steft,
stift,
der
;–/-e
, auch -Ø, -er, -en
.1.
›Stift, kleinerer Stab an Schlingen, Schnallen, Nesteln, Spangen o. ä. zum Befestigen leichterer Gegenstände; Stab von Nägeln (im Unterschied zum kopf
)‹; ütr. auch: ›Pflanzenstengel‹.Phraseme:
nicht ein stift
›nichts‹.Syntagmen:
einen s. halben, die stefte (der hufnägel) zusammen hauen, die nestel keinen s. haben
; etw. an einem s. herausziehen, etw. mit steften befestigen
; der s. von einem nestel
; der s. der viole
(ütr.); der bleierne / eisene / geschmelzte / güldene / silberne s
.Wortbildungen:
steften
steftleuchse
steftstude
Belegblock:
DJe Koͤnigliche Kron zu letzt / | Er auff des Maulworffs heupthahr setzt / | Befestigt zur seiten mit hefften / | Vnd viel guͤlden Nateln vnd Stefften.
[vlenspiegel] schüttet die huffnegel daruß vnd howet in die koͤpff ab, vnd die koͤpff zuͦsammen vnd die stefft auch also.
Die vyol ist vervalwit, | Ir stift entzwei gehalwit.
warbey kennst du ihn? | [...] | Ey, bey der nestl, die hat kein stefft.
ich [Dochter] klag den guͦten Mantel mit den silberin Stefften, den er antregt, das ich in auch nit verzert hab.
Stifft / Krafft vnd schlinck / Vne graffe vn crochet, Vncinus.
Sie namens von ime an, tailten das, nit ein steften von ainem nestel haten sie ime darvon geben.
Drey bücher, [...], sein alle drey in gulden stuckh gebunden mit seiden nestell und guldenen stefften.
2.
›Stift als Handwerkszeug des Malers‹.Belegblock:
Jch hab dem Gerhart noch zwier mit dem stefft die schön jungfrau conterfet.
Voc. Teut.-Lat.
ff jr
.‒
Vgl. ferner s. v. .3.
›Stachel (z. B. von Tieren, an Instrumenten, Spitze an Waffen o. ä)‹; ütr.: ›Stachel (der Sündhaftigkeit)‹.Syntagmen:
einen s. aus dem fus ziehen, einen s
. (›Stachel der eigenen Gerechtigkeit‹) an jn. heften, einen s. an eine hantel machen, der stecke einen s. haben
; die steften jn. stechen
; einen pfal mit steften schärfen, einen riemen mit einem s. beschlagen
(als Werkzeug der Geißler); die stefte am rücken
(des igels
); der grosse / lange / scharfe / spitzige s
.Wortbildungen:
2
stiftung
Belegblock:
Bleibt aber der stifft jm hertzen, [...], so heist es [...] nicht von hertzen vergeben.
Die Schlang hat nie so toͤdlich gifft / | Der Jgel nie so scharffe stifft.
Sin begonden walten | Gedancken und in seren | Ein teil zuͦ iteln eren, | Die an in hefte iren stift, | Als ob er der genaden gift | Von sinen tugenden solte haben.
zohe ich unden auß seinem fuß einen großen stefften oder spreussen.
Stifftung pawung gedenckung peyde antwerck, od’ zusamensetzung. oder werlt od’ gerust oder peinrad. machina
[Beleg mit Kumulation verschiedener Bedeutungen, vgl. die letzte deutschsprachige Angabe:
peinrad].
Luther, a. a. O. ;
Voc. Teut.-Lat.
ee viijv
; 5.
Pfropfunterlage; Pflanzenteil, auf das ein Pfropfreis aufgesetzt wird.Bedeutungsverwandte:
vgl. .