rabenstein,
der
;
–/-e
.
1.
›(gemauerte) Hinrichtungsstätte (unter dem Galgen)‹; zu (
der
), vgl. 2.
Phraseme:
jn. auf den rabenstein bringen
›jn. an den Galgen bringen, ins Verderben stürzen‹.
Bedeutungsverwandte:
1, , ; vgl. 2.

Belegblock:

Luther, WA (
1528
/
9
):
Wir hie zu Wittenberg heissens unter dem Galgen. Anderswo heisset man es den Rabenstein, darumb das die Raben darauff sitzen und da selbs die todten Coͤrper fressen.
Ebd. (
1535
):
Die stedte und lender sind so zurissen, das man sagt: es sind rabenstein und galgen.
Mathesius, Passionale (
Leipzig
1587
):
ist ein hoher / rundter / gewelbter Ort gewesen / wie vnsere Rabensteine / da werde Christus erhoͤhet / vnnd sehr schmehlich als ein Vbeltheter [...] zum Tode [...] verdammet werden.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
Auff den rabenstain brechst du mich. | Darumb mag ich dein gfert nit sein.
Ebd. (
1550
):
Hettn uns die stattsöldner erdappet, | Der rabenstein het nach uns gschnappet.
2.
wohl: ›Belemnit (keilförmiger fossiler Schalenteil ausgestorbener Kopffüßler) von schwarzer Farbe‹ (vgl. ); vgl. (
der
), 3; 4.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
1, 1838
.

Belegblock:

Henisch (
Augsb.
1616
):
Albschoß / (das) Schostein / luchstein / rappenstein.