sandarach,
1.
›Arsensulfid, Arsenicum rubrum, in der Natur (z. B. in Erzgruben) vorkommende Arsen-Schwefel-Verbindung, die aber auch künstlich hergestellt wird‹ (in der Gerberei, medizinisch zur Haarentfernung, zu Pulver verrieben als roter Farbstoff in der Buchmalerei verwendet); gleichzusetzen mit (s. d.); auch als ,Rubinschwefel‘, ,Rauschrot‘ oder ,rote Arsenblende‘ bezeichnet; in den Belegen im Kontext von Herstellungswissen über Farben und in Wörterbüchern zur Synonymenbildung oder Abgrenzung von Farbbezeichnungen wie bergrot
, auripigment
.Zur Sache:
Lex. d. Mal.
; Hollemann-Wiberg, Lehrbuch anorgan. Chemie. 1995, 807.1, 1052
Naturwissenschaftliche Texte und Wörterbücher.
Syntagmen:
j. s. zu(m) malen brauchen, auf etw
. (z. B. auf bücher
) streichen
; s
. (Subj.) auripigmet, eine (hübsche) rote farbe sein, mit bleiweis gemacht, in den erzgruben gefunden werden
; j. von s. das fünfte wesen ziehen
.Belegblock:
Sandaraca, Bergrot. Metallum est, rote farb in den ertzgruͦben gefunden. Sandaraca adulterina, Paryßrot.
dz funnfte wesen ziehen von swebel / von goltfar auripigmentum rot vnd sandaraco [...]; wurcke in den sachen die des glichen sint als in auripigmente.
Menning. Sandaracha factitia. Menning oder minien / Ein hüpsche rote farb / wirt mit bleyweyß gemacht vnd rotem erdtrich gebreñt.
2.
›Harz des Sandarakbaumes, Tetraclinis articulata‹ (verwendet zur Wundversorgung).Belegblock:
Jst aber dy bundenn gehaen / mit einem swertte [...], so [...] las dy bunden [...] ein wenig / offenn vnd in das offenn thu ein knotten, [...] auf das gnatte du puluer, das gemacht / ist von eim teil weigeraug vnde von ij / teil sandara vnd von iij teil vngelestem / kalgeß.
wan ich gar in fil deutschen recepten die namen verkert gesehen hab, alls [...] für sandaracam sangwis draconis.