rephun,
rebhun,
das
;
-s/-er(e)
+ Uml.;
zu
mhd.
rëphuon
(); die Form
reb-
wird als volksetymologische Anlehnung an erklärt (
Pfeifer
2000, 1094
).
›Rebhuhn, Feldhuhn (Perdix)‹; die Jagd auf Rebhühner (als ein fürstliches Jagdprivileg) ist Gegenstand rechtlicher Regelungen; in Texten der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘ unter Bezugnahme auf in antiker Tradition stehende Vorstellungen vom typischen Verhalten der Tiere.
Zur Sache: , 119f.; , 334f.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , , , , , ,
1
, , .
Syntagmen:
die rephüner abtragen
›stehlen‹
/ fangen / jagen / machen
›zubereiten‹
/ melden / schiessen / schlagen / töten, zum markt tragen, ein r. um x schilling auf dem markt bieten, jm. ein r. bringen, (um x schilling) verkaufen, jm. rephüner gebraten geben
;
das r
. (Subj.)
aufsteigen, sich fürchten, eine getat
›Beschaffenheit‹
haben
;
das r. aushecken, das [...], den weidman bitten
[+ Infinitivsatz];
j. rephünern nachstellen
;
das gebratene / gefangene / junge / wilde r
.;
der fang vieler rephüner
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
17, 11
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
daz rephun
[
Luther
1545:
Vogel
]
hecket uz, daz iz nicht geleget hat.
Luther, WA (
1528
/
31
):
feyn nietlich dyng, Rephuner, Lampreten, weyßbrot, Malvasier.
Follan, Ortolf. Arzneib.
116, 64
(
rib.
,
1398
):
Men sal en [...] geuen [...] rephonere gebraten.
Hajek, Guͦte spise
19
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
ist ez aber eins fleischtages, so mahtu machen huͤnre, rephuͤnre, tuben vnd vasande.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
wie wardt sie
[die Podagra]
da tractiert, | [...] | Bald ward fuͤr jr der Tisch gedeckt, | [...] | Raͤbhuͤnlin, Wachteln, Amseln vnd Phasen, | Wildtpraͤt von Hirschen, Rehe vnd Hasen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1603
):
Ein gefangen rephun bate den waidman, seines lebens zu verschonen.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do lag er
[Herzog]
dry tage unnd liss rep hunere fahe.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
8, 12
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
in der ebin sint gelegin vil stete und burge und gar lustige jayt odir vank vil rephuner.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
258, 33
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Man jaget wölf, füx und hasen. Man fehet rephünner, haselhünner und fasanen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
die rebhúner
[nd. Bibel um 1478 /
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534 /
Eck
1537 /
Luther
1545, 2. Mose 16, 13:
Wachteln
]
oder orhúner stigen auff.
der kúnig israhel ist ausgegangen das er suͦch ein lebentig mucken als das rephun
[1. Sam. 26, 20]
wirt geiaget an den bergen.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Och hat das wilde rephuͦn | Von nature die getat | Das es vil kinde gerne hat.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1498
):
das niemand kain haselhüner und rebhüner noch vederspil fahen, abtragen noch tödten sol.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
wan die burger [...] göst luͦden, so gaben sie jetlichem menschen ain rephon [...] und gaben seltzamen wein zuͦ trincken.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, [...] sô hebent si die ertschollen auf [...] und verpergent sich dar under.
Gereke, Seifrits Alex.
7996
(
oobd.
, Hs.
1466
):
pey den seen und pey teichen | sach mans die anttvogel vachen | und die repphuner slachen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
A. 16. Jh.
):
Vermerkt was mein herr [...] zu jagen hat: aichern rephner stainhuner, das hat der her [...] zu verlassn.
Wopfner, Bauernkr. Tirol (
tir.
,
1519
):
des voglvachens halben ist also erleŭtert, das die gerichtzleŭt vogl vachen mŭgen [...], aŭsgenomen der grabhass, der weys harm, das hasl- und rebhŭen und vederspill, das soll inen zŭ fachen verpoten sein.
Blümcke, Hans. Gesandtsch. ;
Joachim, Marienb. Tresslerb. ;
Eggers, Psalter
229, 6
;
Ermisch u. a., a. a. O.
26, 38
;
Leisi, Thurg. UB
7, 464, 19
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern ;
Barack, Zim. Chron. ;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. a. a. O. ;
Stopp, Kochbuch S. Welserin
159, 1
;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;
Winter, a. a. O. ;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
7, 3
;
Voc. Teut.-Lat.
aa viijr
;
Rwb f.;