2
reif,
2
reifen,
der
;
-e(n)s/-en
;
zu
mhd.
rîfe, rîf
›gefrorener Tau‹
().
›Niederschlag, der sich in Bodennähe auf Pflanzen, an Gegenständen in Form von feinen Eiskristallen absetzt; Raureif‹; ütr. auch: ›Gefühlskälte‹.
Phraseme:
nicht bis zum ersten reif warten
›etw. nicht hinausschieben‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): (
das
) 2, , 1, (
der
), 1, (
der
), .
Wortbildungen:
reifbirge
›Schneegebirge‹,
˹
reifenlich
,
reifisch
˺ ›frostig, winterlich‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Luther, WA /12 (
1532
):
Da stehets, das schnee, reiff und frost weg mus [...]. Und das [...] nicht menschen werck ist schneien, reiffen und gefrieren.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
594, 2806
(
Magdeb.
1608
):
Nur das man bald zur sachen greiff / | Vnd wart nicht / bis zum ersten reiff.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
qwam ein groß rif unde frost uf sente Matheus dag.
Beckers, Bauernpr.
55, 12
(
Köln
1515
/
8
):
wie vyll daw jm mertzen synt / so vil reiffen komen na paschen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1413
):
in vigilia Michahelis do viel ein grosser reyff und gefror vast.
Gille u. a., M. Beheim
343, 33
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Mit reiffen, schne und eis | ist es gancz uber zagen.
Engel, Rats-Chron. Würzb.
151, 7
(
nobd.
, Hs.
M. 17. Jh.
):
der thumprobst [...] ließ befehlen und ordnen, daß man [...] zu morgens [...], da der frost und reyf herging, mit allen glockhen müßt leyten.
Voc. Teut.-Lat.
aa vijr
(
Nürnb.
1482
):
Reyffenlicher oder winterlicher. bruinalis.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Owe, ir kalten winde úppiger worten, ir starcken riffen zerganklicher minne.
Goedeke, P. Gengenb. (o. O.
1516
):
Du [...] | [...] | Seitst vyl von kelty vnd von ryffen.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
das weder gnode noch Got noch goͤtliche ding in dem hertzen nit ensint, denne der kalte sne und riffe, daz sint die leidigen verdorrende und verderbende creaturen, die mit minnen und mit luste daz hertze besessen hant.
Thiele, Minner. II,
9, 52
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
es ward nye kein winters frist | so kalt, die mucken dannoch bliben. | kein riff, kein schne mag sie verdriben, | noch regen, wind mog in geschaden.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
uf unser parthei war der reifen so reuhlich im part und haar gefallen, das ich gedacht: [...].
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
der hörbst was guet warem und regnet zu gueter maß und nit vil reifen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Der reif wirt auz der selbenlai dunst, dar auz daz taw wirt.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Veld, haide stet getzıͤret paz | Mit fruchtich pernder gruͤner wat, | Wenn vor mit chaltes reyffens mat.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 25
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
reif machet all frücht greis und alt.
Klein, Oswald
104, 10
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Kellt, reiff und grossen snee, | den bach verdackt mit eise.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
[Alexander] Nam [...] alles ein [...] von dem grauen und reifpirg [...] pis in das indisch mer.
das pirg, so man bei den alten Teutschen, alda wonent, das grauisch und reifisch pirg vom schnê [...] gehaissen hat.
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;