resch,
rösch,
auch rosch,
risch
sowie gelegentlich (meist reimbedingt) rasch,
2
res, Adj.;
in adverbialer Funktion unter 3 auch reschlich
; zu
– Zum Problem der verschiedenen Stammvokale, die wohl auf ahd. mhd.
resch
›schnell, lebhaft; trocken, spröde‹
(), rasch
›schnell, hurtig‹
(), rosch, rösch
›schnell, frisch, tapfer; hart, spröde‹
(), risch
›schnell, frisch; trocken, spröde‹
()rasco
und ahd. rosc, rosg
zurückgehen, vgl. ; f. Tendenziell lässt sich folgende Vokalverteilung feststellen: resch
und rösch
: Bedeutungsansatz 1–4; rosch
: 1; 4; risch
: 1; 3; rasch
: 1; 3.1.
kennzeichnet die Intensität der Kraft und / oder Beweglichkeit von Bezugsgrößen unterschiedlichster Art; im Einzelnen: a) ›geschickt, gewandt, flink‹ (allgemein die körperliche Geschicklichkeit und Kraft von Personen in positiver Weise charakterisierend); speziell im Hinblick auf kriegerische Unternehmungen meist: ›stark, rüstig; beherzt, tüchtig, entschlossen‹.
Phraseme
(subst.): für manchen reschen fechten
›besser als viele Tüchtige kämpfen‹.Gegensätze:
.Syntagmen:
j
. (z. B. der knabe
) r. sein, j. mit (keiner) arbeit, zu dem gottesdienst, zu der schalkheit r. sein, j. r sein
[+ Infinitivsatz, z. B. etw. zu tun
]; der resche knecht / koch, die reschen gesellen / knappen
.Wortbildungen:
reschheit
b) ›frisch, munter‹; ›kräftig‹ (Körperteile, die Stimmung, die Art, sich zu bewegen u. Ä. charakterisierend).
Syntagmen:
etw
. (z. B. js. gang, schenkel
) r. sein
; etw
. (Subj.) den leib r. machen, j. etw. an / zu etw
. (z. B. die müden glieder an guten werken, den trägen mut / sin zu js. huld
) r. machen
.Wortbildungen:
rischen
c) ›schnell; kraftvoll, lebhaft‹ (Tiere, insbesondere Pferde charakterisierend).
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B. der hirsch / hund, das pferd
) r. sein
; die reschen hunde / pferde
.d) ›stark, heftig; schnell‹ (unterschiedliche Konkret- und Abstraktgrößen charakterisierend); speziell von beweglichen Elementen: ›prasselnd, heftig (brennend)‹ (von Feuer); ›schnell fließend, reißend‹ (von Wasser); ›auffrischend, klar‹ (von der Luft).
Phraseme:
rosch schwebel
wohl ›sulfur vivum‹ (Schwefel als Heilmittel).Syntagmen:
der resche krieg / luft, die resche
[+ Name eines Flusses] / eile / schlenker
›Schleuder‹, das resche fechten / feuer / schlagen, die reschen fliesse
.Belegblock:
Zu a):
wurdin sî [vrouwin] aldort [kirche] gewar | [...] | einen knabin, der was risch, | kreftic, schône unde vrisch.
[Ûf der burc was] ein man, hîz Milegede. | Der was starc, menlîch und rîsch | und zu urloige alsô vrisch.
[Der selbe her Gerlach] hatte einen swarzen krulle unde einen swarzen bart unde was rosch unde gedurstig ein ding zu dune.
Diss war ein neuliche narrin, [...], wart angefertigt van den kindern und alten [...], dar sie mit spraich, hilt sich draus reis, war jedem angeneim.
waz dort ir mir zu lone bieden? | ich bin risch und bin fromme | und wil uch eben zu dinst kommen.
Herre, ßo heyß ich myt namen Fedderwysch | und byn zu aller schalkeyt rysche.
Von in erhebet wart | vil wunderlicher spile, | gailiren, kurcze wile, | fraisam und sterke brait, | Reschait und schnellekait, | baid laffen und ach springen.
Ebd.
445, 57
: zu gates dienst sy uns aͮch larn, | da sind sie selb nit reusche, | wann sy sich vast darane sparn.
also was das rosfolch mit den roͤschesten knechten fúrab gezogen.
Er vocht fuͤr mangen reschen; | Der veinde vil den heschen | Gewunnen von scharffen stichen.
vil stolzer maide wellen dran, | das wisst, ir röschen knappen.
Gille u. a., a. a. O.
240, 55
; Harsdoerffer. Trichter ;
Zu b):
Meine Schenckel seind resch vnd gwiß | Gleich wie die schenckl eines Helffantn.
[man] sol [...] ogen den munt vñ die zene vñ die hende weschen dur svverheit vñ dur roscheit.
Der fuoss ze dik nicht wesen schol. | Sein ganch der sei vil rösch und schlecht!
mach mein müeden glider an guoten werken resch.
träg mut und sain mach resch zu deiner huld.
Zu c):
Ich [Hundt] was ganz wacker vnd auch risch, | Vnd ward gespeißt von deinem Tisch. | Nun ich aber bin worden alt.
Ich, hirsch, pin resch, wen man mich jagt.
welhez pfärt resch und guot ist, daz senket sein naslöcher tiefer in daz wazzer wenn ez trinket.
Barack, Zim. Chron. ;
Zu d):
eine slenkre rasche | trûc er [Dâvît] ouch in sîner hant.
is wart eyn rischer reitender krigk zwuschen des koniges volke unde den lantlewten.
So nym [...] rosch swebel
[wohl ›sulfur vivum‹]
vnd schmer vnd reinpergin speck. Wie daz sie in in kurczer weil | mit rescher schnelliglicher eil | Zw hilffen welten kumen hin.
Denn machtens ein resch fewr on dampff | Die Caldeer, auff deß marcktes platz.
wie man sagt, das die stillen wasser, so sie ussprechen, schedlicher und nachtailiger, dann die röschen flies.
2.
›unüberlegt, voreilig, gierig; leichtfertig, sprunghaft‹ (aus Sicht des Sprechers in eher negativer Weise das Ausdrucksvermögen, die Handlungsweise u. Ä. einer Person charakterisierend); speziell von Worten auch: ›scharf, spitzzüngig‹.Obd.
Belegblock:
So mus unstete daz an ir gerben | Daz sie sich tuͦ enpferben, | Daz wol die lut erkennen ez, | Daz sie sy uff unstet rez.
Wiewol sein wort sindt scharpff und resch, | Ist er doch sein begirden abgstorben.
Er heist dich ein stincketen bock, | Sein zung ist resch zu spot und hon.
Sie [weib] ist mit worten scharpff und resch | Und richt auch an vil haderwesch.
dann demnach seine vorfarn gemainlich rösch und unfridlich und die mertails ire sachen uf die faust setzten, so wol diser graf seine sachen mit vernunft aussrichten.
chluͦghait chan ich also vil, | der ich euch ein tail sagen wil: | ich pin resch und ungetreu, | mich vegt der teufl umb das neu.
der [marschalk] zog mit herskraft daher, [...] wolt sich mit in [den Teutschen] schlahen. Aber er war zu rösch und zu jäch, wartet der kundschaft [...] nit wider.
3.
›schnell, relativ kurz im Zeitverlauf, geschwind; sich schnell vollziehend‹ (von Bewegungsabläufen und Handlungen); häufig auch von einem im Text genannten oder pragmatisch vorausgesetzten Zeitpunkt aus gerechnet den Einsatz einer Handlung kennzeichnend: ›augenblicklich, sofort, unverzüglich, auf der Stelle‹; ›bald, in Kürze, innerhalb kürzester Zeit‹.Phraseme:
resch und bald
; risch und frisch
.Bedeutungsverwandte:
2; 3, (Adj.) 1, , , , , 2
(Adj.) 4, (Adj.) 6, 2; 3, 2, (Adj./Adv.) 1, , 3; vgl. 1.Syntagmen:
j. r. aufstehen / faren / fliehen / gehen / laufen,
[wo] ankommen
, [wohin] springen, gegen jn. kommen, zu jm. eilen, von haus zu haus laufen, sich r. auf den weg packen, j. / etw
. (Subj.) r. jn. ausleschen, das feuer anblasen, etw. heilen / tun / verschlucken / verzucken, in den luft erheben, von sich werfen, die wunden
(Subj.) r. genesen, der puls jm. r. schlagen
; aller reschest
›so schnell wie möglich‹.Wortbildungen:
rische
die
) ›Eile‹, rischruschend
1
röschen
herz
) beschleunigen‹.Belegblock:
der teüfel kam und klopffet an, der Custer erschrack und warff resch die Casel
[›Messgewand‹]
von jm. [Der Kuͤchn Jung] Wolt Fewr vnd Liecht anblasen rasch / | Vnd blies mir ins gesicht die Asch.
Ebd.
552, 1454
: Das ich nichts wolt biß morgen sparen / | Sondrn risch vnd frisch bin fort gefahren.
Dar nach was sin herze breit | In snellicher rische.
,Da ynne‘, sprach sij, ,moistu baden, | Dat kompt dynen wunden ouch zo staden; | [...] | So genesent ouch de wunden risch.‘
Judas von ime entwischte, | zuhant hinwec er sich rischte.
Rischlichen qwam do marggrave Frederich uss dem Ostirlande unde brachte gar eyn grosses heer.
wanne si sollen gehen zu tische, | so ylen sy unnd louffen rische.
Ebd.
2779
: der pulz en danne so risslich slet | das man ess an er farwe sicht.
Pox / ehr ich breng das essen auff den tisch / | So ist es als verzuck verschluckt gar risch.
her münch, gang her zu mir | reschlich und seum dich nite!
Ob ich gleich dise zwey mortkinder | Mit herbem gifft geschwindt und resch | Von disem erdtboden außlesch.
Do kamen doͤrt her an zwei menschen und dú giengen gar roͤschlich.
[der tüfel] sprach es ist ein dieb da, der wölt im die kuͦ stelen er solt uff ston rösch vnd bald.
Heut werd ir als wolkommen gest, | Zu Straßburg noch ankommen resch!
Eisengrein sich huob von dannen, | So er aller röschest kond.
Setz das krenzli uf, rösch und bald!
von nöten greiset mir der bart, | seid mein herz senlich wird geröscht.
Mit freyem muets gelüsten | gen im Cassilian kam resche dar.
ain ieder fuerman kan nit rösch farn.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
226v, 5
; Wiessner, a. a. O.
6306
; Voc. Teut.-Lat.
aa viijv
; Schles. Wb.
2, 1127
; 4.
›trocken, hart (geworden)‹ (von Materialien wie Stroh, Leder u. Ä.); meist negativ konnotiert: ›harsch, spröde, rissig‹.Belegblock:
daz under uns keyner keyn roschen ledder machen, keuffe ader vorerbeyde adir auch keyn andir schelmig ledder.
gepott der capplan seinem schuͦler das er an der selben statt ain pett liessz beraitten gar von dürren schaitten und dar under roͤsch strou legt.
das resch getraid als waiz und korn gestrichen, den habern und hiersch aber gupft oder gehauft.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 232
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