revier,
refier,
river,
die
;
-Ø/-e, -er
;
der / das
;
-s/-Ø, -e, -en
;
über
mnl.
riviere
›ebenes Land entlang eines Wasserlaufs‹
aus
frz.
rivière
,
ital.
riviera
›Fluss; Ufergelände‹
, dies zu
lat.
rīpārius
›am Ufer befindlich‹
(; vgl.
Duden
7, 2014, 696
).
1.
›Fließgewässer; Wasserlauf; (kleinerer) Fluss‹.
Bedeutungsverwandte:
1, , (
der
), , .

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
6162
(
rib.
,
1444
):
Geseges du ye schiff regieren | Up der see off in anderen riveren.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
435
(
Köln
1476
):
Arp ind Cruyre, dye ryuyren, | Wurden vmb gegrauen.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
Diese Riuier vnd Fluß kompt gegen Suid gen Quito, ist ein groß Wasser.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
77, 13
(
omd.
,
n. 1474
):
eynen stegk, der ging obir eyn ryffer vnd waltbach.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. 1. Vorrede (
osächs.
,
1343
):
der di rivêrlîn leitet von éime burne.
Pyritz, Minneburg
83
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Von sußer brunne rifferes fluß.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Paͤch, rifıͤr, regentropfen | Sind als ein hant vol hopfen | Gen deiner parmung fluͤzzichait.
2.
›Gegend, Landstrich‹; ›Gelände, Terrain; Grundbesitz‹; ›Gebiet, Landesteil‹; speziell: ›Gerichtsbezirk; Distrikt‹; ütr.: ›Geltungsbereich (z. B. eines Gesetzes, einer Verordnung, eines Rechts)‹; ›Jagdrevier‹; ›Revier eines Bergwerks‹.
Bedeutungsverwandte:
(
das
) 5, 2,
1
2, (
die
), 1, 5; 8.
Syntagmen:
j. die r. brennen / wüsten
;
j. abweges der r. reiten, etw. an die r. weisen, der grund / das gut
(Subj.)
ausserhalb der r. liegen, j. in die r. einfaren / kommen, gebotsbriefe in sein r. füren, in der r. erscheinen / liegen / sein, versamelt werden, bauern finden, holzgewerbe treiben, etw
. (Subj.)
in der r. brauch sein, j. um die r. sein / sitzen, häuser kaufen, eine schlacht liefern, sich um die r. aufhalten
;
die r. des ortes, des spitals
;
das r
. [+ Ortsname];
die r. bei
[+ Ortsname];
die ganze / kleine / weite / welsche r
.;
allenthalben in der r
.;
(der) könig in der r
.
Wortbildungen:
revieren
›umherstreifen‹ (dazu bdv.: ),
revierer
, im Beleg wohl ›Wanderheiler‹,
revierung
›Gegend‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1528
):
DJeser Pfarherr sol superattendens sein auff alle andere Priester, so ym Ampt odder Refir des orts sitzen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
171, 22
(
omd.
,
1554
/
1633
):
Geschworne [...] rathschlagen mit dem bergkmeister von des bergkwergs notturft und dan fahren sie ein, jeder in seine refir.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Er [kauffman] reit ein fremd rifire | Abweges in begire | Zu ent weichen
(den Räubern).
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
befolhen, das ain yeder die [gebottsbrieffe] in sein refir furn und antwurten sollt.
Ebd. :
Als aber Hanns Rehgaiß in seiner rifir nit vil pawrn anhaims funden hett [...].
Sachs (
Nürnb.
1559
):
Ich wil ein weyl da gehn spatzieren, | In deß königes hof refieren.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
der Ertzbischoff zu Trier | Ist Cantzler in Welscher refier.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Geb wo ich sey, vmb was refier, | So wolt ich JEsus wer bey mir.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
das sü solte den frömden gesten tuͦn zuht und ere erbieten die wile sü do in der rifiere werent.
Sudhoff, Paracelsus (
1536
):
wie aber alle ding durch refirer verfüret werden, seind komen die unerfarne arzet, aus irem unverstande in [etlichen krankheiten] frembde namen geben.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Das hortte man ze Yberne clagen | Von Gamorett, dem witt erkant, | Dem och dienten witte land | Und witte ryffiere.
Dierauer, Chron. Zürich
242, 26
(
halem.
,
15. Jh.
):
ob er
[
Hans Uͦlrich
, der einen Mord begangen hat]
hie inderthalb in die rafier kaͤme, so soͤlt man zuͦ im grifen.
Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
Dysser kŭnig was der richest kŭnig inn der reffier und hat ein mechtig land inn.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1490
/
1500
):
darnach schluͦg er sich nider mit ainer wagenburg [...] und verderbet in derselben refier umb
[sic!],
was er fand.
Haszler, Kiechels Reisen (
schwäb.
,
n. 1589
):
Dort umbher in einer cleinen revier oder gögne
[›Gegend‹]
werden vül fleckhen und dörfer gesehen und wohnet ein sondere nation in düsem thal.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
132, 29
(
moobd.
,
1471
):
so sein dy Polleken und Ungern hie umb uns in der reffier guete zeytt gelegen.
Qu. Brassó
5, 459, 39
(
siebenb.
,
1613
):
Ist Ein Ehrsamer Weiser Rat sampt der Ehrlichen Hundertmannschaft und Landherrn des Reviers Barcza versamptlet worden.
v. Ingen, Zesen. Ged.
393, 21
;
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 144, 16
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. ;
Vorarlb. Wb.
2, 715
;
3.
›sicheres Territorium; Schutzraum‹; Spezialisierung zu 2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 2, 1.

Belegblock:

Jahr, H. v. Mügeln
1969
(
omd.
, Hs.
1463
):
er [der Fride] sprach: ,ich bin ein war rifir: | in mir sich weiden alle tir. | fisch, vogel, mensche geren min: | [...]‘.
4.
›Sphäre, Areal‹; speziell: ›Radius, Bereich um eine als Zentrum gedachte Person‹; Ütr. von 2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
766
(
rib.
,
1444
):
Ind du sij [volck] da mit vort salt dryven | Durch deser werelde riviere ain achterblyven.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
um 1480
):
Gegrusset seistu, plum und zir | Aller jungfrawen durch florir | Und auch der englischen rifir, | Die dein keusch ubertriffte!
Halt stet an mir | Mein nit enpir, | Auff daz daz wir | Besten in der allten rifir.
Sachs (
Nürnb.
1545
):
ich sach seer vil wilder thier, | Wolff, füchß und hünd in der refir | Lauffen umb die göttin Circe.
Ebd. (
1544
):
Gar blötzlich namb er [engel] mich | Unnd fürt mich ubersich | Durch das leuchtend gestiern | Der himlischen refirn.
Ebd. (
1563
):
Umb den stul und diser vier thier | Und umb der eltesten refier.