rosengarten,
der
.
1.
›eingehegter, geschützter Ort mit Anpflanzung verschiedener Arten von Rosen‹; in 1 Beleg zugleich: ›Ort heldenhafter Bewährung; Kampfplatz, Turnierplatz‹; in Texten religiösen Inhalts in verschiedene Richtungen ütr., z. B.: ›Ort des Glücks und der Sorglosigkeit; Lustort‹; ›Himmelreich‹; auch bezogen auf Annas Schoß, in dem die
rose
Maria gewachsen ist; vgl. 1; 5, (
der
).
Phraseme:
im rosengarten sitzen
›ein angenehmes, sorgenfreies Leben führen; im Glück leben‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1; 4, , 2; 5, 4; 5, (
der/die
) 3,
1
1, .

Belegblock:

Luther, WA (
1524
/
7
):
[der ausserhalb dem Ehestande lebet] lest sich duͤncken, der Ehestand sey nur ein Rosengarten.
Ebd. (
1530
):
ander leut haben auch yhr anfechtung, creutz und ungluck, wie wol sie ein zeitlang ym Rosengarten sitzen und des glucks und guts nach allem jrem willen brauchen.
Ebd. (
1534
):
hie sitzen wir unter dem schutz wie jnn einem rosengarten.
Ebd. (
1544
):
der [Bapst] ist im Rosengarten und Paradiß, das ist: in aller ruge und fuͤlle gesessen.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Nach cristenlichem rume | Wart er
[vormals
ein heidenischer ewarte
]
ein schone blume | In dem rosengarten Gotes | Und ein lerer sines gebotes.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
O Ros, schoͤne Ros, | In S. Annae Schoß, | Was ein Rosengart?
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 549, 16
(
Hagenau
1534
):
Grymhilt hatt gen Wormbs am Reyn in den Rosen garten der eyner meylen lang / und eyner halben meilen breyt was [...] fordern lassen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Rosengart / Ein ort da rosen gepflantzet sind.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
77, 1050
;
Anderson u. a., Flugschrr.
2, 8, 23
;
Niewöhner, Teichner
216, 203
;
Voc. Teut.-Lat.
bb iijr
;
2.
eine Heldendichtung; als Metonymie anschließbar an 1.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 1034
.

Belegblock:

Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 267, 11
(
Hagenau
1534
):
Im Rosengarten stehet also geschriben / wie Hiltebrandt Dieterich von Bern straffest seines gähen zorns halben.