reut,
das
;
–/-er
;
wobd.
reute
I,
die
;
-Ø/-en, -enen
;
md.
rod,
das
;
–/-er
+ Uml.;
in 1 Beleg diminutiv:
reutel
;
zu
mhd.
riute
›Stück Land, das durch
riuten
urbar gemacht wurde‹
().
›urbar, für diverse Zwecke (z. B. als Siedlungs- oder Weideland, für den Ackerbau) nutzbar gemachtes (in der Regel abgabepflichtiges) Grundstück, Waldstück; Rodung; Neubruch‹; zu (V.) 1.
Keine omd. Belege; gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
2, 1, II, 4, , , ; vgl. 1, 1.
Syntagmen:
ein r. auftun / ausgeben / brennen / einhacken / erlauben / haben / hacken / machen / schlagen / stechen / vergunnen, zu lehen haben, jm. leihen / verlassen, drei jare nacheinander innehaben, mit der haue bauen, über das dritte jar gebrauchen, reuten aus äckern, aus dem wald machen
;
das r
. (Subj.)
ausliegen, gemacht sein, bodenzins geben, vom korn ledig sein
, [wo]
gelegen sein, jm. gehören
;
x pfennig von dem r. dienen / geben
;
ein r. gen / gegen
[+ Ortsname];
das älteste / gestiftete / öde, albereit gemachte r
.;
der augenschein der r
.;
ein teil von dem r
.,
der zehnte von den reuten
.
Wortbildungen:
reutbeschau
›obrigkeitliche Kontrolle von Rodungen‹,
˹
reutdenar
,
reutgeld
,
reutheller
,
reutpfennig
(a. 1348),
reutzehnt
,
reutzins
˺ ›Geldabgabe auf ein gerodetes Stück Land‹ (dazu bdv.: ,
die
, 2),
reutfang
›umzäunte Rodung‹,
˹
reutkorn
,
reutweiz
˺ ›Getreideabgabe auf ein gerodetes Stück Land‹.

Belegblock:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1373
):
daz sie noch imand von den vorg. dorfern ire viehe nit sullent driben oder gaen laßen zu weiden in dieselben roder.
Loersch, Weist. Boppard (
mosfrk.
,
1460
):
wer in dem vurgenanten gerichte roder machte [...], der sal der herschafft zu Schonecke eynen wilthanen geben.
Brinkmann, Bad. Weist. (
rhfrk.
,
1369
):
die röder under dem Ylmersperge, wanne die mit fruchte stent, so git ie der morge zwei simmerin fruhte.
Grimm, Weisth. (
pfälz.
,
1577
):
es solle niemant keinen reidel hauen, es seie in vordern oder hindern wäld.
Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
in der stat, do dy herschaft reuͤtthaller, reuͤtdn. oder reuͤttkorn [...] hat.
das vorgeschriben reuͤtgelt musz man czalen uff Martini. Welcher es uff denselben tagk nicht czalt, der hat sein ecker verloren.
Ebd. (
1414
):
Hanns Hubner hat zu lehen ein rewtezehenden zu Puschendorff.
Ebd.
2, 1, 86, 2
(
1464
):
Es ist zẇ merken, das am Zigenberge ein reẇt ist, daran ein yder morge jerlicher guͤlt gibt 1½ schilling haller der kuͤrzen.
Rennefahrt, Recht Laupen (
halem.
,
1536
):
diewyl sich in Wyers khouffbrieff nit findt, das er mit namen den ruti zenden ouch mit dem pfluͦgzenden gekhoufft habe.
Ebd. (
1538
):
das ein jecklicher zuͦ rechter buͦß zechen pfund pfennigen Bern wärung vervallen sye [...], uff welicher syten der inslag oder rüte gemacht und gelägen ist.
Schib, Urk. Laufenb.
336, 26
(
halem.
,
1614
):
dz die von alters hero gebauwete ackher (hieuon außgescheiden die albereit gemachten reütinen) [...] nit öd, wüstes gelegt [...] werden solten.
Boner, Urk. Aarburg
263, 44
(
halem.
,
1617
):
Was dann den undergang der march und die rüttinen betreffen thüye, ist darüber ouch gerathen, [...], das herr apt wie ouch wir die bemelten amptlüth den ougenschyn sölcher march und rütinen innemen.
Ebd.
787, 11
(
1540
):
von miner rüthi im Beßerthal, ist vier manwerch [...] git bodenzins zwen schilling.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. (
schwäb.
,
um 1585
):
Dafern ein oder der ander sich unterstehen solte, ohne [...] bewilligung einige reuthin zu machen und einzuhacken, demselben solle [...].
Ebd. (
1532
):
so ain gemaind reutinen ußgeben wölt, sol daß [...] in frieling geschehen.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
115, 32
(
noobd.
,
1316
):
daz ich [...] reht und redlichen gechauft han elliu diu gut, diu ze siner vesten ze Mornshaim gehörent, [...], allen rautzins und rautzehenden.
Fuchs, Urb. Göttweig
52, 17
(
moobd.
,
1322
):
12 metr. reutwaitz.
Ders., Kart. Aggsbach (
moobd.
,
1374
):
von einem rewtlein am Hagenstain sechs denare.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
E. 15. Jh.
):
Wider die ir reutfang weiter machen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
15.
/
16. Jh.
):
Item weg, steg, stigl machen ein jeder, als verr sein zinsguet wert, des gleichen rauter stechen und die est die in die weg hangent fuder raumen, pei der pen.
Ebd. (
1579
):
Undecimo solle auch daß maißmäen und rautmachen in denen herrschaftlichen wäldern gänzlichen verbothen sein.
Ebd. (
16.
/
17. Jh.
):
Wer auf der gemain oder sonst in andern orten reiter hat gehackt, derselbige solle die nach abnüzung der dreier frücht widerumben bei straff außlassen.
Ebd. (
1608
):
nach rautrecht und gebrauch im dritten jar allzeit wider das eltiste raut außzulassen.
Ebd. :
wie dan umb erhaltung hinfürders besserer auch bstendiger gueter ordnung willen durch die obrigkait zu Millstath [...] notwendige walt- und rautbschauen fürgenomben werden.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
Es sollen auch die angesessnen, welche ain reut schlahen oder machen wöllen, solches zuvor den [...] forstnern anzaigen.
Lamprecht, a. a. O. ;
Mon. Boica, NF. ; ;
2, 151, 4
;
267, 11
;
Bastian u. a., Regensb. UB
5, 28
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 521, 11
;
UB ob der Enns
10, 437, 28
;
Fuchs, Kart. Aggsbach ;
UB ob der Enns
10, 884, 12
;
Mell u. a., Steir. Taid. ;
Bischoff u. a., a. a. O. ; ;
Vgl. ferner s. v. 6.