quat,
quate,
Adj.
/
Adv.,
auch
qua(t)lich,
quelich
;
zu
mnd.
quat
(Adj.),
quadelike, quelike
(Adv.)
›böse, übel‹
(
Schiller/Lübben
3, 397
;
401
),
mnl.
quaet
().
›schmutzig, faul, verdorben‹; ütr.: ›schlecht; übel, böse‹; auch: ›traurig‹; zu (
der/das
).
Nrddt. und md.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 1; 6, , 3, (Adj.) 1, 1.
Gegensätze:
7, (Adj.) 1.
Syntagmen:
j. q. sein, etw. q. sein / werden
;
jn. q. belegen, etw. q. anbringen / aufnemen / tun, jm. q. sprechen
›übel nachreden‹,
jm. q. / quates tun
;
q. reiten
;
der quate christ / pfennig, schalk / weg, die quate mark / minne / tat / zeit, das quate ei, die quaten worte
;
quates
(subst.)
sagen
.
Wortbildungen:
quatheit
›Bösartigkeit‹,
quatman
›übler Mensch‹,
quatwillig
›böswillig‹.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O. o. J.):
Du magst nu sein bös oder quat, | So finstu doch kein rat darzu, | Mit wasser weis möchst komen du | Auß disem unfletigen seubad.
v. Bunge, Livl. UB
4, 229, 34
(
nrddt.
,
1398
):
want id do seer quelike tor see wart stond und noch steit.
Luther, WA Tr. (
1540
/
6
):
Diß ist nun der welt stadt. |Thu mir gut, ich thu dir quat.
Ders., WA Br. (
1526
):
op dat wi mogen bestaͤn in deser quader tijt ende dit vuyl quade ghiftige fenijn verdrijven.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
520, 433
(
Magdeb.
1608
):
da die Bawren die Quadmans / | Vmbkrochen wie eine wilde Ganß / | Rohr zusamlen zu jhren Tachen.
Ebd.
523, 516
:
da sie
[die zu Fröschen verwandelten Bauern]
noch im selben grim / | Lestern wolten / vnd schelten schlim / | Die sprach aber verkert vermarckten / | Fuͤr grosser quadheit sie herquarckten.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1158
(
rib.
,
1444
):
He have guyt off quait gedain.
Ebd.
4075
:
He is oevel ind qualich beleyt | De mit deser wapen neit is gecleit.
Ebd.
4892
:
Dat du balde gienges quaden wech.
Chron. Köln (
rib.
,
1434
):
dar heink man in an ind brant in dae af, want id was ein quait schalk.
Ebd. (
Köln
1499
):
wie quaelich dat ir gevoelt heft, dat ir unser vruntschaf niet so grois und so nutz geacht het, as die zo achten was.
begeren ich oitmodelich, angemirkt sulcher unstantafticheit, of einige unordelicheit geschiet is in der setzunge der geslechte, dat men dat niet quaelich wil upnemmen.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1. H. 16. Jh.
):
Up wankelen bergen ist quaidt riden.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb. (
Köln
um 1490
):
We quadliken deyt und hopet darvon ghud tho krighende, de bedrucht sik sulven.
Makestu vrundscap mit eyneme neydeghen edder quadwillighen mynschen, de is dy meer entieghen wen he di helpet.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
2, 367, 19
(
hess.
,
1542
):
quaeth ei, boeser küggein
[›faules Ei, schlechtes Küken‹] (Sprichwort).
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501 ff.
):
von der martel gottes, | was em
[Jesus]
die Judden toden quodes.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
[der tot] nymit hin glich und ebene | Dy gerechten und dy quaden.
v. Bunge, a. a. O.
4, 22, 27
;
Meijboom, a. a. O.
1686
;
2642
;
3973
;
Loesch, Kölner Zunfturk. ;
Chron. Köln, Koelhoff
8r, 40
;
Thiele, Minner. II,
27, 374
;