rumorisch,
Adj.
1.
›geräuschvoll, lärmend, laut‹;
zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Adj.) 1, 2.
Gegensätze:
vgl. 5, 2.

Belegblock:

Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1520
):
[während der Liebfrauenprozession in Antwerpen]
wahren auch auff Teutsch viel pfeiffer und trummelschlager. Dis ward als hart geplasen und rumorisch gebraucht.
Jörg, Salat. Reformationschr.
563, 4
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .
2.
›streitsüchtig, zänkisch‹; auch: ›aufbrausend, launisch‹ (die Haltung eines Mannes charakterisierend);
zu 2.
Bedeutungsverwandte:
3; 4, 4, 3, 5, , ; vgl. 1, 1; 2.
Gegensätze:
2, .
Syntagmen:
der (ehe)man r. sein
;
das rumorische gesinde / wesen
.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1528
):
Unmessig truncken [...] | [...] | Setzt ein man in der narren zunfft, | [...] | Ob er sey weybisch und kleinmütig | Oder rhumorisch, doll und wütig.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 21, 14
(
Hagenau
1534
):
so kann eyn weib yhrem man auch zu gut halten / ob er undterweilen rumorisch unnd wunderlich ist.
3.
›aufrührerisch, aufständisch, rebellisch‹;
zu 3.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
die rumorische murmelung, das rumorische kleid / leben, die rumorischen leute
.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
, Hs.
1601
):
das [...] ihre Töchtere und Schwestern ihnen geschrieben hetten, auch mundtlich gepeten, sie eine Zeitlang auß dem Kloster zu sich zu nehmen, biß das man ansehe, wohin es mit dem Rumorischen leben kommen wolte.
Fritz Hans nicht hette mit macht gewehret, [...] rief und schlug so viel, daß die rumorischen Leute widder besinnet wurden.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Es wurden ouch dem Saffoyschen herzogen [...] boten zuͦgeben, [...] da zuͦ verhelfen, sine rumoͤrischen Montaniser zestillen.
Bächtold, N. Manuel. Barb.
196, 1764
(
Zürich
1526
):
Es treit menger christ und biderman | Ein gemein lantlich romörsch kleid an, | Und mencher mörder, verräter und wicht | Ein kutten, dass man für heilig ansicht.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. .