studfaul,
Adj.;
stud-
fungiert als Steigerungspräfix zu ; seine Motivation von stud
oder studel
her ist laut aus wortgeographischen Gründen nicht überzeugend möglich; da diese Gründe nach unseren Materialien aber nicht gegeben sind, kommt doch wohl die Motivation von stud(-)
her in Betracht: ›faul, verdrossen; unbeweglich wie ein Pfosten‹.dient der Charakterisierung negativ fingierter Personentypen sowohl von Frauen wie (seltener) von Männern. Bei Frauen überwiegt die Kennzeichnung ›stinkfaul; gefräßig‹, bei Männern scheint ›nachlässig‹ zu dominieren; vgl. die bedeutungsverwandten Ausdrücke und die Gegensatzwörter.
Literarische Texte sarkastisch belehrender Art.
Belegblock:
also wären auch die lieben flöhe von Gott geschaffen, [...], das sie die stuͤdfaulen mägde inn der predig auffwecketen und dieselbigen erinnerten und vermaneten, das sie fleyssiger sein solten im zuͤhören.
Ein pawren-knecht, der nit mocht dienen. | Der war stüdfaul und thet auch gyenen.
Verdrossen aller ding, nachlessig, | Wie man spricht, stüdfaul und gefressig | Ist sie.
Sie ist schlüchtisch, treg und stuedfaul; | [...] | Ich wolt, es het sie der fleischhacker.
Der müelesel. Ich pin ein müelessel stüedfawl, | Arbeit nur geren mit dem maul.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
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