2
strauchen,
V.,
zu
2
strauchen
›stolpern‹ ().
1.
›niederfallen, zu Boden gehen‹; offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
, , 1, 1.
Wortbildungen:
straucheln
1 ›stürzen, hinfallen‹.

Belegblock:

Volkmar (
Danzig
1596
):
ich stosse mit den fuͤssen an / ich strauchele.
Ulner (
Frankf.
1577
):
Straucheln / stürtzen / glitschen [...] zur Erden sincken.
Voc. Teut.-Lat.
m ijv
(
Nürnb.
1482
):
Slypffen odʼ strauchẽ. labi.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel Var. (
Straßb.
1466
):
die widerdwertigen iagten sy von dem thor vntz zuͦ zabarim: vnd die fliechenden die vielen geneigt
[Var. 15. Jh.:
strauchende
; nd. Bibel 1522:
lichtliken
;
Eck
1537, Jos. 7, 5:
sint gefallen, wie sie abwerdts geflohen sint
].
Wiessner, Wittenw. Ring
6229
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
sei im was gefallen | Für die chnie vor inen allen. | Des muost er strauchen in das gras.
Brandstetter, Wigoleis
220, 34
(
Augsb.
1493
):
Der heiden [...] schluog auff vnseren ritter so kroeftigklich dz er strauchen muoste biß auff ein knie.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 142, 17
([
Augsb.
]
1548
):
strauchelt doch wol ain Pferdt / hat vier fuͤsse.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Die orss gelenchleich prauchen, | Vallen unde strauchen | Vil manger lert.
Daz maniger muͦste strauchen | Vor im, mit dem er nam den stoz.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
335, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Achilles schlueg da mangen man, | das er vor im tod strauchet in die molden.
Schmitt, Ordo rerum
684, 8
;
2.
›ausrutschen, stolpern, straucheln, taumeln, schwanken, das Gleichgewicht verlieren‹.
Normative Texte, oft Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
, , 1.
Syntagmen:
j
. (z. B.
ein knecht
)
/ das pferd / ros s., j. vor dem tor, von wand zu wand s., jm. der fus s., den ritter zu s. beginnen
.
Wortbildungen:
strauchel
›Hindernis‹,
straucheln
2 ›stolpern, ausrutschen‹.

Belegblock:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
ind [der keiser] woide zo verre in dat strenge wasser, und wart struchelen dat hei viel ind erdrank dae.
Knape, Messerschmidt. Bris.
35, 98
(
Frankf./M.
1559
):
er [wurm] het jhn [Brissonetus] auch damit erwuͤscht / denn er must strauchen / vnd wer gar nahend gfallen / also grimmig was der wurm.
Voc. Teut.-Lat.
ff iiijr
(
Nürnb.
1482
):
Strauchen. cespitare. labare idẽ odʼ swanckẽ idẽ. relabi glipfen.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Offendiculum, Ein anstos / strauchel / verletzung / ergernuß.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Manig ritter werden | Struchen da begunde An der selben stunde, | Dem sin helm schlottren ward.
Der frowen ross nütt struchen pflag: | Es were holtze oder hage.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
E. 15. Jh.
/
A. 16. Jh.
):
ain knecht, [...] truͦg ain plosses messer in der hand und strauchet an der stieg und stach sich selbs durch die gurgel.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Wie aber der weg ganz schlüpferig und schmal, do straucht des dieners ross, [...], auch von wegen des lasts, [...], felt damit mit dem diener die halden hinab.
Spanier, Murner. Narrenb.
7, 74
;
Leidinger, V. Arnpeck .
3.
›einen Fehltritt begehen, fehlen, fallen, straucheln, stolpern‹; als Ütr. an 1 und 2 anschließbar.
Texte gebundener Form.
Phraseme:
ane / sonder strauchen
.
Bedeutungsverwandte:
, , 1.
Syntagmen:
j. s
. (z. B.
neben ab, übel, vom wege, in der verderbnis, über x silben, über den gauch
),
der esel s., die natur nie s., der fus jm. s
.; subst.:
sich vor strauchen hüten
;
das arge strauchen
.
Wortbildungen:
strauchstok
›Ärgernis, Hindernis‹ (Beleg bei
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
; zum Gw vgl.
stok
10; dazu bdv.: ).

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
So doch er, welchers lang hat braucht, | Offt von dem rechten wege straucht, | Wiewol sich stets der kunst bekuͤmmert.
Gille u. a., M. Beheim
245, 10
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der esel ist gevallen, | gestrauchet in der schanden sliff.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
1517
/
8
):
Zwelf silben, e er sy bewert, | Dar uber menger strauchet.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Mein fuß gestrauchet hat | Durch schwachheit, machtloß, blöd und mat.
Ebd. (
1565
):
Sein kinder müssen an dem end | Irr gehn und bettlen im elend, | Und strauchen in der verderbnuß.
Thiele, Minner. II,
13, 315
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
da hilffet weder rümen noch das wincken, | sie nemen den den dauff | on falschen glauben sunder struchenn unnd auch hinckenn.
Ebd.
387
:
Wibes bild besunder, | hutt dich vor argem struchen!
Fuchs, Murner. Geuchmat
2111
(
Basel
1519
):
Jch hab vernunfft all zyt gebrucht, | Biß ich über den gouche strucht.
Bächtold, H. Salat (o. O.
1537
):
ob man möcht finden und erklären, | Daß gnennte laster vorhanden wären, | [...] | O wee, so hett wir übel gstrucht!
Sappler, H. Kaufringer
24, 73
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
ob im strauchen würt der fuoss, | das er den angel
[s.
1
angel
2]
dauhen muoss.
Niewöhner, Teichner
564, 211
(Hs. ˹
moobd.
,
n. 1400
˺):
also ist dnatur gestalt, | daz si nie gestrawcht ein tritt.
Kurz, a. a. O. ;
Primisser, Suchenwirt ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .