1
sandel,sandal,
der
;teils mit lat. Flexion;
1.
›Holz verschiedener Sandelbaumgewächse indischen und arabischen Ursprungs (z. B. Sandalus albus, Sandalus citrinus, Sandalus rubeus), Färbe- und Duftholz‹; verwendet für kostbare Schnitzarbeiten (z. B. Messergriffe); auch: ›Sandelbaum, Pflanzenart aus der Familie der Sandelbaumgewächse‹; häufig in Listen von Zoll- und Handelswaren des Fernhandels belegt; offen zu 2.Zur Sache:
Lex. d. Mal.
.7, 1363
Syntagmen:
j. jm. s. abkaufen / schenken / verkaufen
; s
. (Subj.) wol schmecken, im land (India), gegen der sunnen aufgang wachsen, etw
. [Geldbetrag] gelten
; (rot) holz
(Subj.) s. heissen, genant werden
; j. etw
. (z. B. eine büchse, ein messerheft
) aus / von s. drehen / machen
; der braune / braunrote / gelbe / rote / weisse, gute / wilde s
.; ein stük s
.Belegblock:
Vnd sende mir Cedern / Tennen vnd Hebenholtz
(Randglosse:
Sol ein Holtz jn India sein / Jst hie vieleicht / das man jtzt Sandeln heisst).
Jch mach Par messer wol beschalt / | Koͤstlich vnd schlecht / darnach mans zalt / |Von Helffenbeyn / Buchßbaũ vñ Sandl.
Jch hab dem Lucasen von Danczgen mit dem kohln conterfet, der hat mir 1 gulden und ein stuck sandel geschenckt.
Sandelholtz. sandali vel est species aromatica.
Den weißn sandl [...] haist man manta. Und es ist ain ander sandal, der haist tschucara. Der gült 300 fanomen der bachar.
roth sandel 3 duc. Der wechst an vil enden daselben im landt [bei Callachut]. Der weiss sandel gilt das bechor 3½ duc.
aus der schwartzen land und Genee kumpt [...] rot holtz, da man messer heft in teutsch landen aus macht und wirt genant wilder sandell.
Von dem sandal. Sandalus ist ein paum [...] in dem land India [...]. sein holz haizt sandalum und daz ist dreierlai: weiz, rôt und gel
(auch zu 2 stellbar). Ein ablang runde aussen von braunrottem sandl, die zierd von helffenbain gedrehte bixen.
Unbeschlagen guet [...]. galgandt, zibeben, pariskörner, welischen khimel, zitwer [...], petrolium, gumy, sandel, gallus.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 151, 5
; Stedtfeld, Roger-Glosse
105
; Stolz, Zollwesen
116, 24
; Bauer u. a., a. a. O.
411
; Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 69
.2.
›Pulver oder Öl, das aus den verschiedenen Hölzern des weißen oder roten sandels
gewonnen wird‹; verwendet als Heilmittel (mit antibakterieller Wirkung); auch zur Herstellung von Farben.Fachtexte der Alchemie und Heilkunde.
Syntagmen:
j. s. nemen / pulvern / sieden, mit etw. stossen, (auf das kleinste) zerschroten
; j. mit s. eine rote farbe anstreichen
; etw
. (Subj., z. B. ein pflaster, wasser
) von s. sein / kommen
; der rote s
.Belegblock:
arczedye vor alle (vnsynnichait). Nym [...] sandali, [...], stoz ez allez myd eyn ander.
Ebd.
123, 16
: vor alle sucht der leberen [...] nym [...] sandali [...], sut ez myt twen punden wassers.
Des nym ein uncz getrücket reyn | Mit den stücken gepulvert cleyn; | Rot sandal, turmentill, diptan.
Ist aber die hitze | Grosse in dir vnd spitze | So netze ein tuͦch zer selben stunt | In waser das von Rosen kunt | Von Sandaly von Essich.
Die ander form ist ein pflaster von sandel.
Darnach kompt ein besondere sect, das sind getaufte jüden und die größer schelk sind dan ander [...]; so ir einer kan den Mercurium verkwicken in ein berenschmalz [...] und mit sandel ein rote farbe anstreichen [...], so ist er meister in allen krankheiten.
nimb deß pulfers von den regen würm ein halbe ayrschal vol vnnd souil sandl, der guet ist vnnd wol schmeckht.