ranzonen,
ranzionen,
ranzionieren,
in 1 auch
2
ranzen,
ranzieren,
V.
– Seit dem 16. Jh.
1.
›von jm. (für sein Leben, seine Freilassung aus der Gefangenschaft, unter Androhung von Brandschatzung, Raub und Plünderung u. dgl.) Lösegeld erpressen‹; auch: ›jn. (gegen Lösegeld) freilassen‹;
zu .
Wortbildungen:
ranzung
›Lösegeld‹ (dazu bdv.: 3).

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
1576
):
haben [die andere Hispanier] das Oisterische und Engelsche haus beraubt und fil heuser, die leut umb alle ir gelt und gut ranzoneirt, geschatzt und meisteils darzu ermort.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1530
):
wurden die ort der Eydgnossen, Zurich, Bern, Basel [...] und ander gerantzeanet, und muͦst yedes [...] ein grosz gelt an iren kriegscosten geben.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Ward [...] herzog Ludwig [...] von den Franzosen [...] mit ringer ranzung geloͤst, hoͤher geranzt und irem kuͤng uͤberantwort.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
[kŭnig Johans] frăgt sy [sine fŭrsten] [...], ob er Borgas entledigen sött. Also ryettend sy im, er sött inn rantzonnen.
rantzionieren / Geldt vor die Erledigung abfordern vnnd abnemmen.
Barack, Zim. Chron. ;
Jones, French Borrowings
553
;
Rwb  f.;
Vorarlb. Wb.
2, 646
.
2.
›jn. (auch: sich) gegen Lösegeld freikaufen, auslösen‹;
zu .
Bedeutungsverwandte:
1; vgl.
2
7,
1
14, 6.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1565
/
6
):
hatt man die lantzknecht, so [...] gefangen waren und noch sich nicht rantzonet hatten, hinaus gefodert in die Newstadt.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1574
):
[Conrat Eck, min swager] war mit 300 daler ranzont und des gefenkniss erloust.
Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
Brunor hat mich har gschickt üch zuo sagen, daz ir im den [gfangnen] schicken; wann sy machend neyswas guotten vertrag und wend dyssen rytter rantzonnen.
Jones, French Borrowings
553
;
Rwb  f.;