re,
reh,
rech,
das
;
-s/-Ø, -e, -er
.
›Reh (Cervus capreolus)‹; speziell auch: ›Rehkitz‹; die Jagd auf Rehe ist Gegenstand rechtlicher Regelungen.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , , , , , .
Syntagmen:
j. das r. / die rehe dämmen
›zähmen‹
/ fahen / jagen / schiessen / tragen, mit hunden hetzen, in den wäldern viel rehe finden, got
(Subj.)
die rehe schaffen
;
die rehe
(Subj.)
den bram gerne fressen, das r. ein grimmiges tier sein
;
etw
. (Subj.)
so gros als von einem hirsch das r. sein, das ros
(Subj.)
sprünge als ein r. tun
;
x mark / schot jm. für x rehe geben, mit einem r. jn. vereren
, [wohin]
schicken, j. nach rehen jagen / pirschen
.
Wortbildungen
(teils auch mit der Schreibung
rech-, reh-
):

rebok
›männliches Reh‹,
redecke
›aus Rehhaar gewebte Decke‹,
refel
(dazu Wbg.: ›Flickschuster‹),
refleisch
,
refus
,
regarn
›Netz zum Fangen von Rehen‹,
regeis
›weibliches Reh‹,
˹
regestämme
,
regewicht
˺ (Vokal des Gw irregulär) ›Rehgeweih‹,
rehar
,
rehaut
,
˹
rekeule
,
reschlägel
˺ ›Rehkeule‹,
releder
,
rewildbrät
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1401
):
1 ½ m. dy reegarn zu bessern.
Ebd. (
1402
):
23 scot vor [...] reeleder semisch zu gerben.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
314, 2
(
preuß.
,
16. Jh.
):
2 ton rehewiltpret.
Ebd.
718, 2
(
15. Jh.
):
3 spis mit reefleis, 4 spis mit buchschinken.
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
498, 14
(
rib.
/
westf.
,
1611
):
Reheheut daß stuck [...] ¾.
Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 108, 28
(
md.
,
1404
):
Auch sollen die alten schuster, die man nennet refeler, ihr halb werck mitt den schuworchten haben.
Struck, Joh. Pfannstiel
174, 22
(
mosfrk.
,
1546
/
7
):
Mirtin Schmits sone [...] bracht eyn rekulle.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
229, 30
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Solches
[Lockmittel]
kan man an ein ort, 3 oder 4 der wildfuhr ordenen, als sonderlich vor rehe und dan fur hirschen wiltpret.
Ebd.
239, 27
:
Der bram [...], so das wildbrat, rehe, hasen und schaffe im winter [...] gerne fressen [...], dieser samen ist umb Margarethae [...] reif.
Opitz. Poeterey
31, 24
(
Breslau
1624
):
so viel als besser springt | Ein rehbock als ein Kalb.
Voc. Teut.-Lat.
aa vv
(
Nürnb.
1482
):
Rechgaiß. capriola.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Ich hett [...] | [...] mein fuchsen zu groß gemacht; | Er war nur so groß seiner höch, | Als von einem hirschen das rech.
Schmitt, Ordo rerum 223, 18,
1
(
alem.
,
1486
):
Lodex rehedecke.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 10, 28
(
Hagenau
1534
):
noch will die welt verzweyffeln an Gott / er werde sie lassen hungers sterben / so wir doch fur augen sehen / wie er inn den waldt schafft vogel / hirsch / hynden / hasen / rhech.
Geier, Stadtr. Überl. (
nalem.
,
1525
):
Doch sollen sie
[Bürger von Überlingen]
in sollichem bezirk [...] kain fuchs, haßen, röcher, schwein, noch ander gewild [...] nichtzit schüeßen.
Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1516
):
doch sollen si
[Bürger von Villingen]
[...] kain hirß, rech oder hochgewild vahen noch demmen.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
368, 28
(
halem.
, zu
1414
):
ein zentner rinderhaͧr oder rechhaͧr.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1498
):
M. g. h. verbandt den wildpan gen menklichen in und uswendig den gerichten, es sig hochgwild, reher, schwin, tächs, hasen und was in wildpan und vorst gehört.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Es
[
ross
]
tett sprüng als ain rech.
rehegewicht / das Gehoͤrn von einem rehe.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1375
):
in dem 1375 jar do chom ain grozzer schelm
[›Seuche‹]
an daz wild. dem was also, daz man in den wälden fand vil hirs und hinden und rech und bern und wildü schwin [...] tot ligen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
so schickt ainsmals herr Gottfridt Wernher sein barbierer [...] mit aim rech geen Pettershausen, abt Hannsen uf das österlich fest damit zu verehren.
nur die [...] gebratne rechschlegel [...] warden versucht.
man henkt im
[Unhold]
vil reherfüess [...] für die thür.
Von cost so trug man mancherlai, | [...] | Hasen, reher, wildtpret und fisch.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Capreola [...] diu haizt rêh ze däutsch und ist gar ain grimmigz tierl under seinem gesläht.
Gegatromeus ist ain stain scheckot sam ain rêchgaiz.
Gereke, Seifrits Alex.
7984
(
oobd.
, Hs.
1466
):
sy begunden [...] | [...] | [...] jagen und pierssen | nach rechern und nach hierssen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
59
(
oobd.
,
1607
/
11
):
2 schöner frembder rechgestemb [...] zu I. Mt. kunstcamer gegeben.
Ebd.
2148
:
Ein werck
[Räderwerk]
[...] obenauff ist ein vergultter berg, da erscheint ein jäger, der blasst auf seinem horn und jagt hirsch, rech und bern.
Joachim, a. a. O. ; ;
Scholz-Babisch, a. a. O.
496, 39
;
Brinkmann, Bad. Weist. ;
Kollnig, Weist. Schriesh.
307, 38
;
Ermisch u. a., a. a. O.
210, 2
;
Barack, a. a. O. ;
Pfeiffer, a. a. O. ; ;
Rwb f.;