oder verachtung über die studia gewesen, dessen sich zu verwundern, [...], die künsten nit grösere widersecher haben, dann die unwissenden.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 532, 17
;
2, 268, 10
;
4, 416, 7
.