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rocke,
der
;
–/-Ø
;
zu
mhd.
rocke
›Spinnrocken‹
().
›Spinnrocken; stabförmiger Teil am Spinnrad, auf dem das zu verspinnende Material befestigt wird‹; Gegenstand, der in den Belegen Frauen, ihrem Erbteil, weiblichen Tätigkeiten u. Ä. zugewiesen wird.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 2119
f.
Phraseme:
werg am rocken haben
in etwa: ›etw. auf dem Kerbholz haben‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, 1, , ; vgl. .
Syntagmen:
jm
. (einer Frau)
einen rocken geben
;
ein teil dem rocken geben
(bei der Erbteilung);
(gleich einem weib) am rocken spinnen, die magd
(Subj.)
mit dem rocken ir kind nären, sich mit dem rocken begehen, die witwe
(Subj.)
mit irem rocken iren dienst / zins ausrichten
;
der r. des lebens
.
Wortbildungen:
˹
rockenfart
,
rockenliecht
,
rockenstube
˺ ›(nächtliche) Zusammenkunft in der Spinnstube‹ (dazu bdv.: vgl. ),
rockenmäre
›Erzählung, wie sie in den Spinnstuben weitergegeben wird‹,
rockenspinnen
,
rockenspinnerin
.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O.
1587
):
Kam ich in ein rockenstuben. | Alda fant ich beisamen hurn und buben.
Luther, WA (
1525
):
so die weyber und megde bey dem rocken spinnen sagen.
er hat ßoviel wergk am rocken, solts angehen, er wuͤrdt auffs wenigste die hende vorbrennen, wo er anderst nicht gar vorbrente.
Ebd. (
1540
):
in Saxenspiegel ist ein ebentewerlich recht. Wenn ir man ir nicht hat ausgemacht, sol man ir ein rocken und Spindel geben.
Volkmar (
Danzig
1596
):
Colus, ein rocken / oder wocken.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
di irste gotinne heizet Cloto, | [...] | di treit des lebens rocken in der hant.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
daden de vrouwen us mit rocken | loufen. dorfte ich uch vur wair vort sagen, | si hedden dusent man wail erslagen.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
29, 2
(
omd.
,
1487
):
Derselbe menliche hercules. darnach zcu solcher torheitt kōmen. [...] gleich einem weÿbe am rocken gespünnen.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
alles weibliche gepende und gewebde zu weiblicher art und arbeit, als rocken, pursten, spigel, schern etc.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
Das ist ein böse art | Ietz bey der weiber rocken-fart, | Dergleich, wo sie sunst zamen kummen.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1489
):
Es sol füro niemand gefarliche rogkenliechter haben.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Si sagen vil von den künigen von Sicilia und päbsten in obgenanten lesmärlein, [...], das alles rockenmär, träum und gesiecht, so unsinnigen leuten bei der nacht fürkummen, sein.
nemlich so es auch der allerheiligest vatter, [...], sölcher alter geschicht erfarn, als alter weiber und rockenspinnerin und vergeben abenteuer verspot.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
33, 31
(
Venedig
1483
):
als sanctus Jeronimus spricht das die edel magt mit dem rocken vnd mit der nadel sich beging vnd ir kind nerte.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
99, 6
;
Voc. Teut.-Lat.
bb ijr
;
Rwb f. (mit weiteren Wortbildungen).