1
strauch,
der
;
-es/-e
+ Uml.
›Strauch‹; einerseits mit Öffnung (tropisch a maiore ad minus) zu: ›Reis, Ast‹ (selten) und andererseits (a minore ad maius) zu: ›Gestrüpp‹, über dies zu ›strauchiges Flurstück‹; in den Belegen dient
strauch
mehrfach als Orientierungsangabe in Grenzfestlegungen u. Ä.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1,
1
1, (
die
) 1; 3, (
das
) 3, 1; 2.
Syntagmen:
einen s. hauen / ausroden
;
ein s
. (Subj.)
von edlem stamme sein
;
an dem s. die dornen spüren, auf dem s. nägelchen wachsen, jm. etw. mit sträuchen verkaufen
;
der kleine / niedere s
.;
der same des strauches
.
Wortbildungen:
˹
strauchach
,
strauchete
˺ ›Gebüsch, Gestrüpp‹ (dazu bdv.: vgl. ),
strauchbaum
,
strauchbusch
›mit Sträuchern bewachsene Fläche‹ (dazu bdv.:
1
,
die
, 1; 2),
1
strauchen
›den Rasen umbrechen‹ (dazu bdv.:
1
1),
strauchhan
›Raubritter‹ (dazu bdv.: ),
strauchmörder
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1409
):
16 sch. taglonern, dy den struch hyben zum wege zu bessern.
Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
hab ich bevolhen die graben zu fertigen und den straüch außzuroden.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Eh ewre dornen wachsen an, | Daß man am strauch sie spuͤren kan, | Wirt frisch ein grimm sie fressen gar.
Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
2, 2, 115, 5
(
snfrk.
/
rib.
,
1578
):
18 M. ahn heiden und struckbusch.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Der Fuchs het schier außdawt den Bauch, | Lag nah hinder eim kleinen strauch.
Bobertag, Schwänke (
Frankf.
1563
):
Einen edlen heckenreuter oder strauchhanen kam einsmals eine galgenreuw an, fügt sich drumb in ein kirchen.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Sy druckten sich dort under | Diz struchet, daz sy so nackte | Vur ungewiter bedackte.
Küther, UB Frauensee
307, 5
(
thür.
,
1507
):
czwen wisenflecken gelege under dem Lindich in der Au 15 agker an leyden an den streuchenn.
Ebd.
340, 15
(
1521
):
verlassen mir auͦch zcu rechtem erb funffundfunffzig ecker lands nehst bober der strasß an dem struͦch anzcuhebenn.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
32, 19
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
do sint neylikyn dy do wachsin uf kleynen struchin.
Ebd.
56, 28
:
berty sint eczliche struche von gar edilm ruche, di brengin samen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
47, 33
(
schles.
,
1345
):
eyne wese; do stunt eyn struch vffe, do hatte Shrolle beydirsit des struches lasin heu matchen.
Voc. Teut.-Lat.
ff iiijr
(
Nürnb.
1482
):
Strauchach klein vnnutzperholtz.
Ebd.
ff vr
:
Struch reyße. virga. ramus.
Sudhoff, Paracelsus (
1525
/
6
):
vil ander beum, [...], die da alein büschecht seind, strouchbeume in ein gewechs also gangen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Strauchen / Vmb erhen / zum ersten mal. Obarare.
Strauchmorder / m. Vn meurtrier, [...]. Latro.
Bindewald, a. a. O.
163, 9
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica ;
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Schmitt, Ordo rerum
32, 23
;