1
sandel,
sandal,
der
;
teils mit lat. Flexion;
aus
ital.
sandalo
, dies aus
arab.
ṣandal
(
Kluge/S.
2011, 786
).
1.
›Holz verschiedener Sandelbaumgewächse indischen und arabischen Ursprungs (z. B. Sandalus albus, Sandalus citrinus, Sandalus rubeus), Färbe- und Duftholz‹; verwendet für kostbare Schnitzarbeiten (z. B. Messergriffe); auch: ›Sandelbaum, Pflanzenart aus der Familie der Sandelbaumgewächse‹; häufig in Listen von Zoll- und Handelswaren des Fernhandels belegt; offen zu 2.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 1363
.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
j. jm. s. abkaufen / schenken / verkaufen
;
s
. (Subj.)
wol schmecken, im land (India), gegen der sunnen aufgang wachsen, etw
. [Geldbetrag]
gelten
;
(rot) holz
(Subj.)
s. heissen, genant werden
;
j. etw
. (z. B.
eine büchse, ein messerheft
)
aus / von s. drehen / machen
;
der braune / braunrote / gelbe / rote / weisse, gute / wilde s
.;
ein stük s
.
Wortbildungen:
sandelholz
(dazu bdv.: vgl. ),
sandelin
›aus Sandelholz‹ (a. 1500).

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
2. Chr. 2, 8
(
Wittenb.
1545
):
Vnd sende mir Cedern / Tennen vnd Hebenholtz
(Randglosse:
Sol ein Holtz jn India sein / Jst hie vieleicht / das man jtzt Sandeln heisst
).
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
63, 4
(
Frankf./M.
1568
):
Jch mach Par messer wol beschalt / | Koͤstlich vnd schlecht / darnach mans zalt / |Von Helffenbeyn / Buchßbaũ vñ Sandl.
Rupprich, Dürer I,
167, 299
(
nobd.
,
1521
):
Jch hab dem Lucasen von Danczgen mit dem kohln conterfet, der hat mir 1 gulden und ein stuck sandel geschenckt.
Voc. Teut.-Lat.
bb vijr
(
Nürnb.
1482
):
Sandelholtz. sandali vel est species aromatica.
Müller, Welthandelsbr.
205, 14
(
schwäb.
,
1506
):
Den weißn sandl [...] haist man manta. Und es ist ain ander sandal, der haist tschucara. Der gült 300 fanomen der bachar.
Ebd.
260, 9/11
(
1514
/
5
):
roth sandel 3 duc. Der wechst an vil enden daselben im landt [bei Callachut]. Der weiss sandel gilt das bechor 3½ duc.
Ebd.
297, 39
(
1506
):
aus der schwartzen land und Genee kumpt [...] rot holtz, da man messer heft in teutsch landen aus macht und wirt genant wilder sandell.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Von dem sandal. Sandalus ist ein paum [...] in dem land India [...]. sein holz haizt sandalum und daz ist dreierlai: weiz, rôt und gel
(auch zu 2 stellbar).
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
964
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein ablang runde aussen von braunrottem sandl, die zierd von helffenbain gedrehte bixen.
Starzer, Qu. Wien (
moobd.
,
1624
):
Unbeschlagen guet [...]. galgandt, zibeben, pariskörner, welischen khimel, zitwer [...], petrolium, gumy, sandel, gallus.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 151, 5
;
Stedtfeld, Roger-Glosse
105
;
Stolz, Zollwesen
116, 24
;
Bauer u. a., a. a. O.
411
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 69
.
2.
›Pulver oder Öl, das aus den verschiedenen Hölzern des weißen oder roten
sandels
gewonnen wird‹; verwendet als Heilmittel (mit antibakterieller Wirkung); auch zur Herstellung von Farben.
Fachtexte der Alchemie und Heilkunde.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .
Syntagmen:
j. s. nemen / pulvern / sieden, mit etw. stossen, (auf das kleinste) zerschroten
;
j. mit s. eine rote farbe anstreichen
;
etw
. (Subj., z. B.
ein pflaster, wasser
)
von s. sein / kommen
;
der rote s
.

Belegblock:

Follan, Ortolf. Arzneib.
91, 11
(
rib.
,
1398
):
arczedye vor alle (vnsynnichait). Nym [...] sandali, [...], stoz ez allez myd eyn ander.
Ebd.
123, 16
:
vor alle sucht der leberen [...] nym [...] sandali [...], sut ez myt twen punden wassers.
Fischer, Folz. Reimp.
44, 229
(
Nürnb.
1482
):
Des nym ein uncz getrücket reyn | Mit den stücken gepulvert cleyn; | Rot sandal, turmentill, diptan.
Menge, Laufenb. Reg.
5583
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Ist aber die hitze | Grosse in dir vnd spitze | So netze ein tuͦch zer selben stunt | In waser das von Rosen kunt | Von Sandaly von Essich.
Broszinski, Minner. Chir. Parva
70r, 22
(
halem.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die ander form ist ein pflaster von sandel.
Sudhoff, Paracelsus (
1528
):
Darnach kompt ein besondere sect, das sind getaufte jüden und die größer schelk sind dan ander [...]; so ir einer kan den Mercurium verkwicken in ein berenschmalz [...] und mit sandel ein rote farbe anstreichen [...], so ist er meister in allen krankheiten.
Ebd. (
1528
):
Zum vergicht, spasmo und tetano, nim sandali maris ij lot [...] fiat pulvis.
Deinhardt, Ross Artzney
352
(
oobd.
,
1598
):
nimb deß pulfers von den regen würm ein halbe ayrschal vol vnnd souil sandl, der guet ist vnnd wol schmeckht.
Broszinski, a. a. O.
74v, 19
;
Fischer, a. a. O.
45, 240
;
Sudhoff, a. a. O. .