realgar,
der
;
-s/–
;
auch latinisierend
realgaris
;
zur Herkunft aus dem
Arab.
s.
Lokotsch
1927, 135
.
›Rubinschwefel, rote Arsenblende, Rauschrot, Sandarach‹; in der Natur vorkommende, aufgrund ihrer Instabilität potentiell hochgiftige Arsen-Schwefel-Verbindung (As
4
S
4
), die als Farbstoff und in geringer Dosierung als Arzneimittel verwendet wird.
Zur Sache:
Lüschen, H., Namen der Steine.
1979, 302
;
Hollemann-Wiberg, Lehrbuch anorgan. Chemie.
1995, 807
;
Lex. d. Mal.
1, 1052
.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. (
die
/
das
/
der
) 4, , 1.
Wortbildungen:
realgarisch
(dazu bdv.: , ).

Belegblock:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
216, 19
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Nim bilsensamenkraut, realgaris und hermodactilum, mische diese stucke mit eines jungen hasen blutt
(zur Herstellung eines Köders).
Sudhoff, Paracelsus (
um 1520
):
gift ist einer ietlichen krankheit anfang [...], so erfinden ir das dem arsenich mer dan 50 krankheiten [...] zu geben sind [...], noch mer aus realgar und schwefel.
Ebd. (
1526
/
7
):
etliche tincturen von der natur tincturen seind [...]. etlich aus kunst zu tincturen gemacht werden, als lapis, realgar.
Ebd. (
1527
/
8
):
realgar ist ein morbus, so ex mineralibus seinen ursprung nimet.
Ebd. (
1528
):
so nun disen [...] krankheiten die franzosen
[Syphilis]
in werent, so müßten sie geheilt werden durch die bemelten stuck mit dem zusaz des braunen realgars.
Ebd. (
1589
):
alsdan gießen die sterne iren empfangenen gift uber uns aus. dan es ist kein stern, er hat eine heimliche arsenicalische kraft in ime [...] verborgen, ein antimonisch und ogrisch, realgarische giftikeit.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1452
):
es sol kein appategger realgar [...], da mit man den luͥten uergeben mag, nit iederman geben.
Vgl. ferner s. v. .