studfaul,
Adj.;
stud-
fungiert als Steigerungspräfix zu ; seine Motivation von
stud
oder
studel
her ist laut aus wortgeographischen Gründen nicht überzeugend möglich; da diese Gründe nach unseren Materialien aber nicht gegeben sind, kommt doch wohl die Motivation von
stud(-)
her in Betracht: ›faul, verdrossen; unbeweglich wie ein Pfosten‹.
dient der Charakterisierung negativ fingierter Personentypen sowohl von Frauen wie (seltener) von Männern. Bei Frauen überwiegt die Kennzeichnung ›stinkfaul; gefräßig‹, bei Männern scheint ›nachlässig‹ zu dominieren; vgl. die bedeutungsverwandten Ausdrücke und die Gegensatzwörter.
Literarische Texte sarkastisch belehrender Art.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): für Frauen: , , (Adj.) 2, ; für Männer: 1, , .

Belegblock:

Lichtenstein, Lindener. Rastb.
14
(o. O.
1558
):
also wären auch die lieben flöhe von Gott geschaffen, [...], das sie die stuͤdfaulen mägde inn der predig auffwecketen und dieselbigen erinnerten und vermaneten, das sie fleyssiger sein solten im zuͤhören.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
Ein pawren-knecht, der nit mocht dienen. | Der war stüdfaul und thet auch gyenen.
Ebd. (
1534
):
Verdrossen aller ding, nachlessig, | Wie man spricht, stüdfaul und gefressig | Ist sie.
Ebd. (
1563
):
Sie ist schlüchtisch, treg und stuedfaul; | [...] | Ich wolt, es het sie der fleischhacker.
Ebd. (
1563
):
Der müelesel. Ich pin ein müelessel stüedfawl, | Arbeit nur geren mit dem maul.