stoz,
der
;
–/stotze
.
– Obd.
›Block, Klumpen, Gegenstand meist grober Art‹ (allgemein); extensional im Einzelnen bezogen auf Bezugsgegebenheiten des Alltags, die hinderlich oder für irgendeinen Zweck nützlich sein können, z. B.:
a) ›mehr oder weniger steil ansteigender oder abfallender Berg, Hang, Abhang‹;
b) ›Baumstumpf‹;
c) ›Sitzmöbel, Stuhl‹;
d) ›Stutz, Block, Quader‹;
e) ›Schale, Napf, kübelförmiges Gefäß‹; metonymisch: ›Inhalt eines Trinkgefäßes‹;
f) ›gebrauchs-, handelsüblicher Klumpen‹ (z. B. von Schmalz);
g) ›Keule des Schlachtviehs‹; zu weiteren Bezugsgegenständen s. f.; –1864.
Bedeutungsverwandte
(zu a):
1
9; (zu b): ; (zu e): , , .

Belegblock:

Zu a):
Dierauer, Chron. Zürich
229, 24
(
halem.
,
15. Jh.
):
Da gabend die 16 hundert nit vil um und zugend mit freyem muͦt den stotzen den berg uf gegen inen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Stotz (der) oder stägen. Deiectus, Ascẽsus, Decliuitas. Ringer vnd leychter Stotz [...]. Stotz eines reins / Das ring absteygen eines reins [...]. Auff einem schwaͤren Stotz ader stich dahar gon. Ascensu arduo ingredi.

Zu b):
Grimm, Weisth. (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
das die ganze almen gewesen, [...], und viel stotzen darinne gestanden haben.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
v. 1407
):
wer der ist, der stozze oder ander holcz [...] verkawffet [...], der [...].
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 73, 3
(
schwäb.
,
1431
/
2
):
4 lb. 1 ß., 2 ß umb ain sail die stotzen uszuzichent an dem wer.

Zu c):
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
575
(
oobd.
,
1607
/
11
):
2 indianische stotzen oder stülein von geflochtenem reis [...], wie die Indiani daruff pflegen zu sitzen.

Zu d):
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2231
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein gevierter hoher stotz gleich einem basament zu einer säulen von messin vergult, hat uff allen fünff seitten sonnenuhrn.

Zu e):
Sachs (
Nürnb.
1553
):
Da hetten ir zwölff ein thurnier | Dieser bierhelden, sach ich streyten, | Mit stotzen und kandeln zamb reytten.
UB Zug
1786, 9
(
halem.
,
1501
):
hat er sinem goͤttÿ Lienhard Holtzhalm ein achtpfúndigs stoͤtzlÿ uschlid gestollen.
Bächtold, N. Manuel. Zugabe H. R. Manuel
321, 473
(
Zürich
1548
):
ein solchen stotzen! | Wenn ichʼn trunk, so müest ich kotzen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Stotzen / Grosser mygel. Cymbium.
Zingerle, Inventare (
tir.
/
vorarlb.
,
1439
):
ain klain wasservrẹn vnd ain newer stóczen vnd zway klayne schäffer vnd zwo truhen.
Ebd. (
tir.
,
1495
):
i stözl zu ziger.

Zu f):
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
726b, 23
(
halem.
,
1471
):
davon sol Cuͦnrat Brunmann [...] diß nachgeschriben ze zoll und ze ungelt nemen: [...] item j den. von eim blatten ziger, item j. den. von vier stoͤtzlin.
Ebd.
819, 7
(
1486
):
es sol oͧch kein ziger noch kes schniden ze verkoͧffen noch ziger schiben noch stoͤtzli verkoͧffen, er habi dann únser zunft.
Vorarlb. Wb.
2, 1330
(
1549
).

Zu g):
Boos, UB Aarau (
halem.
,
2. H. 16. Jh.
):
Wenn sy [mexger] eim wirt fleisch gebend, [...], so sol er im den halbenteil ab dem federstuck [...] howen und den andren halbteil ab der lapfen oder hals oder uf den stotzen.
Maaler (
Zürich
1561
):
wie auch in einem stotzen fleisch ettlich mauwen und riemen mitt einem dünnen hütle vnderscheyden sind, die [...].