rechtigen,
V.
›(mit jm.) prozessieren, einen Streitfall vor Gericht austragen, eine Straftat gerichtlich verhandeln‹; auch resultativ: ›über jn. richten; jn. verurteilen‹; in 1 Beleg subst.: ›Streit‹ (allgemein); vgl. (
das
) 13; 15.
Wobd.
Syntagmen:
etw. r., etw. e. S
. (z. B.
eines erbes
)
halb r., etw. durch einen anwalt, miteinander, mit jm
. (z. B.
mit den sant Johansern
),
in einer instanz, vor gericht, vor seiner königlichen gnaden, um etw
. (z. B.
um erbfälle
),
zu einem falle r
.; subst.:
keines rechtigen eingehen
›keine Straftat begehen‹.

Belegblock:

Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1443
):
Ich bin ouch mit herr Heinrich von Ramstein gewest zu Wien [...], uff die zitt er mit herr Hans Erhard [...] vor sinen kúngklichen gnaͧden ze rechtigen hat.
Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1462
):
wie die von Núwenburg der benanten herschaften lúte zwingent, umb erbfelle in ir statt ze rechtigen etc., sprechen wir zuͦ recht: [...].
Welti, Urk. Rheinfelden
125, 16
(
halem.
,
1457
):
es hand Hanns [...] vnd ander sine miterben mit den sant Johannsern [...] eins erbes halb [...] ze rechtigen.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern (
halem.
,
1573
):
vil und maͤngerley widerwertigkeiten, irrungen, zwytraͤcht und rechtsfertigung von dem unablaͤßigen troͤlen und rechtigen harfliessende.
Schmidt, Rud. v. Biberach
173, 18
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dv́ dritte ist tempurnissi, si ordenot die búgererin. Dv́ vierde heist gerechtikeit, dv́ rechtigot alle krefte der sel.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
das kein schuͦler luͦdrige spiel oder keins rehtigen inging und an sich neme, oder in die winhüser [inkerten].
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
Zuͦ welchen felen die vnderthonen zuͦ Fryburg miteinander in erster instantz an froͤmbden orten rechtigen moͤgen.
Gagliardi, Dok. Waldmann
1, 297
, Anm.;
Köbler, a. a. O. ;