ried,
1.
›Schilfgras‹; auch: ›einzelnes Schilfrohr‹.Syntagmen:
das r. abschneiden / aufrechen / zusammentun, im keller bannen
; das hole r
.; x mansmad r
.Wortbildungen:
riedächtig
riedgras
riedhalm
riedror
riedstaude
Belegblock:
Trawrig hub er an zu klagen, | Bließ auff einem holen Ried.
Ebd.
28
: Offt bey Mir du schnittest abe | Ried, vnd Röhrlein allerhand.
Papyrus, Ein rietstude in Egyptẽ / welche zuͦ charten gebrauchet ist.
Riedaͤchtig. Iuncosus. [...]. Rietgraß (das) Lang staͤchend [...] graß inn den feüchten orten.
ried rohr [...] Arundo.
2.
›mit Schilfrohr, Binsen bewachsene sumpfige, moorige Fläche; feuchtes Wiesenland‹; speziell: ›als Weideland vorgesehenes gerodetes Waldstück‹.Gehäuft wobd.
Phraseme:
viele rieder vor sich haben
›einen langen Weg zurücklegen müssen‹.Syntagmen:
j. ein r. (in den wäldern) aufbrechen / machen / nutzen, mit früchten säen, die rieder einschlagen
›einzäunen‹; das r
. (Subj.) ler sein, x gulden gelten, die rieder
(Subj.) [wo] liegen
; etw
. (Subj.) an das r. stossen, j. schaden an dem r. tun, (vieh) auf das r. treiben, x mansmad auf dem r. mähen, den dingstul auf das r. setzen, j. tot auf dem r. bleiben, j. in das r. reiten, mit der säge eine lücke in das r. ziehen, in riedern die schuhe abreissen / verlieren, das blümlein
(Subj.) in dem r. stehen, die selen
(Subj.) sich in dem r. weiden, das feld zu r. geraten
›versumpfen‹; das ried zu
[+ Ortsname]; das eigene / halbe / niedere / obere r
.; die almende, das gebäu auf dem r
.Wortbildungen:
riedatzung
˹ (a. 1616), ˺ ›Amtsperson, die die Nutzung des Rieds verwaltet‹,
riedeiniger
riedhei
rieden
riedgrabe
˹ (a. 1414), (17. Jh.), ˺ ›Abgabe auf ein Stück Weideland‹ (dazu bdv.: ),
riedheller
riedsteuer
riedzehent
riedig
riedlehen
˹, (a. 1594)˺ ›Weide‹,
riedmatte
riedwiese
riedmos
Belegblock:
Ich weiß mir ein bluemlein weise, | es sthet in gennem riett.
Von des bischoffes volke bleben ouch czwene tod uff deme rythe zu neylstete.
so einer an eim ridt schaden thuet [...], doe bues ist 5 ₰.
In rörach, riet und pincz | sach ich sy laken paissen.
die burger haben gefragt, ob sie uff das ried oder egerden sollen treyben.
[holz] mer wie das heu und stro so spötlich betrogenlich geladen ist, es schluff ain kuͦ hin durch: außen hats ain schein, innen ists mosig und rietig
(›angefault‹). in dem gebet sint drier hande froͤde, an den waidet únser herre drier hand selen. die ersten waident sich in dem riet, die andern in dem bongarten, die dritten an den bômen.
ein rietmat, stost uf der A bort.
Ruͦf Meiger [...] sol [...] 5 ℔ von dem halben riet ze Wier.
ein halb riete matten hinden im Strikk.
Wie nun vil der Eidgnossen knechten in rieten, moͤsern und graͤbnen ire schuͦch hattend abgerissen [...], huͤwends den gefrornen vienden, so guͦt schuͦch anhattend, die fuͤss ab.
nimpt der kilchher dheinen stogk noch ried zenden in der kilchhoͤri.
Ried oder Bintz. Iuncus. [...]. Rietmooß (das) Ein ort voll rietgraß. [...]. Rietschnepff / Saͤch Schnaͤpffhuͦn.
Weiln [...] der lange riedgraben [...] nit geraumbt, also soll denjenigen, so [...] dranstossen, [...] gebotten sein, daß sy denselben [...] raumen.
soll keiner kein luken in kein ried noch in seinem aigen mer ziehen mit der segi.
daß fürohin die riethay [...] alles, was zu schaden gehet, pfenden sollen.
Rennefahrt, a. a. O. ;
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 371, 21
; Memminger Chron. Beschr. ;
Gehring, a. a. O.
648, 33
;