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straus
I
der
;
zur etymologischen Einordnung s. sowie 1014: Grundwurzel
idg.
*
ster-
›starr‹
(ebd. 1005).
1.
›interpersoneller, eher verbaler, vereinzelt tätlich vollzogener Streit, Zwist, Auseinandersetzung‹.
Bedeutungsverwandte:
2, 7; vgl. 3, 1, , 4.
Syntagmen:
einen s. ausrichten / erleiden, mit jm. halten
;
der frosch einen s. mit der maus, der herre und die frau einen s. haben, ein s
. (Subj.)
sich (er)heben
;
j. von einem s. sagen, von dem s. lassen, zu einem s. kommen
;
der seltsame s
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
574, 2147
(
Magdeb.
1608
):
Herr Quackebruch / der hat ein strauß / | Mit Nußbeisser der boͤsen Mauß.
Dedekind/Scheidt. Grob.
141, 20
(
Worms
1551
):
So halt mit jm ein solchen strauß: | Wie / sprich / hastu mich dingt zum knecht / | Daß du [...].
Fastnachtsp. (
Nürnb.
1474
):
Erst schreit sie in als ein saurs pier auß, | Dar von sich aber hebt ein strauß.
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Warumb haben einander gschlagen | Herr und fraw, ghabt ein solchen strauß?
Ukena, Zuger Trag.
2317
(
halem.
,
1598
):
jetz hast die ergernus, | Vß großem zorn ihn disem strus.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
in dem jar 1393 hett Hartmann Onsorg und der Püttrich von Reichartzhausen ain großen strauß und stoß mit ainander.
in der wuchen vor sant Gallen tag 1466 jar erhueb sich aber ain strauß und widerpart under etlichen zünften.
Klein, Oswald
18, 63
(
oobd.
,
1416
):
seid hat mein leib mit leid vortreib vil mangen strauss | gelitten.
v. Keller, Ayrer. Dramen ;
Spanier, Murner. Narrenb.
6, 6
;
32, 27
.
2.
›große, in die Öffentlichkeit übergreifende, mit Lärm, Tätlichkeiten einhergehende Auseinandersetzung; Unruhe, Tumult, Auflauf, Getümmel‹; von 1 her als Tropus a minore ad maius auffassbar.
Bedeutungsverwandte:
(
der
) 1; 2, 4, (
der
) 9, 3, .
Syntagmen:
einen s. machen
(z. B.
mit schlagen
);
ein s
. (Subj.)
werden
(z. B.
aus etw., im dorfe
),
sich erheben
;
jn. mit s. fangen, jm. übergeben, von einem s. lassen
;
wol ein straus
›welch Durcheinander‹.

Belegblock:

Altmann, Wind. Denkw. (
wmd.
,
um 1440
):
do erhüp sich ein grosser struß dovon, wanne dez konigez diener wolten, den knaben ie rechen und machten ein groß geschrei.
Dedekind/Scheidt. Grob.
161, 9
(
Worms
1551
):
So leg dich mit gewalt darein / | Vnd heiß sie lassen von dem strauß / | Vnd daß ein jeder geh zu hauß.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
In dem hub sich im Landt ein strauß, | Das man alarma thet ruffen auß.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
Der jüngling ist lebendig worn | Und ist in unser gassen vorn | [...] | Die nacht mit rumor und mit strauß | Als ein dieb worden gfangen allein.
Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
202
(
Nürnb.
1613
):
Da ward im Dorff ein wilder Strauß. | Man schlug an die Sturmglocken hart.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 62, 48
(
Luzern
1616
):
ist glych daruff in Tempel gangen, | Khoüffer, verkhoüffer jagt er daruß, | mit einer Geysel, wol ein struß!
Munz, Füetrer. Persibein
509, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
mit schlegen macht er ain sollichen straws, | sy lagen all von seiner hannd erstorben.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
München
1586
):
Vbergaben dich dem gewalte, | Pilati mit grossem strauß, | O Herr Jesu, was ist worden drauß.
3.
›Kampf, äußere Herausforderung, tätliche Auseinandersetzung‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 2, 3, (
das
).
Wortbildungen:
sträussig
.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Herr Bartholt strecket sich zum strauß, | Reynhart sprang von seim ruͤcken nauß.
Spanier, Murner. Narrenb.
32, 27
(
Straßb.
1512
):
Sy sagent so von manchem struß, | Den sy wöllendt richten vß | Mit den türcken wyt und breit.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
472, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Die seinen striten sere | und zuckten in vil pald von disem strauss.
4.
›innere Herausforderung, Anfechtung‹.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. 1, 2, 2.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Vberwind ich aber diesen strauß, | So sprich ich doch: „es wirdt nichts drauß!“
Gille u. a., M. Beheim
426, 64
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
[der engel] sprach: ‚lebend sunder strauss | wann ir bedarffend nit der sorgen‘.
Schottenloher, Flugschrr.
80, 27
(
Würzb.
1523
):
will ichs auch nicht fechten auß, | Ob ir von got quem solcher strauß.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 46, 28
(
Luzern
1597
):
Die grempler trybt er zum tempel vß, | Das macht den Juden vil zorn vnd struß.