streitbar,
Adj.;
auch vielfach streitbäre
und streitbärlich
.1.
›kriegsgewohnt, kriegstüchtig, wehrhaft, kampffähig‹ (von Einzelpersonen und Personenkollektiven unter physischen und psychischen Aspekten gesagt); ›kriegstauglich, zum Seekrieg ausgestattet‹ (von Schiffen); offen zu 2; vgl. I, 1.Syntagmen:
j
. (z. B. ein fürst
) / ein Personenkollektiv (z. B. ein volk
) s. sein
; der streitbare fürst / könig / sitte, das streitbare gezeug / schif / volk / weib
.Wortbildungen:
streitbarkeit
Belegblock:
Als eynen kung der redelich | Wol mit strytberem volke sich | Zu strite bereytet.
wissent sicher, daz | on sterk streitperer leute | küng ader furst mit neüte | mag weder reich nach lant | Hant haben sunder krant.
gemeyne trunckenheyt / Dise hat streitbare voͤlcker den feynden uͤbergeben.
ich hab gemacht ein auserwelte menig des hers. ich hab gemacht streitberliche
[
wol gerüstete starckeFroschauer
1530 / Dietenberger
1534 / Eck
1537, 1. Makk. 15, 3: ]
schiff. Pugnacitas, Streitbarkeyt.
Sin lib nach stritbarlichem sitte | Gewapnett waz.
fraͤuel [...] reden sind das / das etlich sprechen got werd in der heyligen gschrifft genent ein gott des strytbaren zügs / vñ ein gott des rachs.
von denen [Amazones] schreibt man / das sie streitbar gewesen / vñ vil krieg gefuͤhrt haben.
do hies er rueffen hervart | in allen sein kunig reichen | [...] | allen den die streyttper wern.
Ebd.
4197
: das [volkch] ist werhaft zu aller frist, | starkch und achtper, | chuen und streyttper.
auß dem Khestud wardt geboren der groß streitbar Fuͤrst WITOLD.
2.
›schlachtenerprobt‹ (von Personen); ›für den Kampf geeignet‹ (von der Rüstung); ›wirksam‹ (von Waffen); vgl. I, 2, auch 4.Belegblock:
funfczehen kunig gancz streiper man | vor Troÿ ich [Hector] erschlagen han.
des was er vonn herczen fro, wann es [ritterlich gewannd] was gar striberlichen geschaffen.
sy alle brachten im gaben
.
durch alle iar guldine vaß vnd silbrine.
gewande vnd streitpere geweffen [
kriegsharnischEck
1537: ;
HarnischLuther
1545, 1. Kön. 10, 25: ].
vnd aramathen vnd roß. Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
553, 4
; 5.
hebt als funktionales Adj. eine Person (Mann oder Frau, darunter auch die Mutter Gottes) als im jeweiligen textlichen Zusammenhang ›überragend, ausgezeichnet‹ heraus.Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): ˹ 1; 5, , 1
5, ˺ (vom Mann); ˹, , 3; 4; 5, 1˺ (von der Frau).Belegblock:
Denn ‚heissen‘, ‚ruffen‘, ‚predigen‘ ist ein wort ym Ebreischen, gleich wie man David nennet: Sanfft, Demutig, Streitbar, Weise ec., das ist, man preiset mit solchen namen seine tugent und werck oder eigenschafft, da mit man yhn fur ander sonderlich erkenne und absondere.
Vmb diese Wohnung bitten wir, | Koͤnigliche Staͤttlein, | Muͦtter Gottes, | Streitbare Muͦtter.
Ein Bawr [...] Marius Gaius genandt / Weise / Maͤnlich / vnnd Streitbar gnug / ward zu einem Obersten Rahtsherrn in Rom erwehlet.
Si ist doch niht Kamille, | Die kuͤne stritberliche maget, | Von der in Eneas man saget, | Daz er [...].
Der was [...] durchweyter adelhayt, das im an weyshait und streypärem hanndel wenig geleich waren.
herr Mathias [...] hat des fürsten Friderich all sein tugent, gericht-, mändlich- und grosmutigkeit und streitper händl nach leng geschrieben.
Belegblock:
davon der Engel verkuͤndigt, wie er [Jsmael] ein wilder mensch wuͤrde sein und streitbar und sich setzen widder alle seine bruͤder, daher mans noch dafur helt, das der Tuͤrcke von diesem Jsmael herkome.