rechtigen,
V.
›(mit jm.) prozessieren, einen Streitfall vor Gericht austragen, eine Straftat gerichtlich verhandeln‹; auch resultativ: ›über jn. richten; jn. verurteilen‹; in 1 Beleg subst.: ›Streit‹ (allgemein); vgl. (
das
) 13; 15.Wobd.
Syntagmen:
etw. r., etw. e. S
. (z. B. eines erbes
) halb r., etw. durch einen anwalt, miteinander, mit jm
. (z. B. mit den sant Johansern
), in einer instanz, vor gericht, vor seiner königlichen gnaden, um etw
. (z. B. um erbfälle
), zu einem falle r
.; subst.: keines rechtigen eingehen
›keine Straftat begehen‹.Belegblock:
Ich bin ouch mit herr Heinrich von Ramstein gewest zu Wien [...], uff die zitt er mit herr Hans Erhard [...] vor sinen kúngklichen gnaͧden ze rechtigen hat.
wie die von Núwenburg der benanten herschaften lúte zwingent, umb erbfelle in ir statt ze rechtigen etc., sprechen wir zuͦ recht: [...].
es hand Hanns [...] vnd ander sine miterben mit den sant Johannsern [...] eins erbes halb [...] ze rechtigen.
vil und maͤngerley widerwertigkeiten, irrungen, zwytraͤcht und rechtsfertigung von dem unablaͤßigen troͤlen und rechtigen harfliessende.
Dv́ dritte ist tempurnissi, si ordenot die búgererin. Dv́ vierde heist gerechtikeit, dv́ rechtigot alle krefte der sel.
das kein schuͦler luͦdrige spiel oder keins rehtigen inging und an sich neme, oder in die winhüser [inkerten].
Gagliardi, Dok. Waldmann
1, 297
, Anm.;