sandarach,
sandarak,
die
;
aus
lat.
sandaraca (sanderaca)
und
sandaracha
(
Georges, Neub.
2, 4256
).
1.
›Arsensulfid, Arsenicum rubrum, in der Natur (z. B. in Erzgruben) vorkommende Arsen-Schwefel-Verbindung, die aber auch künstlich hergestellt wird‹ (in der Gerberei, medizinisch zur Haarentfernung, zu Pulver verrieben als roter Farbstoff in der Buchmalerei verwendet); gleichzusetzen mit (s. d.); auch als ,Rubinschwefel‘, ,Rauschrot‘ oder ,rote Arsenblende‘ bezeichnet; in den Belegen im Kontext von Herstellungswissen über Farben und in Wörterbüchern zur Synonymenbildung oder Abgrenzung von Farbbezeichnungen wie
bergrot
,
auripigment
.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
1, 1052
; Hollemann-Wiberg, Lehrbuch anorgan. Chemie. 1995, 807.
Naturwissenschaftliche Texte und Wörterbücher.
Bedeutungsverwandte:
, , , , , .
Syntagmen:
j. s. zu(m) malen brauchen, auf etw
. (z. B.
auf bücher
)
streichen
;
s
. (Subj.)
auripigmet, eine (hübsche) rote farbe sein, mit bleiweis gemacht, in den erzgruben gefunden werden
;
j. von s. das fünfte wesen ziehen
.

Belegblock:

Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Sandaraca, Bergrot. Metallum est, rote farb in den ertzgruͦben gefunden. Sandaraca adulterina, Paryßrot.
Benzenhöfer, Rupescissa. Consideratione.
1989, 92ra
(
nalem.
/
rhfrk.
,
1438
/
40
):
dz funnfte wesen ziehen von swebel / von goltfar auripigmentum rot vnd sandaraco [...]; wurcke in den sachen die des glichen sint als in auripigmente.
Maaler (
Zürich
1561
):
Menning. Sandaracha factitia. Menning oder minien / Ein hüpsche rote farb / wirt mit bleyweyß gemacht vnd rotem erdtrich gebreñt.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Bergrot / parißrot / sandyx, sandaraca facticia. Soll vnser auripigment sein / so man nicht allein zu mahlen / sondern auff die buͤcher damit auff dem schnitt anzustreichen braucht / daß sie [...] nicht beschedigt werden.
Vgl. ferner s. v. , , .
2.
›Harz des Sandarakbaumes, Tetraclinis articulata‹ (verwendet zur Wundversorgung).
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1.

Belegblock:

Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
228r, 25
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Jst aber dy bundenn gehaen / mit einem swertte [...], so [...] las dy bunden [...] ein wenig / offenn vnd in das offenn thu ein knotten, [...] auf das gnatte du puluer, das gemacht / ist von eim teil weigeraug vnde von ij / teil sandara vnd von iij teil vngelestem / kalgeß.
Fischer, Folz. Reimp.
45, 291
(
Nürnb.
1482
):
wan ich gar in fil deutschen recepten die namen verkert gesehen hab, alls [...] für sandaracam sangwis draconis.