2
strauchen,1.
›niederfallen, zu Boden gehen‹; offen zu 2.Wortbildungen:
straucheln
Belegblock:
Slypffen odʼ strauchẽ. labi.
die widerdwertigen iagten sy von dem thor vntz zuͦ zabarim: vnd die fliechenden die vielen geneigt
[Var. 15. Jh.:
strauchende; nd. Bibel 1522:
lichtliken;
sint gefallen, wie sie abwerdts geflohen sintEck
1537, Jos. 7, 5: ].
sei im was gefallen | Für die chnie vor inen allen. | Des muost er strauchen in das gras.
Der heiden [...] schluog auff vnseren ritter so kroeftigklich dz er strauchen muoste biß auff ein knie.
strauchelt doch wol ain Pferdt / hat vier fuͤsse.
Die orss gelenchleich prauchen, | Vallen unde strauchen | Vil manger lert.
Achilles schlueg da mangen man, | das er vor im tod strauchet in die molden.
Schmitt, Ordo rerum
684, 8
; 2.
›ausrutschen, stolpern, straucheln, taumeln, schwanken, das Gleichgewicht verlieren‹.Normative Texte, oft Chroniken.
Syntagmen:
j
. (z. B. ein knecht
) / das pferd / ros s., j. vor dem tor, von wand zu wand s., jm. der fus s., den ritter zu s. beginnen
.Wortbildungen:
strauchel
straucheln
Belegblock:
ind [der keiser] woide zo verre in dat strenge wasser, und wart struchelen dat hei viel ind erdrank dae.
er [wurm] het jhn [Brissonetus] auch damit erwuͤscht / denn er must strauchen / vnd wer gar nahend gfallen / also grimmig was der wurm.
Strauchen. cespitare. labare idẽ odʼ swanckẽ idẽ. relabi glipfen.
Offendiculum, Ein anstos / strauchel / verletzung / ergernuß.
Manig ritter werden | Struchen da begunde An der selben stunde, | Dem sin helm schlottren ward.
ain knecht, [...] truͦg ain plosses messer in der hand und strauchet an der stieg und stach sich selbs durch die gurgel.
Wie aber der weg ganz schlüpferig und schmal, do straucht des dieners ross, [...], auch von wegen des lasts, [...], felt damit mit dem diener die halden hinab.
3.
›einen Fehltritt begehen, fehlen, fallen, straucheln, stolpern‹; als Ütr. an 1 und 2 anschließbar.Texte gebundener Form.
Phraseme:
ane / sonder strauchen
.Syntagmen:
j. s
. (z. B. neben ab, übel, vom wege, in der verderbnis, über x silben, über den gauch
), der esel s., die natur nie s., der fus jm. s
.; subst.: sich vor strauchen hüten
; das arge strauchen
.Wortbildungen:
strauchstok
stok
10; dazu bdv.: ).Belegblock:
So doch er, welchers lang hat braucht, | Offt von dem rechten wege straucht, | Wiewol sich stets der kunst bekuͤmmert.
Der esel ist gevallen, | gestrauchet in der schanden sliff.
Zwelf silben, e er sy bewert, | Dar uber menger strauchet.
Mein fuß gestrauchet hat | Durch schwachheit, machtloß, blöd und mat.
Sein kinder müssen an dem end | Irr gehn und bettlen im elend, | Und strauchen in der verderbnuß.
da hilffet weder rümen noch das wincken, | sie nemen den den dauff | on falschen glauben sunder struchenn unnd auch hinckenn.
Ebd.
387
: Wibes bild besunder, | hutt dich vor argem struchen!
Jch hab vernunfft all zyt gebrucht, | Biß ich über den gouche strucht.
ob man möcht finden und erklären, | Daß gnennte laster vorhanden wären, | [...] | O wee, so hett wir übel gstrucht!
ob im strauchen würt der fuoss, | das er den angel
[s.
angel1
2]
dauhen muoss. also ist dnatur gestalt, | daz si nie gestrawcht ein tritt.