2
rieme,
der
;
–/-n
;
zu
mhd.
rieme
›Ruder, Ruderstange‹
(), dies aus
lat.
rēmus
›Ruder‹
(
Pfeifer
2000, 1128
).
›Ruder zum Fortbewegen eines Bootes, Schiffes (im Unterschied zum Steuerruder)‹.
Zur Sache:
Kluge, Seemannsspr.
662
.
Phraseme:
die riemen ziehen
›aufbrechen, fortgehen‹.
Bedeutungsverwandte:
2; vgl. , .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
j. die riemen ziehen, beiseite legen
;
die riemen
(Subj.)
das schif aufenthalten
;
j. an den riemen ziehen, das schif mit riemen bereiten, das schif
(Subj.)
mit riemen versehen sein, die galere
(Subj.)
mit x riemen faren, das schif
(Subj.)
sunder r
. [einen Fluss]
aufgehen
;
x schot für riemen, die nachen mit riemen
.
Wortbildungen:
riemen
(V.) ›sich rudernd fortbewegen‹ (dazu bdv.: , 1, 6),
riemenloch
›Öffnung für die Ruder in einem Boot oder Schiff‹ (dazu bdv.: ),
riemholz
›zur Herstellung von Rudern verwendetes Holz‹.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1406
):
8 scot vor lynen vor rymen und stuͤwir in die schiff.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 364, 33
(
preuß.
,
1420
):
bogenholcze, koggenborten, rymholcze [...], das man alsotane kofenschacz [...] czur wrake kouffe und vorkouffe.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
sunder roider ind sunder reim gink dat schif den Rin up.
Ralegh. America iiijr, (
Frankf.
1599
):
wir hatten nicht mehr / dann etliche Nachen mit Riemen / die ich [...] ließ zuruͤsten.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
48, 7
(
omd.
,
n. 1474
):
Die [Cathelonyer] fahen die luthe vnd smeden die uff die schiffe. Die müssen danne an den remen czihen vnd ir lebintage gefangen bliben.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich (Hs.
A. 15. Jh.
):
Er zoch uf sin segel der uzerwelte man, | er zoch selber die riemen biz er zu lande kam.
Voc. Teut.-Lat.
aa viijv
(
Nürnb.
1482
):
Ryeme. ein ruder im schiffe.
Ebd.
bb jr
.:
Rymenloch im schiffe. columbar odʼ lanenloch.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
Her nach so snidet denne der herre das seil des schiffes en zwei [...]: so ist da weder rieme noch ruͦder die das schif múgen uf enthalten.
Goedeke, Fischart. Schiff
31
(
Straßb.
1576
):
Das neulich sie gebrauchet hat | Die jung mannschaft [...] | Das ist handfest arbaitsamkeit | [...] | Durch rudern, riemen, stoßen, schalten.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Aber zu förchten, das wir [Schiffleuth] bald werden vnsere Ruder vnd Riemen beseits legen.
Klein, Oswald
45, 23
(
oobd.
,
1415
):
Nicht lenger ich gebeitten mag, | nu ziecht die riem, gesellen!
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
198, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Als die schiff nun beraitet | waren mit strick und riemen, | der segel aufgespraitet.